Ein Ostergruß aus der Ukraine

Ein Ostergruß aus der Ukraine

Tulpen aus Gródek – eine Osterüberraschung aus der Ukraine

Das Osterfest, das vor uns liegt, bringt Helligkeit und Zuversicht in unser Leben. Die ersten langen Frühlingstage sind spürbar, und viele Menschen freuen sich auf eine kleine Auszeit, auf Momente des Aufatmens und auf schöne Stunden mit denjenigen, die ihnen besonders wichtig sind.

Und doch gibt es weltweit Millionen Menschen, für die selbst die Ostertage keine Unterbrechung von Angst, Sorge und Unsicherheit bedeuten. In der Ukraine etwa kämpfen Familien Tag für Tag darum, ihr Leben zu schützen und das Nötigste zum Überleben zu sichern. Trotz zerstörter Orte, überfüllter Unterkünfte und mangelhafter Versorgung halten sie an etwas fest, das ihnen niemand nehmen kann: an der Hoffnung.

Osterüberraschung: Ein Dankeschön für die Ukrainehilfe

Kurz vor dem Osterfest traf im Missionssekretariat der Pallottiner im bayerischen Friedberg ein geheimnisvolles Paket aus der Ukraine ein. Beim Öffnen staunte das Team um Missionssekretär Pater Reinhold Maise, Barbara Eichhorn und Patrizia Russo nicht schlecht: Darin lag ein bunter Tulpenstrauß aus Gródek – kunstvoll selbst gebunden, als herzliches Dankeschön und Ostergruß.

Die Künstlerin heißt Tatiana S. Dank der Ukrainehilfe der Pallottiner darf sie im Juni 2026 erneut mit ihren Kindern zur Erholung ans Meer nach Białogóra in Polen fahren. Frau S. hat vier Kinder, darunter drei schwer erkrankte. Ihr Mann arbeitet derzeit in Polen, um die Familie zu ernähren. Früher war er als Steinmetz tätig, doch seit dem Krieg gibt es kaum noch Nachfrage nach Produkten aus Stein.

Tatianas älteste Tochter Diana ist 19 Jahre alt und lebt derzeit in Stettin, wo sie Psychologie studiert. Ihr Ziel ist es, später als Psychologin Kriegsopfern zu helfen, insbesondere Soldaten. Tatianas ältester Sohn Andrzej ist 15 Jahre alt und hat bereits drei Operationen hinter sich. Die zwölfjährige Mariczka wurde schon vierzehnmal operiert, und der achtjährige Mateusz musste sich acht Operationen unterziehen. Alle diese Eingriffe stehen im Zusammenhang mit einer genetisch bedingten chronischen Erkrankung.

Ukrainehilfe: Familie S. kann zur Erholung ans Meer nach Białogóra in Polen

„Unsere Hoffnung ist, dass bald der Frühling beginnt“

Wie in vielen anderen Teilen der Ukraine spüren die Menschen in Gródek die Auswirkungen des Krieges jeden Tag. Häufig kommt es zu Stromausfällen – manchmal gibt es nur für wenige Stunden am Tag Strom. In den Schulen ist es sehr kalt; die Kinder sitzen in Jacken und warmer Kleidung im Unterricht. „Unsere Hoffnung ist, dass bald der Frühling beginnt. Und dafür sei Gott gepriesen!“, schreibt Schwester Karolina.

Schwester M. Karolina Słomińska SAC ist eine polnische Pallottinerin, die in einer ukrainischen Pfarrei in der Stadt Gródek nahe Lviv (deutsch: Lemberg) tätig ist. Dort kümmert sie sich um die Kinder- und Jugendarbeit in der Pfarrgemeinde und organisiert jedes Jahr eine Auszeit für bedürftige Familien. Gerade Mütter mit ihren Kindern brauchen eine solche „Auszeit vom Krieg“, um nicht zu verzweifeln.

Im Juni dieses Jahres darf eine 50-köpfige Gruppe aus Gródek ins polnische Białogóra fahren. Białogóra (deutsch: Wittenberg) ist ein ruhiges Ostseebad im Norden Polens, etwa 90 Kilometer von der Hafenstadt Gdańsk (deutsch: Danzig) entfernt. Das Haus der Diözese liegt mitten im Ort und ist für Familienfreizeiten bestens geeignet. Der breite Sandstrand, die Pinienwälder und der Ostseeküsten-Radweg liegen etwas abseits der kleinen Ortschaft und bieten gute Möglichkeiten zur Erholung.

Das macht uns Hoffnung: Tulpen aus Gródek

Tulpen aus Gródek – das macht uns Hoffnung

„Wir haben uns über den bunten Ostergruß aus Gródek sehr gefreut“, sagt Pater Reinhold Maise. „Die Osterüberraschung aus der Ukraine zeigt, dass unsere Ukrainehilfe immer wieder bedürftige Menschen erreicht und ihr Leben ein wenig bereichern kann. Sie zeigt auch, dass die langjährige Zusammenarbeit mit den polnischen Schwestern weiterhin Früchte trägt. Das macht uns Hoffnung.“

Dankbar fügt er hinzu: „Frohe Ostern allen Menschen in Deutschland, Polen und der Ukraine. Und ein herzliches Dankeschön an alle Wohltäterinnen und Wohltäter sowie an alle Engagierten – und natürlich auch für die schönen Tulpen.“

Beitrag: Josef Eberhard
Bilder: Pater Reinhold Maise, Familie S. (privat)
Spenden: Ukrainehilfe

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