„Ich bin immer bei euch, jeden Tag, bis zum Ende der Welt“
Ein Reflexionsimpuls zum „Jubiläum der Katecheten“ von Daiane da Paz aus Brasilien
Es ist für mich praktisch unmöglich, über den Dienst des Katecheten zu sprechen, ohne eine Parallele zum Leben und Werk unseres Gründers, des heiligen Vinzenz Pallotti, zu ziehen, der bereits 1835 „aufgrund einer göttlichen Eingebung beschloss ein Werk zu gründen, in dem alle Glieder des Gottesvolkes vereint an der evangelisierenden Sendung der Kirche teilnehmen können“.
In einer Zeit, da man der Auffassung war, dass Evangelisierung eine Aufgabe war, die ausschließlich dem Klerus und den Ordensleuten vorbehalten war, war Pallotti überzeugt, dass das „neue Gebot“ der Liebe (vgl. Joh 15,12-15) alle Getauften ruft, sich für das Heil des Nächsten wie für das eigne Heil aktiv einzusetzen. Die Liebe ist deshalb für Pallotti der Bewegrund eines jeden, der im Apostolat mitarbeiten will, Nachfolge Christi und Teilnahme an seiner Sendung sind untrennbar. So wie alle zur Nachfolge berufen sind, so haben alle eine apostolische Verpflichtung.
Und inmitten all dieser sozialen, politischen und spirituellen Krisen seiner Zeit erkannte Pallotti, dass alle Getauften berufen sind, „den Glauben unter den Katholiken wieder zu beleben, und die Liebe neu zu entzünden, um alle Menschen zur Einheit des Glaubens in Christus zu führen“. Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) bestätigte, dass alle, Klerus und Laien, zusammen und sich ergänzend, berufen sind, an der Heilssendung Christi und seiner Kirche teilzunehmen.
Die Kirche heute und die Aufgabe des Katecheten
Im Jahr 2021 hat Papst Franziskus den Dienst des Katecheten errichtet, um die Berufung von Laien, die sich der Katechese widmen, anzuerkennen und zu würdigen. Dieses Amt erkennt die Katechese als Berufung und nicht nur als eine Arbeit innerhalb der Kirche an und bekräftigt, was der heilige Vinzenz Pallotti schon zu seiner Zeit sagte. Laut Papst Franziskus sollen Katecheten Männer und Frauen mit tiefem Glauben und menschlicher Reife sein, die treu mit der Kirche bei der Evangelisierung und Weitergabe des Glaubens zusammenarbeiten und ständige Zeugen der Gegenwart Jesu unter uns sind.
Wir als Katecheten sind aufgerufen, diesem Ruf zu folgen, sowohl als Getaufte und als persönlich Berufene. Es ist notwendig, Wege zu suchen, um mit Mut und Kreativität „die Zeichen der Zeit“ zu lesen und zu deuten, auf die Herausforderungen der heutigen Zeit eine Antwort zu suchen, um Methoden und Wege zu finden, die geeignet sind, das Evangelium dieser neuen Generation, die uns in der Katechese anvertraut ist, zu verkünden.
Und was ist das Ziel der Katechese? Menschen auf ihrem Weg begleiten und ermutigen, um Jüngerin, Jünger, Jesu Christi zu werden; unseren Herrn und Meister kennenzulernen, auf seine Worte hören und sie befolgen, um in eine tiefe Freundschaft mit ihm hineinzuwachsen. Es gilt auch zu verstehen, dass man Christ nicht allein, als Einzelgänger, sein kann, sondern nur in der Gemeinschaft seiner Kirche.
Das Apostolat der Katecheten
Vorschläge für das Apostolat der Katecheten betonen, dass es ihre Aufgabe sei, alle, die den Glauben kennenlernen wollen, Katechumenen, Schülerinnen und Schüler, Studenten, usw. für einen Weg der Jüngerschaft zu sensibilisieren und sich nicht nur mit der Vorbereitung auf den Empfang der Sakramente zu begnügen. Es steht auch im Einklang mit den Worten Pallottis, der uns einlädt, in allem Jesus Christus nachzuahmen.
Als Jesus seine Jünger anweist, hinauszugehen und alle Völker zu Jüngern zu machen, versichert er ihnen: „Ich bin bei euch alle Tage, bis zum Ende der Welt“. Dieses Versprechen schenkt Trost und Sicherheit und spornt sie und auch uns heute an, seine Sendung fortzusetzen.
