Frieden als tägliche Nahrung daheim in Paraguay

Ein Reflexionsimpuls von Facundo Matias aus Paraguay

Frieden ist weder die Abwesenheit von Lärm noch ein diplomatischer Waffenstillstand zwischen fernen Nationen; Frieden ist in erster Linie eine Person: Jesus Christus. In diesem Jahr 2026 fordern uns die Kirche und die Gesellschaft dazu auf, den Frieden nicht als unerreichbare Utopie zu betrachten, sondern etwas wie ein Brotteig, der jeden Morgen im Herzen unserer Familien geknetet werden muss. Gottes Wille ist klar: Wir sollen einander lieben, wie Er uns geliebt hat. Ohne Liebe kein Friede. Wenn wir uns jedoch umschauen, stellen wir fest, dass der wahre Kampf um den Frieden nicht vor Gericht oder in Regierungen beginnt, sondern am Familientisch, inmitten der täglichen Hektik, zwischen der Wärme der Küche und der Müdigkeit der Arbeit.

In unserer paraguayischen Kultur bezeichnen wir uns gerne als gastfreundliche, friedliche und fromme Menschen. Stolz sagen wir: „Unser friedliches Volk.“ Doch wenn wir das Licht ausschalten und die Haustür schließen, entspricht das auch der Realität in unseren Familien? Oft wird der Hinterhof zu einem stillen Schlachtfeld. Der Frieden wird durch Ungeduld, finanzielle Not, Arbeitslosigkeit, durch Drogen und Alkohol bedroht und, besonders bei jungen Menschen, durch die Abhängigkeit von sozialen Medien, die sie isolieren. Frieden zu erwarten, ohne die familiären Verhältnisse zu heilen, bedeutet, ein Schloss auf Sand zu bauen.

Der heilige Vinzenz Pallotti hat uns mit unermüdlichem apostolischem Eifer daran erinnert, dass wir alle dazu berufen sind, in unserem jeweiligen Lebensstand Apostel zu sein. Heiligkeit und aktive Teilnahme an der Sendung der Kirche waren für ihn nicht einigen Auserwählten vorbehalten, sondern er sah in jedem Christen ein lebendiges Werkzeug der Liebe Christi. Voller Leidenschaft betet er: „Mein Jesus, mache mich zu einem wahren Apostel deiner unendlichen Liebe.“ Wenn wir im Jahr 2026 Apostel des Friedens sein wollen, müssen wir verstehen, dass unser erstes Missionsgebiet nicht die Straße oder die Kirche ist, sondern unsere eigene Familie.

Alltägliche Hindernisse für den Frieden in der Familie

Um dauerhaften Frieden zu schaffen, ist es unerlässlich, ehrlich die Ursachen zu erkennen, die ihn in unserem täglichen Leben zerstören.

Was raubt uns den Frieden im Familienleben?

Das erste große Hindernis ist mangelnde Kommunikation und Stolz. In vielen paraguayischen Familien hat sich ein falsches „opáma“ (schon zu spät, da kann man nichts mehr machen) eingenistet: ein bedrückendes Schweigen, in dem Kränkungen weder vergeben noch besprochen, sondern vergraben werden, bis irgendein Funke das Haus in Brand setzt. Wir hegen Groll wegen Kleinigkeiten, reagieren schroff aufeinander und lassen zu, dass Stolz uns daran hindert, drei Worte auszusprechen, von denen der heilige Papst Johannes Paul II. und Papst Franziskus gesagt haben, dass sie für Familien und nicht nur für sie nicht nur wichtig, sondern absolut notwendig sind: „Bitte“, „Danke“ und „Es tut mir leid“.

Das zweite Hindernis sind Stress und übermäßige Eile. Der Alltagstrott, der endlose Verkehr und finanzielle Belastungen zehren an unseren Nerven. Wir kommen erschöpft nach Hause und lassen unsere Frustration an den Menschen aus, die wir am meisten lieben. Wir vergessen, dass Frieden Ruhe und Geduld, aufmerksames Zuhören und Zärtlichkeit erfordert. Wie uns der heilige Paulus in seinem Brief an die Kolosser lehrt: „Bekleidet euch also, als Erwählte Gottes, Heilige und Geliebte, mit innigem Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Geduld! Ertragt einander und vergebt einander, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat! Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!“ (Kolosser 3,12-13).

Das dritte Hindernis ist die digitale Ablenkung. Wir verbringen Stunden damit, auf Bildschirme zu starren, alarmierende Nachrichten oder seichte Unterhaltung zu konsumieren, während der Mensch neben uns in Einsamkeit leidet. Wir haben die Gewohnheit verloren, gemeinsam einen Tereré (kalten Mate-Tee) am Nachmittag zu genießen, ohne ein Handy in der Hand zu halten, jenen heiligen Raum, in dem einst Großeltern und ihre Enkelkinder aufeinander hörten und die Weisheit des Lebens weitergaben.

