P. Ulrich Scherer neuer Präsident der UNIO

Zusammenarbeit ist die göttlichste aller Gaben

Die jährliche Vollversammlung der UNIO – 8. bis 10. Juni: VertreterInnen der 14 unterschiedlichen Gemeinschaften sowie der Einzelmitglieder der UNIO trafen sich für zwei Tage im Haus Hofstetten nahe Regensburg zur Wahl eines neuen Vorstands.

Dabei wurde Ulrich Scherer SAC zum neuen Präsidenten gewählt. Er leitet das Pallotti-Institut in Vallendar und bringt durch sein jahrelanges Engagement in der UNIO viel Erfahrung mit. Das neue Präsidium, dem der Präsident auch angehört, besteht nun – symbolträchtig – aus zwei Frauen und zwei Männern: Sr. Simone Hachen SAC ist Ökonomin, Ursula Knoch UAC Vizepräsidentin, Edward Fröhling SAC (Professor für Dogmatik an der Hochschule Vallendar) ein weiteres Mitglied im Vorstand. Das Präsidium versteht sich als Vorstand des sogenannten Koordinationsrates, der das große Netzwerk UNIO koordiniert und im Miteinander bestärkt.

Wie die Knoten in einem Netz
Die Engagements der einzelnen Gruppen und Personen sind so vielfältig wie die vielen Knoten in einem großen Netz zahlreich sind: Mitarbeit am letzten Katholikentag, demnächst beim ökumenischen Christentag, Seelsorge auf der Palliativstation, Deutschkurse für arabischsprechende Frauen, Hilfestellungen für Flüchtlinge, Mitarbeit in der Pfarrgemeinde vor Ort, Ökologie-Workshops usw. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, die alle einbezieht, ist wichtig – unabhängig von Weltanschauung, Nationalität und Konfession. Auch eucharistische Anbetung, Bibelteilen und Erfahrungsaustausch gehören zum Alltag. Nur einige Beispiele aus den verschiedenen Gegenden konnten vorgestellt werden.

Begegnung mit dem Ortsbischof
Weihbischof Reinhard Pappenberger aus der Diözese Regensburg (traditionellerweise wird zur Vollversammlung der Ortsbischof eingeladen) wies auf die Erneuerung aus der Rückbesinnung auf die Quellen und das Charisma des Gründers hin und die Notwendigkeit der Anpassung an die Gegebenheiten der Zeit, wie es im Zweiten Vatikanischen Konzil festgeschrieben ist. Es war eine ungezwungene und überaus freundliche Begegnung des Gremiums mit dem Bischof, der sich auch herzlich für die gemeinsame Stunde bedankte.

Der Geist weht wo er will
Der Aufforderung Pallottis entsprechend war es ein Treffen im Bewusstsein der Gegenwart des Hl. Geistes, die abschließende Eucharistiefeier stand im Zeichen der Texte von Pfingsten. P. Ulrich Scherer wies scherzhaft darauf hin, wie schwer der Hl. Geist zu tragen sei, denn er hatte – der liturgischen Farbe von Pfingsten entsprechend – das an Gewicht schwere rote Messgewand zu benutzen. – Und da der Geist bekanntlich weht, wo er will, dürfe man gewärtig sein, dass sich einiges ändern werde.

Es geht um Vernetzung
Im Mittelpunkt des Interesses der UNIO steht derzeit die Netzwerkbildung anhand von Themen, die in verschiedenen Gruppen bearbeitet werden, wie der ganzheitlicher Heilungsdienst, zeitgemäße Verkündigung, die Zusammenarbeit mit „den Anderen“ oder auch Fragen einer Spiritualität der Ökologie. Solche Netzwerke sollen zunehmend Menschen einbeziehen, die keine Mitglieder der UNIO sind, aber ehrliches Interesse an den Inhalten haben. Die Dynamik einer übergreifenden Zusammenarbeit mit allen soll dadurch gestärkt werden – ganz im Sinne des Gründers, der „Zusammenarbeit“ als die göttlichste aller Gaben bezeichnete.

 

Text: Dr. Brigitte Proksch UAC
Foto: Pallottiner ©Josef Eberhard

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