
„Darf’s ein bisschen mehr sein?“
Beim Dankfest der Pallottiner in Limburg wurde Gottes Fülle im Leben der Jubilare sichtbar
Zweimal im Jahr feiern Pallottiner ein besonderes Dankfest. Einmal im Norden und einmal im Süden. Am Dreifaltigkeitssonntag 2026 blickten die Jubilare im Limburger Missionshaus auf eine erfüllte Lebenszeit zurück, die sie in die Nachfolge ihres Gründers, des heiligen Vinzenz Pallotti, gestellt haben. Seine Profession war es, den christlichen Glauben sowohl bei Katholiken als auch bei Nichtchristen zu entfachen: Ein jeder solle mit den ihm gegebenen Fähigkeiten im Dienst an den Menschen die Liebe Gottes erfahrbar machen.
In diesem Jahr galt die Ehrung dreizehn Männern, deren Lebensleistungen unter starker Beteiligung von Gläubigen aus der Region vom Vizeprovinzial Pater Björn Schacknies gewürdigt wurden.
„Heute hört man kaum noch in der Metzgerei: ‚Darf’s ein bisschen mehr sein?‘ – Ja, es darf. Wenigstens dann, wenn es nichts kostet“, leitete der Laudator seine Lobrede ein und fügte hinzu: „Denn der biblische Gott ist mehr, als wir uns erdenken können. Er ist in unserem Leben mehr gegenwärtig, als wir wahrhaben wollen.“ Er habe sich in seiner Menschwerdung neben die Menschen gestellt und sich ihnen zugewendet. Den Jubilaren, die ihr ganzes Leben auf ihn gebaut haben, sei er allgegenwärtig, eingebettet in ihre Biografie. „Mit dieser Erfahrung haben sie Gott ein Gesicht gegeben, ein jeder mit seiner Persönlichkeit, in seiner Eigenart und Verschiedenheit, die sie in der Gemeinschaft des Apostolats zusammengeführt hat. Sie haben den Menschen von der Dreifaltigkeit Gottes Zeugnis gegeben“, betonte Pater Schacknies.
Der Vizeprovinzial ging auch auf die 1890 von Limburg ausgehende Sendung nach Kamerun ein, was erst zu einer eigenen Pallottinerprovinz hier in Deutschland geführt habe. Mission bedeute nicht, erst dann zu ruhen, bis jeder Mensch bekehrt sei, und schon gar nicht, dazu möglichst hohe Zahlen zu generieren. Mission bedeute, jedem Menschen zu vermitteln, dass jeder, so wie er ist, gewollt, geliebt und gebraucht werde und Teil einer großen Gemeinschaft sei.


Die Jubilare
Geehrt wurden: Pater Herbert Federspiel (86) aus Fraulautern im Saarland, der vor 60 Jahren zum Priester geweiht wurde. Er war Erzieher im Internat in Rheinberg, in der Jugendarbeit und Seelsorge im Haus Wasserburg (Vallendar) und Olpe, in der Beichtseelsorge der Limburger St. Annakirche, Exerzitienbegleiter und Seelsorger in Genthin, Hofstetten (Oberpfalz) und im Limburger Kloster Marienborn.
Pater Eckhard Kücking (86) stammt aus Göttingen. Nach der Priesterweihe vor 60 Jahren war er Kaplan in Oberhausen, Erzieher in Rheinbach, Rektor und dann Vizeprovinzial in Limburg sowie Pfarrer in Erfurt und Genthin. Außerdem war er Beichtseelsorger in Wiesbaden.
Pater Georg Neumann (91) stammt aus Seitendorf in Schlesien und wurde nach Norddeutschland vertrieben. Nach seiner Priesterweihe vor 65 Jahren wurde er in die Mission nach Kanada entsandt. Dort war er zunächst Lehrer, dann Pfarrer in Calgary und Edmonton, dort viele Jahre auch Seelsorger der deutschen Gemeinde.
