Auch aus diesem Heft:

Viele machen in dem französischen Wallfahrtsort heilsame Erfahrungen, weil sie getröstet und verändert in ihren Alltag zurückkehren.

Wunder gibt es immer wieder

So vieles planen wir voraus, machen Checklisten und wollen unsere Zukunft vorherbestimmen. Doch große und kleine Wunder lassen sich nicht vorhersagen. Sie kommen völlig unverhofft daher – in Ausnahmesituationen wie auch im Alltag.  

Ein Mann steht mit Tränen in den Augen vor der Kamera. Umgeben ist er von den Schäden, die die furchtbare Überschwemmung in seiner Stadt verursacht hat. Er räumt die Trümmer seines Hauses weg und erzählt, dass dabei sein Ehering abhandenkam. Er war in dem Schmutz und dem Durcheinander unwiederbringlich verloren. Und dann einen Tag später blinkt ihn aus dem Schlamm etwas an.  Es ist sein Ehering, den er nun mit zittrigen Händen zeigt. Er sagt „das ist ein Wunder“, denn der Ring symbolisiert für ihn mehr als nur ein Stück Goldreif am Finger, an ihm hängen die langen Jahre seiner Ehe. Ihn zu verlieren in diesem ganzen Chaos war wie ein schlechtes Omen, ihn wiederzufinden ein Zeichen der Hoffnung gegen die Resignation, dass nun alles verloren ist. Für den Mann ist das Auffinden seines Eherings ein Wunder, etwas, womit er niemals gerechnet hat. Solche kleinen, manchmal auch großen, wunderbaren Ereignisse geschehen öfter als wir glauben. Manches ist nicht erklärbar, ist überraschend oder gegen alle logischen Überlegungen und gerade deswegen beeinflusst es oft unsere Sicht auf unser Leben.

Da fährt eine Frau mit ihrem Auto unter einer Brücke durch, aus der sich einige Minuten später riesige Betonbrocken lösen und auf die Straße fallen. Ihr wird bewusst, dass sie schwerverletzt oder getötet hätte werden können.

Da ärgert sich jemand, dass er den Zug versäumt hat und damit zu spät zu einem wichtigen Termin kommt und erfährt zwei Stunden später, dass dieser Zug entgleist ist und es viele Verletzte und Tote gibt. Jetzt feiert er jedes Jahr seinen zweiten Geburtstag. Da hat ein Ehepaar die Hoffnung auf ein Kind schon lange aufgegeben und dann wird die Frau wider Erwarten doch noch schwanger und bekommt ein gesundes Kind.

Das Leben neu überdenken

Da überlebt jemand einen Unfall und wird trotz aller gegenteiliger Prognosen wieder gesund. Die Liste dieser Wunder kann sicher jeder mit eigenen Erfahrungen in seiner näheren Bekanntschaft ergänzen. Ich glaube, viele Menschen können von Wundern erzählen, von Situationen, die nicht planbar waren und von Ereignissen, die eigentlich anders hätten ausgehen müssen und die sich wie durch ein Wunder zum Guten gewendet haben. Glück gehabt sagen die einen, Zufall nennen es die anderen, doch diejenigen, die an Gottes Wirken in der Welt glauben, nennen es Wunder. Denn es war so nicht in der eigenen Lebensplanung vorgesehen, damit konnte man nicht rechnen und manchmal wirft es einen direkt aus der Bahn. Aber man erlebt es immer als ein unverdientes Geschenk. Es bereichert das Leben, es heilt seelische oder körperliche Wunden, es lässt Innehalten und das Leben neu überdenken. Für manche ist es sogar ein Auslöser, das eigene Leben radikal zu ändern.

Ein Hoffnungszeichen

Weil man es sich nicht erklären kann, weil es nicht vorhersehbar ist und keineswegs planbar, nennen es die meisten, denen so etwas geschieht, ein Wunder. Es ist ein Hoffnungszeichen, dass Gott in jedes Leben hineinwirken kann und dass der Glaube daran auch eine Veränderung bewirkt. Manchmal findet Gottes Wirken den Weg auch durch Enttäuschung und Resignation hindurch und öffnet wunderbar wieder neue Lebensperspektiven.

Wer so ein Wunder in seinem Leben erlebt hat, erzählt davon, und damit gibt er anderen die Hoffnung, dass auch ihnen Gott in ihrem Leben beisteht und heilen kann, was unheilbar scheint.

Wie heißt es in dem Lied von Katja Ebstein: „Wunder gibt es immer wieder. Wenn sie dir begegnen, musst du sie auch sehen.“ Und vielleicht ist es das, was wir wirklich lernen können.

Gertrud Brem

Bild: bravestatements / AdobeStock

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