Als Missionarin auf Zeit in Ruanda

12 Monate mitgelebt, mitgearbeitet, mitgebetet und Brücken gebaut

MaZ mit den PallottinerInnen in Ruanda

Muraho! Hallo!

Mein Name ist Mathilde, ich bin 19 Jahre alt und vor zwei Wochen kehrte ich von meinem einjährigen internationalen Freiwilligendienst in Ruanda zurück. Diese 12 Monate kann ich auf jeden Fall als die prägendste Zeit meines Lebens beschreiben. Ich schwelge immer noch in wunderschönen Erinnerungen.
Gemeinsam mit meiner Mitfreiwilligen Jovana habe ich in Masaka, einem Vorort der Hauptstadt Kigali, bei den Pallottinerinnen mitgelebt, mitgearbeitet, mitgebetet und allgemein „Brücken gebaut“. So lautet auch das MaZ-Motto.

Doch was bedeutet MaZ überhaupt? Die Abkürzung steht für „MissionarIn auf Zeit“. Dieser Begriff klingt auf den ersten Blick sehr altmodisch und fromm. Tatsächlich steckt hinter dem Programm aber eine moderne und allumfassende Mentalität. Missionarin auf Zeit zu sein bedeutet für mich aus dem gewöhnten Alltag auszubrechen, mich auf den Weg zu machen, Menschen zu begegnen und mit ihnen in direkten Austausch zu treten. Das kann ein religiöser, aber auch ein kultureller oder freundschaftlicher Austausch sein.
Ich persönlich bin katholisch und habe durch das Leben mit den Schwestern und die ruandische Kultur, zum Beispiel durch wunderschöne Messen, ein neues Verständnis meines Glaubens gewonnen. Allerdings muss man nicht christlich sein um mit Pallotti-MaZ auszureisen.

Wanderung mit Aussicht in Ruanda

Schon lange vor meinem Abitur hatte ich den Traum, nach Ostafrika zu gehen und dort für einige Zeit zu leben und zu arbeiten. Vor allem wollte ich in Gemeinschaft mit Menschen aus Ruanda wohnen und das alltägliche Leben und die Kultur vor Ort erfahren. Deshalb hat mich das MaZ-Programm der Pallottinerinnen und Pallottiner angesprochen.
Für ein Jahr war ich Teil der Schwesterngemeinschaft, die eine gute Basis für das alltägliche Leben geschaffen hat. Jeden Tag habe ich dort in einer Vor- und Grundschule gearbeitet, vieles gelernt und mich persönlich entfalten können. Ich habe in den Klassen ausgeholfen, Kinder mit Behinderung betreut und Freizeitaktivitäten und Musikunterricht für etwas ältere Kinder angeboten. Jeden Tag bin ich mit den Aufgaben gewachsen und die Kinder kamen mir mit ihrer Neugierde, Begeisterung und kecken Kommentaren und Überraschungen entgegen.

Das MaZ-Jahr ist ein von Weltwärts geförderter entwicklungspolitischer Freiwilligendienst. Das heißt, der persönliche Reifungsprozess und die eigenen Erfahrungen werden auf jeden Fall befördert. Jedoch gibt es auch eine Erwartungshaltung mit der man ausreist oder ausgesendet wird.

I am free
Waschtag
Pause mit Ausblick
Starkes Küchenteam in Kigali (Rwanda)
Es gibt immer etwas zu tun
12 Monate als Teil einer Schwesterngemeinschaft in Ruanda
Ein Jahr Vorbereitung - ein Jahr Auslandseinsatz
Missionarinnen auf Zeit

Was Entwicklungspolitik wirklich heißt und viele andere wichtige Dinge wie Kulturschock, Umgang mit Konflikten und Heimweh habe ich zusammen mit meinem MaZ-Jahrgang bei mehreren Vorbereitungsseminaren gelernt. Dies war sehr wichtig und hilfreich, denn während des Jahres konnte ich mich immer wieder darauf zurückberufen und mich an Rollenspiele, Grafiken und selbst gesetzte Ziele erinnern.
Das hat mir in schwierigen Zeiten sehr geholfen, genauso wie meine Mitfreiwillige und die herzlichen Schwestern in Masaka, mit denen man immer spaßen und reden konnte. Wenn es mal schwierige Zeiten gab, habe ich sie schnell überbrücken können und bin daran gewachsen.

Am Ende des Jahres bin ich schweren Herzens ins Flugzeug gestiegen.
Ruanda war ein Ort geworden, an dem ich mich zu Hause fühle und an dem ich mich willkommen bin. Natürlich war dieses Gefühl nicht von Anfang an da und hat etwas Zeit gebraucht. Als ich mich jedoch an das alltägliche Leben und an die erst fremden sozialen Normen gewöhnt habe, hatte ich bereits enge Freundschaften geknüpft und mich mit vielen Menschen austauschen können, die mir beim Gewöhnungs- und Integrationsprozess viel geholfen haben.

MaZ Einsatzort: Ruanda

In meiner Freizeit war ich mit meiner Mitfreiwilligen Jovana unterwegs, habe Freunde getroffen und bin regelmäßig zu Proben meines Chores gegangen, dem ich nach einigen Monaten beigetreten war.

Ich habe viele Feste mitfeiern dürfen, Messen gesungen, Familien kennengelernt und eng mit Menschen zusammenarbeiten dürfen. Jetzt weiß ich, wie ich die leckersten Pommes oder „special omelette“ kochen kann, wie ich Wäsche ganz schnell mit der Hand wasche und wie man am besten eine Gruppe von 40 Kindern zum Vokabeln abschreiben motiviert.

Diese Momente trage ich in meinen Erinnerungen mit mir und blicke mit größter Dankbarkeit darauf zurück.

Bericht & Bilder: Mathilde Franc

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