Wie können Eltern ihre Kinder im alltäglichen Leben segnen?

Die Heilige Schrift zeigt uns, dass der Segen eines Vaters und einer Mutter eine schützende geistliche Kraft gegen das Böse besitzt. Der Segen ist keine bloße religiöse Formalität oder Aberglaube; er bedeutet, Gottes Schutz und seine wirkliche Gegenwart über das Leben eines Kindes anzurufen. Im Buch Numeri lesen wir das wunderschöne Gebet, das Gott Mose gelehrt hat: „Der HERR segne dich und behüte dich. Der HERR lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der HERR wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.“ (Numeri 6,24-26).

In der paraguayischen Tradition ist das Bitten um einen Segen („Segne mich, Mama“ oder „Segne mich, Papa“) seit jeher ein Symbol für Respekt und Glauben. Eltern segnen ihre Kinder jedoch nicht nur mit Worten oder durch das Zeichen des Kreuzes auf der Stirn. Sie segnen ihre Kinder im Wesentlichen durch die Beständigkeit ihres Lebens und das Zeugnis ihrer Liebe.

Es ist ein Segen für das Kind, wenn der Vater wertvolle Zeit mit ihm verbringt: Seinen Ängsten, Träumen und Misserfolgen zuzuhören, ohne voreilig eine Meinung zu äußern, ist eine höchste Form des Segens. Es ist ein Segen, wenn er seinem Ehepartner Treue und Respekt entgegenbringt. Das größte Geschenk und der größte Frieden, den ein Vater seinen Kindern geben kann, besteht darin, ihre Mutter in ihrer Gegenwart zu lieben und zu respektieren. Streit zwischen den Eltern belastet die Kinder ungemein. Es ist ebenso ein Segen, wenn Eltern für die Familie sorgen und Fehler eingestehen. Zu sehen, wie ein Vater oder eine Mutter einen Fehler demütig eingesteht, zerstört nicht ihre Autorität; im Gegenteil, es heiligt sie und lehrt das Kind den Wert der Wahrheit. Schließlich segnen Eltern ihre Kinder auch dadurch, dass sie für sie beten. Der heilige Vinzenz Pallotti verbrachte Stunden damit, für all die vielen, die seiner Sorge anvertraut waren, Fürsprache einzulegen. Eltern sollten die Priester ihres Zuhauses sein, jeden Abend mit und für ihre Kinder beten und sie der Muttergottes von Caacupé anvertrauen, damit sie sie vor den Gefahren der Welt bewahre. (Caacupé ist in Paraguay der bekannteste Wallfahrtsort zu Unserer Lieben Frau, der Jungfrau der Wunder.)

Die Mystik des heiligen Vinzenz Pallotti für den Frieden heute

Der heilige Vinzenz Pallotti verstand, dass Frieden nicht durch Verordnungen oder theoretische Abhandlungen erreicht wird, sondern durch die Erneuerung des menschlichen Herzens durch die Liebe. Für Pallotti spornt uns die Liebe Christi an (Caritas Christi urget nos). Eine Liebe, die kein vages Gefühl ist, sondern eine verwandelnde Kraft in den menschlichen Beziehungen.

Pallotti schrieb: „Gott ist Liebe, und alles, was nicht Liebe ist, kommt nicht von Gott.“ Wenn wir diesen pallottinischen Grundsatz auf unser Zuhause anwenden, müssen wir jedes Wort und jede Geste hinterfragen. Verbale Gewalt, Geschrei, Verachtung und Gleichgültigkeit kommen nicht von Gott und zerstören den Frieden.

Im Einklang mit dem Lehramt der Kirche erinnert uns der Papst daran, dass Frieden ein Geschenk Gottes, aber zugleich auch das „Werk unserer Hände“ ist. Wir müssen daran arbeiten, Tag für Tag, in der Werkstatt des eigenen Zuhauses. Der heilige Vinzenz Pallotti lädt uns ein, nicht auf perfekte äußere Umstände zu warten, um mit der Aussaat des Friedens zu beginnen. Inmitten von Mangel, Krankheit oder Prüfungen sorgt der Apostel Christi dafür, dass die Lampe der Hoffnung nicht erlischt, denn er weiß, dass seine Kraft nicht aus ihm selbst kommt, sondern aus der unendlichen Gnade Gottes.