Katechet sein bedeutet, Menschen zu diesem Gott der unendlichen Liebe zu führen
Katechetin oder Katechet zu sein bedeutet viel mehr, als nur die Lehre der katholischen Kirche, die Gebote, die Sakramente und die Gebete zu vermitteln; es bedeutet, Zeugnis vom Glauben zu geben, den lebendigen Christus zu verkünden, der im Wort, in der Eucharistie und in der Gemeinschaft der Gläubigen gegenwärtig ist.
Nach Vinzenz Pallotti ist der tiefste Beweggrund göttlichen Handelns die unendliche Liebe. Deshalb findet der Mensch, der nach Gottes Bild und Gleichnis geschaffen ist, den Sinn seines Lebens nur dann, wenn er beständig die Liebe zu Gott und zu den Brüdern und Schwestern lebt.
So bedeutet Katechet zu sein, andere Menschen hin zu diesem Gott der unendlichen Liebe und Barmherzigkeit zu führen: zu ihm, wie wir im Großen Glaubensbekenntnis beten, dem allmächtigen Vater, dem Schöpfer aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge, zu seinem eingeborenen Sohn und zum Heiligen Geist; zu einer persönlichen Begegnung mit Jesus Christus, um so die Leere in jedem von uns zu füllen, die nur Gott füllen kann, wie Fjodor Dostojewski sagte.
Meine Berufung zur Katechetin
Meine Berufung zur Katechetin erfolgte Ende 2010. Während der Bekanntmachungen in der Pfarrei wurde ein Aufruf an alle gerichtet, die bei der Katechese mithelfen wollten. Ich spürte in meinem Herzen, dass dies die perfekte Gelegenheit war, Gott meine Dankbarkeit für das vergangene Jahr zurückzugeben. Aber ich hatte keine Ahnung, wie ich das anstellen sollte.
Voller Angst und Unsicherheit überredete ich meine beste Freundin, mich zu begleiten, da sie bereits Erfahrung als Katechetin hatte. Und so machten wir uns auf den Weg. Es dauerte nicht einmal drei Monate, bis sie wieder aussteigen musste, und ich blieb. So war ich davon überzeugt, dass Gott uns wirklich zu keinem Zeitpunkt allein lässt. Trotz der Schwierigkeiten und Herausforderungen, die im Laufe der Zeit auftauchten, bleibe ich meiner Berufung treu und bin mir immer mehr sicher, dass ich das für viele, viele Jahre sein möchte: Katechetin. Und diese Gewissheit wird jedes Mal erneuert, wenn ich Menschen treffe, die ich auf ihrem Glaubensweg helfen konnte und die sich nun in der Kirche engagieren und dort dienen und Zeugnis ablegen von ihrer persönlichen Begegnung mit Gott. Ich bin mir sicher, dass ich in diesen Aufgaben nicht allein bin. Und so frage ich Sie:
- Wie haben Sie in Ihrem Alltag die Gegenwart Jesu erfahren, insbesondere in schwierigen und entmutigenden Momenten?
- Hat das Leben und Wirken des heiligen Vinzenz Pallotti Sie dazu inspiriert, sich stärker für die Evangelisierung zu engagieren?
- In welchen Bereichen müssen Sie als Jünger(in) und Missionar(in) noch wachsen, um Ihr Amt in vollem Umfang auszuüben?
Und mit Worten aus Pallottis Gebet an Maria – der Königin der Apostel, vollkommenes Modell für das Apostolat eines jeden Gläubigen – schließe ich diesen Artikel, in der Hoffnung, dass Katecheten:
„Nicht aufhören zu beten, dass bald die eine Herde unter dem einen Hirten Jesus Christus vereint werde. So hoffen wir, den Himmel zu gewinnen und uns ewig jener Herrlichkeit zu erfreuen, die dein Sohn uns erworben und verheißen hat, Jesus Christus, der Apostel des ewigen Vaters. Amen”.
Daiane da Paz
União do Apostolado Católico Família Palotina Brasil
Quelle: Apostel heute, Monatliche Reflexion für die Mitglieder der UNIO im August 2025, Hrsg.: Union des Katholischen Apostolats (Pallottinische Unio), Rom. Übersetzung: Pater Wolfgang Weiss. Symbolbild: Von Katecheten vorbereiteter Gottesdienst im Norden Brasiliens (Copyright: José Wasensteiner).
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