Neue Generalleitung der Hildegardisschwestern gewählt

Die Spiritualität der Schwestern wird von zwei Heiligen geprägt

Die Hildegardisschwestern vom Katholischen Apostolat haben im Rahmen ihres Generalkapitels am 26. Mai 2026 in Pirmasens eine neue Generalleitung für die kommenden sechs Jahre gewählt.

Zur neuen Generaloberin wurde Sr. Antonia San Millán Quintanilla SAC bestimmt. Sie hatte die Gemeinschaft bereits seit dem 1. Advent 2025 kommissarisch geleitet und tritt nun offiziell die Nachfolge von Sr. Dorotea Castaño de Luis SAC an. Die Ratsschwestern Sr. Ruth Bulnes SAC und Sr. Carmen Vallinas SAC wurden in ihrem Amt bestätigt. Sr. Carmen wurde zudem zur Stellvertreterin der Generaloberin berufen.

Mit der Wahl setzt die Gemeinschaft ein Zeichen der Kontinuität und zugleich der Neuausrichtung in einer Zeit des Wandels. Die kleine, engagierte Kommunität mit Sitz in Pirmasens steht vor der Aufgabe, ihre über hundertjährige Sendung unter veränderten kirchlichen und gesellschaftlichen Bedingungen fortzuführen.

„Unsere Spiritualität lässt sich beispielhaft am Bild eines Baumes verdeutlichen: Je tiefer und kräftiger die Wurzeln eines Baumes sind, desto weiter kann er seine Krone ausbreiten, Früchte tragen, Schatten spenden, Heimat bieten sowie Wind und Stürmen standhalten.
So sehen wir uns: Nur wenn unsere Wurzeln in der Beziehung zu Gott tief verankert sind, können wir offen sein für die Welt und für die Menschen in ihren jeweiligen Anliegen und Nöten.“

Verwurzelt in der pallottinischen Spiritualität

Die Spiritualität der Schwestern wird von zwei Heiligen geprägt: Hildegard von Bingen und Vinzenz Pallotti. Beide waren Mystiker, denen vieles gemeinsam ist: Beide haben Gott zutiefst erfahren, und beide ließen sich von ihm dazu drängen, zu den Menschen zu gehen, um ihnen auf vielfältige Weise seine Liebe kundzutun.

Die Hildegardisschwestern gehören zur Vereinigung des Katholischen Apostolats, auch „pallottinische Unio“ genannt. Damit gehören sie – wie beispielsweise die Theresienschwestern, die Pallottinerinnen, die Pallottiner oder zahlreiche Einzelmitglieder – zur sogenannten pallottinischen Familie. Sie teilen die Grundüberzeugung, dass die Liebe Gottes Menschen zum Handeln bewegt und sich im konkreten Dienst am Nächsten verwirklicht.

Das Apostolat der Hildegardisschwestern ist lebendig

Die Gemeinschaft wurde 1921 vom Pallottinerpater Adolf Panzer gegründet und 1927 kirchlich anerkannt. Seit mehr als einem Jahrhundert engagieren sich die Schwestern besonders in der Seelsorge, in der sozialen Arbeit sowie in der Begleitung von Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen. Während der fast 16 Jahre unter der Leitung von Sr. Dorotea Castaño de Luis konnten unter anderem eine Wohnpflegegemeinschaft und eine Wohngemeinschaft für Pflegeschülerinnen erfolgreich aufgebaut werden.

Das Mutterhaus befindet sich heute in Pirmasens, wo die Gemeinschaft seit 2004 beheimatet ist. Aktuell besteht die Gemeinschaft aus einer kleinen Zahl von Schwestern, die sich vor allem in der Gemeindearbeit, in der geistlichen Begleitung sowie in pastoralen Aufgaben im Bistum Speyer einbringen. Leitmotiv ihres Wirkens ist seit den Anfängen das paulinische Wort: „Caritas Christi urget nos – Die Liebe Christi drängt uns.“

Bericht: Josef Eberhard
Bild: P. Markus Hau

Mitwohnen am Kloster – die Pflege-Wohngemeinschaft der Hildegardisschwestern
Selbstbestimmt in Gemeinschaft leben – ein Ort der Menschlichkeit, ein Zuhause am Kloster

Die Hildegardisschwestern bieten am Kloster in Pirmasens eine moderne Form des Wohnens für Seniorinnen an. Die Wohngemeinschaft befindet sich auf einer eigenständigen Etage, unabhängig von der Klostergemeinschaft. Eigene Zimmer mit separaten Bädern bieten den Bewohnerinnen Raum, in den sie sich jederzeit zurückziehen können. Gemeinschaftsräume schaffen zugleich Orte für Begegnung und gemeinsame Aktivitäten.

Die Schwestern bringen sich nach ihren Möglichkeiten und auf Wunsch der Bewohnerinnen gerne ehrenamtlich in die Freizeitgestaltung ein. Eine pastorale Begleitung durch die Schwestern gehört zum Konzept.

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