„Nicht die Entwicklungshilfe kürzen“

Irme Stetter-Karp und Anna-Nicole Heinrich kritisieren „Menschenbild des Haushaltsplans“

Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Dr. Irme Stetter-Karp, und Anna-Nicole Heinrich, Präses der EKD-Synode, warnen vor weiteren Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit.

In einem gemeinsamen Beitrag für die FAZ nehmen sie Bezug auf den am 3. Juli 2026 von Finanzminister Klingbeil vorgestellten Haushaltsentwurf für 2027. Sie stellen fest: „Auch ein Haushaltsplan zeichnet ein Menschenbild. Wer ihn entwirft, muss sich fragen lassen: Wer ist dein Nächster? Und: An wem gehen wir vorbei?“

Die Entwicklungszusammenarbeit der zurückliegenden Jahre habe „Armut verringert, Konflikte gewaltlos bearbeitet, den Naturschutz gestärkt und die Gleichberechtigung der Geschlechter gefördert. Millionen Kinder, selbst solche, die im Krieg aufgewachsen sind, können zum ersten Mal eine Schule besuchen – vor allem Mädchen.

„Verliert die Politik ihr Gespür für den pragmatischen Wert der Nächstenliebe?“

Deutschland hat mit seinen Investitionen zu diesen Erfolgen maßgeblich beigetragen. Die aktuelle Haushaltspolitik der Bundesregierung setzt (nun) den Rotstift an.“ Heinrich und Stetter-Karp fragen: „Verliert die Politik ihr Gespür für den pragmatischen Wert der Nächstenliebe?“ Christlich sei es, „den Anspruch auf praktizierte Barmherzigkeit“ nicht zu relativieren. „Gerade Deutschland kann ein international verantwortungsvoller Gegenpol zu einer selbstzentrierten Politik sein, wie wir sie derzeit nicht nur in Washington erleben.“

Quelle: Pressemitteilung des ZdK vom 6. Juli 2026
Hinweis: Der Beitrag von Heinrich und Stetter-Karp in der Rubrik „Fremde Federn“ erschien am 4. Juli 2026 in der FAZ. Den kompletten Text gibt es, u.E. leider mit unzulässig viel Werbung und Tracking, auf faz.net.
Bilder: EKD/Fotograf Michael McKee (Anna-Nicole Heinrich, Präses der Synode der EKD); ZdK/ Fotograf Peter Bongard (Gruppenfoto ZdK-Präsidium – im Vordergrund ZdK-Präsidentin Dr. Irme Stetter-Karp)

Gruppenbild des ZdK-Präsidiums von 2025

Nachgefragt: Weshalb mischen sich Katholikinnen und Katholiken ein?

Selbstverständnis des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK)
– Auszug aus dem Leitbild des Zentralkomitees der deutschen Katholiken

Wir, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), vertreten die Anliegen der katholischen Gläubigen in Deutschland und geben ihnen eine Stimme. Aus unserem Glauben leiten wir den Auftrag ab, Kirche, Gesellschaft und Politik aktiv mitzugestalten.

Wir sind demokratisch organisiert, stehen miteinander im Austausch und nehmen vielfältige Perspektiven auf. Dafür arbeiten im ZdK katholische Verbände, Organisationen und Hilfswerke, die Räte in den Diözesen, geistliche Gemeinschaften sowie katholische Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zusammen.

Unser Glaube an den menschgewordenen Gott ist die Grundlage unseres Handelns. Mit unserem Engagement geben wir Zeugnis von der Hoffnung, die uns erfüllt. (1. Petrusbrief 3,15). Wir stehen ein für die Erwartung eines Lebens in Fülle, auf das wir schon hier auf Erden hinarbeiten. Aus dem Evangelium und der christlichen Tradition gewinnen wir die Grundsätze unseres Engagements. Die christliche Sozialethik mit ihren Prinzipien – Personalität, Solidarität, Subsidiarität, Gemeinwohl und Nachhaltigkeit – bietet Orientierung und Wertmaßstäbe für das Handeln in konkreten Situationen.

