Volk Gottes sein

Ein Mai-Appell für die Mitglieder der pallottinischen Unio von Maria Domke UAC aus Kanada

Was bedeutet es, Volk Gottes zu sein? In der Kirche? Für den heiligen Vinzenz Pallotti? Für uns als Mitglieder der Vereinigung des Katholischen Apostolats? Ich möchte den Ausdruck „Volk Gottes sein“ nehmen und über seine drei Komponenten nachdenken: „sein“, „Volk“, und „Gottes Volk“.

„Volk Gottes“ – Der Begriff „Volk“ ist ein sehr allgemeiner Begriff. Er bezieht sich nicht auf eine bestimmte Gruppe oder Nationalität. Er bezieht sich auf alle zusammen, als eins und in Einheit miteinander. Es gibt keine Unterscheidungen. Der heilige Paulus hat es deutlich gesagt: „Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, Sklaven und Freie, Mann und Frau. Denn ihr seid alle eins in Christus.“ (Gal. 3, 28).

„…die vormals kein Volk waren, jetzt aber das Volk Gottes sind“

Im Konzils-Dokument Lumen gentium, Art. 9, lesen wir: “Gott hat es aber gefallen, die Menschen nicht einzeln, unabhängig von aller wechselseitigen Verbindung, zu heiligen und zu retten, sondern sie zu einem Volke zu machen, das ihn in Wahrheit anerkennen und ihm in Heiligkeit dienen soll“. Weiter lesen wir: „Denn die, die wiedergeboren werden, … aus Wasser und Heiligem Geist, werden schließlich ‚ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, eine heilige Nation …, die vormals kein Volk waren, jetzt aber das Volk Gottes sind‘ (1 Petrus 2, 9-10)“. Wir sind von Gott erwählt. Deshalb gehören in der weltweiten Kirche alle dazu, unabhängig von ihrer Hautfarbe oder Nationalität.

Pallotti brachte dies in seine Arbeit in der Kirche ein. Alle waren einbezogen und eingeladen, an den Aktivitäten teilzunehmen, die den Glauben an und die Liebe zu Gott fördern sollten. Er glaubte, dass alle zum Leib Christi berufen sind und jeder die Talente und Gaben mitbringt, mit denen er vom Heiligen Geist ausgestattet wurde. Auf diese Weise würde der Leib Christi aufgebaut und gestärkt werden. Pallotti sagt uns: „Jeder Mensch auf dieser Erde muss tatkräftig um das ewige Heil seines Nächsten besorgt sein, soweit er es vermag, entsprechend seinem Stand und gemäß der Stellung, dem Rang, der Würde, den Talenten, dem Wissen, der Bildung, den Talenten, seinen Kontakten mit Menschen, dem Beruf und Handwerk usw. Denn wir haben jedes Gut von Gott, um es zur Ehre Gottes und zugleich zum Heil der eigenen Seele und des Nächsten einzusetzen.“ (OOCC IV, 173).

Wir sind berufen, Liebe zu sein

„Volk Gottes“ – Wir sind von Gott geschaffen. Als solche gehören wir zu ihm. Jeder von uns wurde von Gott geplant, bedacht und geliebt, als einzigartige Individuen. Wir sind nach dem Bild Gottes geschaffen, der die totale Liebe ist; Liebe, die geteilt werden muss und will, um Liebe zu sein. Wir sind berufen, Liebe zu sein. Pallotti sagt: „Gott hat uns nach seinem Bild und Gleichnis erschaffen, wie uns der Glaube lehrt. Aber Gott ist als unendlicher Urgrund die wesenhafte Liebe. Aber der Mensch, durch die Tatsache, dass er erschaffen ist, ist ein lebendiges Abbild der wesenhaften Liebe“ (OOCC IV, 307-308).

„Volk Gottes“ – In der Taufe werden wir „im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ mit Gott vereint und treten so in communio, in Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott. Wir werden Glieder der Gemeinschaft der Kirche, des Leibes Christi. Wir sind Teil der Kirche, nicht außerhalb von ihr, mit der gleichen Würde, den gleichen Rechten und der gleichen Verantwortung wie die, die andere Aufgaben in der Kirche haben. Alle werden gebraucht, damit der Leib wachsen, genährt werden und gedeihen kann. „Durch die Taufe der Kirche eingegliedert, werden die Gläubigen durch den Taufcharakter zur christlichen Gottesverehrung bestellt, und, wiedergeboren zu Kindern Gottes, sind sie gehalten, den von Gott durch die Kirche empfangenen Glauben vor den Menschen zu bekennen“ (Lumen gentium, Art. 11).