Seine Goldene Priesterweihe feierte Pater Arthur Pfeifer (77) aus Wegeringhausen/Sauerland. Er war in der Jugendarbeit am Haus Wasserburg (Vallendar) eingesetzt, dort auch Rektor, bildete sich unter anderem in Bibliodrama weiter, war Mitglied der Provinzleitung und Pfarrer in Wiesbaden und arbeitet im Geistlichen Zentrum Haus Wasserburg mit.
Vor 70 Jahren trat Pater Josef Königer (97) bei den Pallottinern ein. Der Senior, der in Untermarbach bei Freising das Licht der Welt erblickte, besuchte als junger Mann das Bischof-Vieter-Kolleg der Pallottiner in Limburg. Er war Kaplan in St. Marien Limburg, dann in Wien, Pfarrer in Kassel, Rheinbach und Ebersberg. Ab seinem 75. Geburtstag war er in der Seelsorge und Beichtseelsorge im und vom Pallottihaus Freising tätig.
Pater Hermann Sackarend (87) aus Münster ist seit 65 Jahren Pallottiner. Er war Erzieher in Rheinbach, danach im Team der Volksmissionare, versah Beicht- und Pfarrseelsorge in Wiesbaden und war Pfarrer in Bad Zwischenahn.
Pater Benno Schator (89) aus Regerteln in Ostpreußen wurde nach Bad Breisig vertrieben. Auch er legte vor 65 Jahren seine Profess ab. Er war Kaplan in St. Marien Limburg, Erzieher in Rheinbach sowie Pfarrseelsorger in Olpe, Kälberau und Hamburg.
Pater Josef Wirfler (89) stammt aus Langendernbach und ist seit 65 Jahren Pallottiner. Auch er war Erzieher in Rheinbach, Pfarrer in Olpe, dann in Völklingen/Saar.
Bruder Hermann Michels (90) aus Steiningen/Eifel ist gelernter Melker und Landwirt, der vor 65 Jahren zu den Pallottinern kam. Seine Einsätze waren zunächst in Limburg, dann auf dem Albrechtshof bei Bendorf. Ab 1973 war er vier Jahrzehnte in Südafrika an drei verschiedenen Orten unter anderem als Tabakpflanzer und Landwirt aktiv.
Vor 50 Jahren hat Pater Alexander Holzbach (72) aus Herschbach/Westerwald seine Profess abgelegt. Er besuchte das Bischof-Vieter-Kolleg, war in Rheinbach und Kaplan in St. Marien. Von 1987 bis 2020 war er als Redakteur der Pallottinerzeitschriften tätig. Er war Rektor in Limburg, dann in Friedberg und ist es jetzt wieder in Limburg.
Pater Willi Landwehr (75) aus Solingen war zunächst Priesteramtskandidat der Diözese Köln und wechselte vor 50 Jahren zu den Pallottinern: Er war Kaplan in Vallendar, dann in Oberhausen und in der Fördererpastoral tätig. Seine weiteren Stationen: Pfarrseelsorge in Limburg, Rheinbach als Pfarrer und Bad Zwischenahn. Seit 2020 ist er Vizerektor in Limburg.
Auch Pater Leo Wiszienwsky (73) aus Müden/Mosel ist seit 50 Jahren Pallottiner. Er besuchte das Bischof-Vieter-Kolleg und war Aspirantenpräfekt und Kaplan in Limburg-Linter. Es folgte Berufungspastoral von Haus Wasserburg aus. Danach war er Rektor an der Hochschule in Vallendar, Pfarrer in Neuenkirchen/Saar, dann in Rheinbach, Rektor in Limburg und ist jetzt Pfarrer in Bad Zwischenahn.
Vor 25 Jahren hat Bruder Robert Leibig (84) aus Schifferstadt seine Profess abgelegt. Nach Wiedereintritt und Noviziat war er Koch und Küster in Kälberau, dann in Rheinbach stationiert.

Bericht und Fotos: Dieter Fluck
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