das zeichen 2026/09: Engel – die Boten Gottes

Auch aus diesem Heft:

Bei vielen alltäglichen Begebenheiten sagt man oft: „Da muss ein Engel im Spiel gewesen sein!“

Engel – die Boten Gottes

Mit einem Engel unterwegs…

In der Bibel sind die Engel oft ein Synonym für die Gegenwart Gottes. Weil man für die Nähe Gottes eine Umschreibung braucht, denn von ihm darf man sich ja kein Bild machen, sind die Engel ein sichtbarer Ausdruck von Gottes Verbundenheit mit den Menschen. Die Engel, die Boten Gottes bringen den Menschen göttliche Botschaften, sie führen den Willen Gottes unter den Menschen aus und sie beschützen die Menschen in gefährlichen Situationen.

In dem kleinen Buch Tobit im Alten Testament wird uns eine Geschichte überliefert, die uns erzählt, wie göttliche Führung durch einen Engel geschieht und wie sich dadurch großes Leid in eine glückliche Zukunft verwandelt.

Das Buch Tobit ist eine späte Schrift des Alten Testamentes. Es ist uns nur in griechischer Sprache überliefert und entstand ca. um 200 v.Chr. Darin wird keine reale historische Begebenheit erzählt, sondern es ist eine sogenannte Lehrschrift. Die Botschaft des Textes will deutlich machen, dass Gottes Nähe auch in Zeiten großer Trostlosigkeit zu spüren ist, dass er die Menschen hört, ihr Leid sieht und helfend eingreift.

Ein besonderer Reisegefährte

Die Geschichte beginnt damit, dass ein gesetzestreuer Jude in einem fremden Land in der Verbannung lebt und dort im Gegensatz zu den meisten seiner Glaubensbrüder, die sich an die Situation anpassen, treu am Glauben und dem Gesetz Gottes festhält. Dafür nimmt er immer wieder Nachteile in Kauf und riskiert sein Leben, ,um die Werke der Barmherzigkeit, die ihm sein Glauben vorschreibt‘ zu tun. So hört er einmal, dass getötete Glaubensbrüder den Geiern zum Fraß überlassen wurden und er geht, um sie heimlich zu beerdigen. Dabei erblindete er, weil Vogelkot in seine Augen fällt. Zu Hause verhöhnt ihn seine Frau Hanna deswegen und fragt ihn verbittert, was ihm sein Glaube nun eingebracht hat. Tobit ist verzweifelt und betete zu Gott. Er will nicht mehr leben, er fühlte sich nutzlos und tottraurig.

Zur gleichen Zeit betet in einer fernen Stadt eine junge Frau Namens Sara ebenfalls verzweifelt zu Gott. Sie will auch nicht mehr leben, denn sie hat schon sieben Hochzeitsnächte erlebt, in denen der jeweilige Bräutigam von einem bösen Dämon getötet wurde. Die Mägde glauben, sie sei verflucht und die Nachbaren meiden sie, weil sie besessen scheint. Sara kann nicht mehr daran glauben, dass sie eine sinnvolle Zukunft haben wird.

Die verzweifelten Gebete des alten Mannes Tobit und der jungen Frau Sara, so wird uns in dieser Geschichte berichtet, trägt der Engel Raphael vor den Thron Gottes und Gott hört die große Not und sendet seinen Engel Raphael, um rettend einzugreifen.

Tobit erinnert sich daran, dass er in einer fernen Stadt einem Mann noch Geld geliehen hat und vor seinem Tod will er seinen Sohn Tobias auf die Reise schicken, um dieses Geld zu holen. Er bittet ihn, sich einen Reisegefährten zu suchen, der den Weg kennt und mit ihm geht, damit er wieder wohlbehalten zurückkommt. Tobias trifft einen Mann, der alle Voraussetzungen des Vaters erfüllt. Der Engel Raphael, der hier als Reisegefährte auftritt, begleitet Tobias auf seinem gefahrvollen Weg. Raphael hat immer einen guten Rat, er kennt für die auftretenden Gefahren eine gute Lösung und er weiß den Weg, den Tobias gehen soll. So kommen die beiden Reisenden in das Haus der Familie von Sara. Auf diesem Haus lastet immer noch der Fluch des Dämon und auch hier hat Raphael eine Lösung. Tobias heiratet Sara und in dieser Hochzeitsnacht besiegt das junge Paar den Dämon, den Raphael dann fesselt und an das andere Ende der Welt trägt.

In dunklen Stunden nicht alleine

So bringt Tobias nicht nur das Geld mit nach Hause sondern auch eine junge Frau und durch den Rat von Raphael hat er auf dem Weg auch eine Medizin gewonnen, die seinen Vater von seiner Blindheit erlöst. Als der dankbare Tobit und sein glücklich heimgekehrter Sohn den Reisegefährten belohnen wollen, gibt dieser sich zu erkennen und sagt, dass Gott ihn gesandt hat, um Tobit und Sara zu heilen.

„Nur weil Gott es wollte, bin ich zu Euch gekommen. Darum preist IHN in Ewigkeit.“ (Tobit 12,18)

Und das ist die eigentliche Botschaft des Buches: Ein Engel, in welcher Gestalt oder in welcher Situation er auch wirkt, repräsentiert damit immer Gottes Nähe. Gott ist treu und hält seine gütige Hand über die Menschen, die an ihn glauben und ihm vertrauen. Gott hört die Gebete, und auch in den dunkelsten Stunden ihres Lebens kann ihnen ein Engel begegnen, der sie begleitet und rettet.

Gertrud Brem

Bild: Gwengoat/iStock

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