Auch aus diesem Heft:

Antisemitische Anschläge auf jüdische Einrichtungen oder Diskriminierung jüdischer Personen sind in unserem Land immer noch eine sehr sensible Angelegenheit.

Zwei Feste, die Juden und Christen verbinden

In jeder Religion gibt es unterschiedliche Feste, die mit Erinnerungen, Ritualen und Bräuchen ihres Glaubens verbunden sind. Das Christentum hat seine Wurzeln im Judentum, deshalb sind zwei wichtige Feste der beiden Glaubensgemeinschaften aufeinander bezogen und miteinander verbunden.

Am deutlichsten zeigt sich eine Gemeinsamkeit zwischen dem jüdischen Pessachfest und dem christlichen Osterfest. Jedes Jahr lesen wir in der Karwoche die Geschichte vom Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Sie feierten wie alle Juden gemeinsam das Pessachfest, eines der drei großen Wallfahrtsfeste der Juden. Zu diesem Fest kamen jedes Jahr viele Pilger nach Jerusalem, um im Tempel zu beten und zu opfern.

Das Pessachfest erinnert die Juden an den Auszug aus Ägypten. Sie erzählen sich die Geschichte, wie Gott sie aus der Knechtschaft befreit hat und mit ihnen durch die Wüste gezogen ist. Damals haben sie ein Lamm geschlachtet, sein Blut an die Türpfosten ihrer Häuser gestrichen, damit der Todesengel, der alle Erstgeborenen der Ägypter erschlug, an ihnen vorbei ging. Und vor dem Aufbruch haben sie noch ein letztes Mahl miteinander gegessen, um sich für den kommenden Weg zu stärken. In der Thora, den fünf Büchern Mose, wurde aufgeschrieben, dass sie zur Erinnerung jedes Jahr ein Fest feiern sollen. Das ist der Ursprung des Pessachfestes der Juden bis heute.

Jesus als Opferlamm

So saß auch Jesus mit seinen Jüngern zum Pessachmahl zusammen. Es war das letzte Mal, dass sie gemeinsam gegessen haben und sich an das befreiende Handeln Gottes erinnerten. Aber dieses Mahl bekam eine besondere, eine neue Deutung. Die Worte Jesu, die er bei diesem Mahl zu seinen Jüngern sprach, konnten sie erst nach der Begegnung mit dem Auferstandenen richtig verstehen. Nun deuteten sie Jesus als das Opferlamm, er hat sein Blut vergossen und rettet uns damit vor dem endgültigen Tod. Das Brot, das er mit ihnen geteilt hat, ist sein Leib, damit verbindet und stärkt er die Gemeinschaft der Jünger, so gehören sie zum Leib Christi und sind bereit, ihm nachzufolgen.

Die neue Botschaft war nun, dass Gott nicht nur aus der Knechtschaft in dieser Welt befreit, sondern er verspricht ein Leben über den Tod hinaus. Und so entwickelt sich aus dem jüdischen Pessachfest das christliche Osterfest und die Eucharistie.

Shawuot wird sieben Wochen nach Pessach gefeiert. Es war, solange der Tempel in Jerusalem stand, ein weiteres Wallfahrtsfest, bei dem aus allen Teilen Palästinas und dem römischen Reich jüdische Pilger nach Jerusalem kamen. Shawuot ist das Fest der Offenbarung. Die Juden erinnern sich daran, dass Gott ihnen die zehn Gebote gab und damit auch einen Bund mit dem Volk Israel geschlossen hat. (Ex 24,1-8). An diesem Fest werden die zehn Gebote vorgelesen und die Thora studiert, um die Worte Gottes zu verstehen und zu reflektieren. Daraus soll dann ein gerechtes, gottgefälliges Verhalten gelebt werden.

Als die Jünger zu diesem Fest in Jerusalem zusammenkamen, so lesen wir es in der Apostelgeschichte, kommt der Geist Gottes zu ihnen und erfüllt sie mit seiner Kraft und Stärke. Die Menschen in Jerusalem, die verschiedene Sprachen sprechen, können plötzlich die Botschaft der Jünger verstehen. Petrus tritt öffentlich auf und verkündet, dass nun ein neues Gesetz gilt und ein neuer Bund zwischen Gott und allen Menschen in Jesus Christus geschlossen wurde. Damit ist die erste Offenbarung nicht aufgehoben, sondern vollendet. Wir Christen nennen dieses Fest Pfingsten und für uns ist es die Geburtsstunde der Kirche.

Im Laufe der Zeit haben sich die Feste des Christen- und Judentums auseinanderentwickelt und so haben wir die Verbindung von Pessach und Shawuot mit Ostern und Pfingsten vergessen. Es lohnt sich dessen wieder bewusst zu werden, denn der neue Bund in Jesus Christus ist ohne den alten Bund des Volkes Israel nicht denkbar.