Wir arbeiten auf der Bundesebene. Wir greifen dort aktuelle Themen aus Gesellschaft und Kirche auf, die in den Verbänden und Organisationen sowie in den diözesanen Räten diskutiert werden. So entwickeln wir unsere Positionen in transparenten, demokratischen Meinungsbildungsprozessen und beziehen dabei Stimmen aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Wissenschaft und Publizistik ein. Wir praktizieren und fördern den Dialog mit dem Judentum und dem Islam. Der Austausch in der Ökumene und die gemeinsame christliche Praxis geben Zeugnis von unserem Glauben. Katholikentage und Ökumenische Kirchentage sind Orte, um unsere Positionen zu vertreten und weiterzuentwickeln.

Grundlage unserer Arbeit sind die Beschlüsse des 2. Vatikanischen Konzils, die allen Getauften eine eigenständige Urteilsbildung und ein eigenverantwortliches Handeln garantieren. Ebenso basiert unser Engagement auf den Ergebnissen der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland und der Pastoralsynode der Katholischen Kirche in der DDR.

Unsere Ziele
Für eine freie und gerechte Welt

Seit 1848 beschäftigen sich Katholikentage mit sozialer Gerechtigkeit, Bildung, demokratischen Rechten und dem Verhältnis zwischen Kirche und Staat. Heute setzen wir uns ein für die Freiheit des Menschen und den Schutz seiner von Gott gegebenen unveräußerlichen und unverletzbaren Würde. Sie ist gefährdet durch Armut und Ungerechtigkeit, Gewalt und Rücksichtslosigkeit. Daraus folgt ein konsequenter Einsatz für die Menschenrechte…