Wenn eine paraguayische Familie am Abend gemeinsam den Rosenkranz betete, war es nicht nur eine gute, fromme Tradition; sie schützte ihr Zuhause vor Spaltung. Das Familiengebet wiederzuentdecken bedeutet, eine Quelle des Friedens wiederzufinden. Der heilige Vinzenz Pallotti forderte uns auf, den Glauben wiederzubeleben und die Nächstenliebe in jedem Lebensbereich neu zu entfachen. Gibt es einen besseren Ort, um die Nächstenliebe neu zu entfachen, als an unserem eigenen Familientisch?

Gebet für den Frieden in der Familie
(Inspiriert vom Geist des heiligen Vinzenz Pallotti)

Herr Jesus Christus, Fürst des Friedens und unendliche Quelle der Nächstenliebe:
Schau barmherzig auf unsere Familien.
Tritt ein in unsere Häuser und reiße die Mauern der Missverständnisse, des Stolzes und des Grolls nieder.
Gewähre uns die Gnade, die Wunden unserer Herzen zu heilen und einander vorbehaltlos zu vergeben.
Lehre die Eltern, durch ihr Vorbild, ihre Worte und ihre liebevolle Gegenwart ein Segen für ihre Kinder zu sein.
Gewähre den jungen Menschen die Weisheit, ihre Älteren zu ehren und nach der Wahrheit zu suchen.
Auf die Fürsprache der Muttergottes von Caacupé und des heiligen Vinzenz Pallotti mache unsere Häuser zu Schulen der Heiligkeit und zu Stätten des Friedens,
wo Du, der Du lebst und herrschst in alle Ewigkeit, immer weilen mögest. Amen.

Fragen zur persönlichen und gemeinschaftlichen Reflexion

Auf persönlicher und familiärer Ebene:

  • Welche Einstellungen, Worte oder persönlichen Laster rauben mir derzeit den Frieden in meinem eigenen Zuhause?
  • Nehme ich mir als Vater, Mutter oder Kind wirklich Zeit, meinen Lieben zuzuhören und für sie ein Segen zu sein, oder habe ich mich von Hektik und Technik vereinnahmen lassen
  • Besitze ich die nötige Demut, um Vergebung zu bitten, wenn ich im Unrecht bin, und um den aufgestauten Groll gegenüber meinem Ehepartner oder meinen Familienmitgliedern loszulassen?

Auf gemeinschaftlicher und apostolischer Ebene:

  • Sind wir in unserer Pfarrei oder Gemeinschaft wahre Förderer des Friedens und der Versöhnung, oder bringen wir den Klatsch und die Spaltungen der Welt in die Kirche?
  • Wie können wir, dem Vermächtnis des heiligen Vinzenz Pallotti folgend, konkret auf Familien in unserer Nachbarschaft zugehen, die unter Gewalt, Sucht oder Verlassenheit leiden?

Facundo Matias
Paraguay

Vater in Paraguay hilft seinen Töchtern bei den Hausaufgaben.

Quelle: Apostel heute, Monatliche Reflexion für die Mitglieder der pallottinischen UNIO im September 2026, Hrsg.: Union des Katholischen Apostolats (Pallottinische Unio), Rom. Übersetzung: Pater Wolfgang Weiss. Symbolbilder: Reparatur Jan-Schneckenhaus istock; Hausaufgaben Fernanda adobe stock.

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Apostel heute erscheint monatlich. Die Impulse stammen von Mitgliedern der pallottinischen Unio aus der ganzen Welt:

„Schenke mir deinen Frieden und hilf mir, Harmonie zu schaffen, die auf Gerechtigkeit und Nächstenliebe gründet“
Ohne Glauben, ohne Gottes- und Nächstenliebe kann es keinen Frieden geben
Der christliche Weg zum gerechten Frieden führt zu Christus
Bin ich mir meiner Mission in dieser Welt als Friedensstifter bewusst?
Als Apostel von heute sind wir aufgefordert, nicht nur über Frieden zu sprechen, sondern ihn auch zu leben
Wir haben als Christen in Europa eine besondere Verantwortung, Brücken in andere Teile der Welt zu bauen
Als Christen, als „Friedensstifter“, müssen wir darauf hinweisen, dass Krieg Probleme und Schwierigkeiten nicht löst, sondern verschlimmert
Ich erinnere mich daran, dass ich nach dem Besuch im Gefängnis, während ich auf den Bus wartete, geweint habe. Dieser Kontakt hat mein Leben geprägt
Ich denke oft, dass der Chor ein lebendiges Bild der christlichen Gemeinschaft ist
„Jubiläum der Welt der Bildung“ mit dem Thema: “Lasst die Kinder zu mir kommen”
Impulse im Missionsmonat Oktober: Pallottinische Missionszeugnisse, die ein Zeichen der Hoffnung darstellen
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden
Katecheten sollen Männer und Frauen mit tiefem Glauben und menschlicher Reife sein
Johannes Paul II. ist nach wie vor eine Inspiration für junge Menschen
Im Heiligen Jahr ist am 23. und 24. Juni das Jubiläum der Seminaristen, es ist eine Zeit der Erneuerung
Einladung, sich vom Heiligen Geist führen zu lassen, um in Einheit mit Christus zu leben
Wir feiern das Geschenk des Lebens und der Hoffnung, die sich aus einer mitfühlenden Pflege ergibt - Menschen verdienen nicht Überleben, sondern Fülle
Durch das Sakrament der Versöhnung können diejenigen, die unter der Sünde leiden, „kosten und sehen, wie gut der Herr ist“
Dem Volk dienen, um Sicherheit und Frieden zu gewährleisten
Das Heilige Jahr und das Jubiläumsjahr 2025 der pallottinischen Familie greifen ineinander
Es braucht drei Elemente, um die gegenseitige Liebe in den Menschen zu entfachen.
„Ein Unio-Mitglied, das nicht ganz konkret dem Nächsten seine Aufmerksamkeit und Liebe schenkt, ist wie eine Taube mit nur einem Flügel“
„Es gibt immer einen Weg, man muss ihn nur finden. Wir müssen beharrlich sein. Nicht den Mut verlieren!“
Wir danken und loben Gott für die Gaben und Gnaden, die er uns jeden Tag schenkt
Die Menschen auf der Straße grüßen und lächeln uns an, sie sagen, dass sie froh und dankbar sind, dass wir hier sind
Sowohl Burnout als auch Akedia betreffen die Seele und erfordern eine Behandlung des ganzen Menschen
Herr, mache unser Herz dem Deinen gleich - wo Liebe ist, da ist Leben und wo Liebe ist, da ist Licht
Das Geheimnis der Brotvermehrung heißt Teilen
Die Psychologie macht die Erfahrung, dass wir mit der Liebe verwoben sind
Entweder geben wir uns mit unseren eigenen Vorstellungen und Enttäuschungen zufrieden oder wir begeben uns auf eine wunderbare Reise
Wie ermutigend ist es, wenn Christen und Christinnen uns sagen, ihr Pallottinerinnen habt neues Leben in unsere Gemeinden gebracht.
Das Thema unseres Generalkongresses lautet: "Mit Christus, unserer Hoffnung, lasst uns gemeinsam mit neuer Freude und Hoffnung aufbrechen"
"Nazareth" steht für ein ganz einfaches Leben
Weihnachten, so sagt man, ist das Fest der Familie, wir alle gehören zur Familie Gottes, wir alle sind Geschwister. Dank sei Gott!
„Wir hören ihnen zu, trösten sie, beten mit ihnen, weinen mit ihnen und geben ihnen Mut zum Durchhalten...“
Die missionarische Kraft kommt aus der Erfahrung des Glaubens, der das Herz erwärmt
"Lasst uns Angst und Befürchtungen überwinden!" Die Reflexion für Unio-Mitglieder kommt im September aus Frankreich.
Der Heilige Geist erlaubt keinen Aufschub!
Jesus immer folgen, zu Fuß, laufend, langsam, im Rollstuhl, aber immer ihm folgen
Eucharistie im Leben des Heiligen Vinzenz Pallotti - Reflexion für Unio-Mitglieder von Pater Fabian Silveira aus Uruguay
Lasst uns die Posaune des Evangeliums sein, die alle ruft und weckt...
Lasst uns dankbar sein, dass wir das Licht der Auferstehung weitergeben dürfen
Schwester Elizabeth Beena denkt zum Welttag des geweihten Lebens über das "Geschenk des geweihten Lebens" nach
Es gibt viele Worte des heiligen Vinzenz, die uns tief berühren
Synodalität ist eine Haltung, mit der die Kirche ihre Sendung in der Welt erfüllt
Pater Donio vom Catholic Apostolate Center in Washington stellt "Sieben Schlüssel zur christuszentrierten Zusammenarbeit" vor
Wie kann die pallottinische Familie zu einer geschwisterlichen Weggemeinschaft in der Kirche beitragen?
Der synodale Weg ist ein entscheidender Schritt für die Umsetzung des Zweiten Vatikanischen Konzils und das Leben der Christenheit
Die monatliche Reflexion für UNIO-Mitglieder kam im Oktober von Cäsar Szwebs UAC aus Dänemark
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