„Volk Gottes“ – Indem er seinen einzigen Sohn sandte, der sein Leben für uns alle gab, wurden wir erlöst und wieder in die Nähe des Gottes der unendlichen Liebe und Barmherzigkeit gebracht. Gott hat uns nicht uns selbst überlassen, sondern uns die Hand gereicht und seinen Bund mit der Menschheit erneuert. „Um den Willen des Vaters zu erfüllen, hat Christus das Reich der Himmel auf Erden begründet, uns sein Geheimnis offenbart und durch seinen Gehorsam die Erlösung gewirkt. … Dieser Anfang und dieses Wachstum werden zeichenhaft angedeutet durch Blut und Wasser, die der geöffneten Seite des gekreuzigten Jesus entströmten (vgl. Joh 19,34)“. (Lumen gentium, Art. 3). Pallotti schreibt: „Mein Gott, unendliche Liebe, unendliche Barmherzigkeit. Wie verliebt muss Du doch in den Menschen sein, dass Du ihm Deinen eingeborenen Sohn schenktest, der im Schoß einer Jungfrau durch das Walten des Heiligen Geistes Mensch ward. … Ja, mein Gott, Deine unendliche Barmherzigkeit sah unser Elend an und hatte immer Erbarmen mit ihm; zerstörte es und gab uns den wahren Reichtum: unseren Herrn Jesus Christus“ (Vinzenz Pallotti, Gott die unendliche Liebe, 22. Betrachtung). „Ewiger Vater … um deiner unendlichen Barmherzigkeit willen, um des heiligsten Geheimnisses deiner göttlichen Erlösung willen und um des kostbarsten Blutes Jesu Christi willen, das dein göttlicher Sohn für das Heil der ganzen Welt vergossen hat, … erbarme dich unser und entzünde in den Herzen aller die Flamme deiner göttlichen Liebe in alle Ewigkeit“.

Das Apostolat der Laien ist Teilnahme an der Heilssendung der Kirche

„Volk Gottes sein“ verlangt Handeln und Haltung. Es reicht nicht aus, dass wir in den Leib Christi hineingetauft sind, dass wir uns Christen nennen, wenn wir nicht nach dieser Gabe handeln. Das ist es, was Pallotti und die Kirche „Apostolat“ nennen. „Das Apostolat der Laien ist Teilnahme an der Heilssendung der Kirche selbst. … So ist allen Laien die ehrenvolle Aufgabe zuteil, dafür zu wirken, dass der göttliche Heilsplan mehr und mehr alle Menschen aller Zeiten und überall auf der Erde erreiche. Es soll daher auch ihnen in jeder Hinsicht der Weg offenstehen, nach ihren Kräften und entsprechend den Zeitbedürfnissen am Heilswirken der Kirche in tätigem Eifer teilzunehmen“ (Lumen gentium, Art. 33). Pallotti sagt das Gleiche mit folgenden Worten: „Wie wir nun Jesus Christus nachahmen müssen, welcher der Apostel des Ewigen Vaters ist, so muss folglich das Leben Jesu Christi, das sein Apostolat ist, das Vorbild des Apostolates jeden einzelnen sein. Wie wir alle berufen, ja verpflichtet sind, Jesus Christus nachzuahmen, so sind alle gemäß ihrer Stellung und ihrem Stand zum Apostolat berufen“ (OOCC III,142).

Eine Posaune des Evangeliums

In Camaldoli schrieb Pallotti 1839 in seiner „Erklärung über die Natur der Gesellschaft“: „Das Katholische Apostolat soll in der Kirche Jesu Christi allezeit wie eine Posaune des Evangeliums sein, die alle ruft und alle einlädt und den Eifer und die Liebe aller Gläubigen, jeden Standes, Ranges und jeder Stellung weckt. … damit alle zu jeder Zeit wirksam und ununterbrochen an der Vertiefung, Verteidigung und Verbreitung der Liebe und des katholischen Glaubens mitwirken“ (vgl. OOCC I, 4-5).

Wir in der Vereinigung des Katholischen Apostolats sind wahrlich gesegnet. Wir sind nicht nur in den Leib Christi hineingetauft und gehören zu Gott, sondern wir sind auch dankbar für große Vorbilder, an denen wir uns orientieren können: Jesus Christus, der Apostel des Ewigen Vaters; Maria, die Königin der Apostel, die uns gezeigt hat, wie wir Apostel sein und Christus nachfolgen können; und der heilige Vinzenz Pallotti, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, so viel Menschen wie möglich in die eine Herde zu bringen und an der Sendung der Kirche teilzunehmen, die Menschen zu Christus und Christus den Menschen zu bringen.

Wir fragen uns: Was bedeutet es, ein Mitglied des „Volkes Gottes“ zu sein? Wie wirkt sich dies auf die Art und Weise aus, wie wir in unserer Umgebung leben und mit anderen zusammenarbeiten?

Maria Domke UAC
Edmonton, Kanada

Quelle: Apostel heute, Monatliche Reflexion für die Mitglieder der UNIO im Mai 2023, Hrsg.: Union des Katholischen Apostolats (Pallottinische Unio), Rom. Bild: 4th Life Photography adobe stock.

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