Quelle: Leitbild des ZdK

Weitere Beiträge

„Schenke mir deinen Frieden und hilf mir, Harmonie zu schaffen, die auf Gerechtigkeit und Nächstenliebe gründet“
Wer Verantwortung übernimmt, muss zunächst die Menschen kennenlernen und Vertrauen aufbauen
Klostergut Hofstetten startet in eine lebendige, vom christlichen Glauben getragene Zukunft
Was unterscheidet die Malteser von anderen Orden? Sie sind ein souveränes Völkerrechtssubjekt mit Verfassung, Pässen und Währung
Bei Kraftorten spielt die subjektive Empfindung eine wichtige Rolle; es sind Orte und Menschen, die der Seele guttun
Ohne Glauben, ohne Gottes- und Nächstenliebe kann es keinen Frieden geben
Zwei Lebensorte werden zu einer neuen Internationalen Kommunität in Vallendar
Maria von Magdala war eine furchtlose Apostelin
Eine Reisegruppe aus St. Jakob in Friedberg besuchte die Partnerpfarrei St. Vincent Pallotti in Kaphatika
Pater Steffen Brühl steht für die Idee einer offenen Kirche mitten unter den Menschen. Diese Idee ist in Friedberg angekommen
Nach zweijähriger Planungsphase soll im Herbst die Pallotti-Augenklinik eröffnet werden
„Im Ruhestand sehe ich mich nun als freischaffenden Künstler im Reich Gottes“, sagt der Senior nach einem reichen Leben als Seelsorger
Am 4. Juli 2026 fand der „Tag der Provinz“ auf dem Mönchsberg in der Mozartmetropole statt
Das Patronatsfest Mariae Heimsuchung wurde am vergangenen Sonntag auf dem Kohlhagen gefeiert
Erzbischof Akamine war tief bewegt von der Anwesenheit von sieben weiteren Pallottinerbischöfen bei der Messe im Petersdom
Impressionen aus der Vinzenz Pallotti University in Vallendar am Rhein
Nicht nur in Buenos Aires und Rom wurde der fünf Pallottiner gedacht, die am 4. Juli 1976 von der argentinischen Militärdiktatur ermordet wurden
Arbeitsgemeinschaft der kath. Organisationen will starke Stimme für Menschenwürde, Gemeinwohl und Gerechtigkeit sein
Die Vollversammlung des Deutschen Koordinationsrates der pallottinischen Unio traf sich in Friedberg
Der christliche Weg zum gerechten Frieden führt zu Christus
Frau Amaka Ejie ist blind und auf die Hilfe ihres jüngsten Kindes angewiesen
Aufbruch nach fast 33 Jahren in St. Christophorus und Nord-Neukölln
Podcast der Österreichischen Ordensgemeinschaften zum Weltflüchtlingstag 2026
Eine Lesung in der Pallottikirche gibt Einblicke in das Leben und Vermächtnis von Ruth Weiss
Jeder Mensch ist ein Planet, in ihm will sich Gott offenbaren
ZdK: „Europäische Werte weichen vermeintlichen Effizienzargumenten“
Perspektivwechsel: Pater Richard Henkes wird zum zeitlosen Begleiter
„Hier gehört sie hin“: Die Ausstellung der Omas gegen Rechts ist bei den Limburger Pallottinern angekommen
Generalkapitel in Pirmasens wählt neue Generalleitung für die kommenden sechs Jahre
Offener Dialog über Glauben, Kirchenentwicklung und gesellschaftliche Verantwortung
Zwei Mitbrüder aus Indien erneuerten ihre Profess, die gesamte Rektorenkonferenz und Mitglieder der Ausbildungskommunität feierten mit
Pater Johannes Moosmann SAC feierte den 60. Jahrestag seiner Priesterweihe und seinen Abschied aus Vallendar
Bin ich mir meiner Mission in dieser Welt als Friedensstifter bewusst?
Delegaturversammlung in Merrivale stellt Weichen für gemeinsame Zukunftsplanungen in Südafrika
P. Weiser, P. Maader und P. Knott wurden verabschiedet und wechseln ins Missionshaus nach Limburg
Die Ausbildungskommunität an der Vinzenz Pallotti University pilgerte von Untermerzbach nach Vierzehnheiligen
„Vom Glück im Chor zu singen“ - Einladung von Haus Wasserburg zur Lesung mit Chor in der Pallottikirche Vallendar
Die Vollversammlung des ZdK sorgt sich – kurz vor dem Katholikentag in Würzburg – um kirchliche und gesellschaftliche Herausforderungen
Katholiken in Österreich und Deutschland gemeinsam gegen Nationalismus und völkisches Denken
Die Mitgliederversammlung der Deutschen Ordensobernkonferenz wählte in Vallendar einen neuen Vorstand
Als Apostel von heute sind wir aufgefordert, nicht nur über Frieden zu sprechen, sondern ihn auch zu leben
Der „Tag der Diakonin +plus 2026“ findet unter dem Motto: „Gott diskriminiert nicht“ Ende April in München statt
Zahlreiche Gäste kamen anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Pallottiner in Salzburg auf den Mönchsberg
Vinzenz Pallotti war stolz darauf, dass er den gleichen Geburtstag hatte wie Rom. Er kam am 21. April 1795 in Rom zur Welt
Klima- und Energiekrise: Christinnen und Christen denken soziale Gerechtigkeit, Frieden und den Schutz der Schöpfung zusammen
Was ist wichtig beim Vererben? Info-Abend in Limburg mit Rechtsanwalt Dr. Björn Meuer
Generalrektor Pater Zenon Hanas lädt Höhere Obere aus aller Welt zu einer beratenden Tagung in Deutschland ein
Gedenkfeier in der Wallfahrtskirche Herrgottsruh für die 1951 nach Indien entsandten Missionare
Tulpen aus Gródek – eine Osterüberraschung aus der Ukraine
Der 4. April 1835 gilt als offizieller Geburtstag der Vereinigung des Katholischen Apostolats

Das könnte Sie auch interessieren

Mitreden, Mitmachen, Mithelfen!

In Kontakt bleiben. Kostenlos 12 x pro Jahr!

Liken, kommentieren, abonnieren

Herzliche Einladung: Reden Sie mit!

Öffnen Sie sich Räume

Gemeinsam die Welt verändern!