Gertrud Brem

Bild: KNA

Hier finden Sie weitere Artikel aus "das zeichen"

Es ist erwiesen, dass der Geruchssinn im Mutterleib als erster Sinn ausgebildet wird. Dadurch findet das Baby nach der Geburt den Weg zur mütterlichen Brust.
Ein bullernder und wärmender Kohle-Ofen kann eine Wohnung in Duftrausch versetzen und weckt Erinnerungen an die Kindheit.
Antisemitische Anschläge auf jüdische Einrichtungen oder Diskriminierung jüdischer Personen sind in unserem Land immer noch eine sehr sensible Angelegenheit.
Viele machen in dem französischen Wallfahrtsort heilsame Erfahrungen, weil sie getröstet und verändert in ihren Alltag zurückkehren.
Große und kleine Wunder kommen völlig unverhofft daher – in Ausnahmesituationen wie auch im Alltag.
Zu viele Bindungen lösen sich auf, weil die Liebeserweise nachlassen und im Alltagstrott zerrieben werden. Das wäre vermeidbar, wenn sich beide Partner an einfache Regeln halten würden.
Mit Schwester Kreszentia auf Schritt und Tritt Sebastian Kneipps Spuren in Bad Wörishofen, dem Zentrum seines Wirkens folgen.
Hildegard von Bingen war Heil- und Pflanzenkundige, Äbtissin, Visionärin, Ratgeberin. An Rhein und Nahe kommt man ihrer spannenden Persönlichkeit näher.
Ein Garten ist nicht immer ein Ort des Lebens und der Freude. Jesus selbst hat in so einem Garten gebetet: Der Garten Getsemani ist seither Inbegriff des Gebets in der Angst.
Eine Flucht vor der Welt darf der Glaube nicht sein. Er muss dem Leben dienen, dem Wert des Lebens.
Als Hedwig Faber mit vierzig Jahren eine Tochter bekommt, bringt man das kleine Mädchen sofort weg. Keiner sagt der weinenden Wöchnerin, was los ist.
„Zeichen seiner Nähe“, so überschrieb vor 45 Jahren die Zeitschrift „Katholisches Apostolat (KA)“ einen ganzen Jahrgang, Damit sollten die Sakramente erklärt werden. Das ist auch die Absicht des folgenden Beitrags.
Wenn sie die Tauf- und Kommunionkerze ziert, dann ist sie ein Zeichen für den Anfang und den Aufbruch, für Freude und Friede, für Sehnsucht und Weite: Die Taube ist das Zeichen von Gottes Geist, der weht, wo er will.
„Jedem Tierchen sein Pläsierchen“, sagt man, wenn jemand ein befremdliches Benehmen an den Tag legt. Man will zum Ausdruck bringen, dass jeder so handeln, sich so verhalten darf, wie er es für richtig hält. Aber es gibt Grenzen.
Theologen und Journalisten sind auf der Suche nach der Wahrheit.
Gehört das Herrenmahl zum Herrentag? Zur Zeit der Corona-Pandemie wurde von vielen Christen die Einschränkung der sonntäglichen Eucharistiefeier als schmerzlich empfunden.
Wie geht die Stadt Jerusalem damit um, dass es drei freie Tage geben müsste: den Freitag der Muslime, den Sabbat der Juden, den Sonntag der Christen?
Die Corona-Pandemie wird als eine Belastung für alle empfunden. Genauso umfassend ist die Hoffnung auf Befreiung. Das weckt Gedanken an die Erbsünde und das verheißene Heil.
Das höchste Gut sei die Gesundheit, sagt man. Aber stimmt das? Worauf kommt es im Leben noch an? Versöhnung zum Beispiel.
Es ist kein Zufall, dass das Wort Noviziat, also die Ausbildung zum Ordensmann oder zur Ordensfrau, von dem Wort novus (lateinisch: neu) abgeleitet ist. Der Weg in einen Orden ist ein Weg in eine völlig neue Lebensweise.
Es beginnt manchmal damit, dass man ein Bein aus dem Bett schwingt und sich erhebt. Der Tag beginnt. Was er bringt und zu welchen neuen Ufern er sich bewegt, ist noch ungewiss. Jeder Tag ist daher ein Wagnis.
Was für ein Wunder! Was für ein Abbild der Liebe! Ein Mensch, neu geboren, zart und klein und doch schon vollkommen. Von Gott geliebt. Was für eine Würde. Von Anfang an.
Wir Menschen leben von der Begegnung mit anderen Menschen. Erst in dieser Begegnung mit dem Du spüren wir, was es bedeutet, wenn wir Ich sagen. Die größte und tiefste Begegnung, die wir Menschen erleben können, ist die Begegnung mit dem ewigen Du, mit Gott.
Hat es uns Jesus nicht schon immer gesagt? Hört auf, lange Quasten an den Gewändern zu tragen, die ersten Plätze einzunehmen und euch Rabbi nennen zu lassen. Und trotzdem erliegt die Kirche immer wieder der Versuchung der Eitelkeit. Nur: Wenn die Kirche nicht dient, dient sie zu nichts.
Diese Szene steht jedem Christen vor Augen: Jesus vor Pilatus. Im Verhör. Der zum Tode Verurteilte trotzt der Weltmacht: „Warum schlägst du mich?“, fragt Jesus und zeigt damit den schmalen Grat zwischen Demütigung und Hochmut auf. Der Gequälte leistet keinen Widerstand, aber er verliert auch nicht seine Selbstachtung. Das ist Jesu Demut.
Wissen die Menschen der Wegwerf-Gesellschaft noch zu schätzen, was sie essen, und was sie kaufen können?
Gott ist kein kleinkarierter Buchhalter, der nach einem fein säuberlich geführten Konto mit uns abrechnet.

Das könnte Sie auch interessieren

Mitreden, Mitmachen, Mithelfen!

In Kontakt bleiben. Kostenlos 12 x pro Jahr!

Pallotti per Post: 4 x im Jahr kostenlos!

Impulse in Büchern, CDs, Whitepapers u.v.m

Öffnen Sie sich Räume

Gemeinsam die Welt verändern!