Pallottiner und pallottinische Unio in Berlin - Kirche im sozialen Brennpunkt 2016

Aufbruch und Neubeginn: Von Berlin nach Neuruppin

Pater Kalle Lentz SAC und Pastoralreferentin Lissy Eichert UAC zieht es nordwärts

Lissy Eichert schrieb in einer E-Mail am 31. Mai 2026:
„Gerade packen wir wie wild Kisten, schieben Möbel, übergeben Schlüssel und Verantwortung in neue Hände. Bald sind wir in Neuruppin! Im August beginnt das Tagesgeschäft. Gleichzeitig werden wir uns Zeit nehmen zum Ankommen und schauen, was ist.
Wir hatten eine tolle Aussendungsfeier an Pfingsten! 😊😊😊 Wir durften mit etwa 600 Gästen Dank und Abschied feiern.“

Den Hintergrund für diese Nachricht gab es bereits im Pfingstbrief der Berliner Pfarreiengemeinschaft „Heilige Drei Könige Nord-Neukölln“. Die beiden „Pallottis“, Pater Kalle Lentz und Lissy Eichert, luden an Pfingsten die Gemeinde, Freunde, Verwandte, Mitschwestern und Unterstützerinnen zu Dank- und Abschiedsgottesdiensten ein. Neben den beiden Pfingstgottesdiensten am Samstag, 23., und Sonntag, 24. Mai 2026, gab es am Samstag noch einen bunten Feierabend mit Pfingstfeuer und am Sonntag eine Aussendung sowie eine Einladung zum gemeinsamen Essen.

Wo geht es hin?

Es geht in die „Fontanestadt“ Neuruppin, eine Kreisstadt mit über 30.000 Einwohnern im Norden des Landes Brandenburg, etwa 60 Kilometer nordwestlich von Berlin. Der Verein Pallotti-Mobil „Bedürftige helfen Bedürftigen“ zieht ebenfalls nordwärts. Auch in der letzten Mitgliederversammlung des Pallotti-Mobil e. V. wurde der neue Weg für das Projekt begrüßt. Die Projekte in St. Christophorus, wie „Essen ist fertig!“, „Forum Asyl“ oder „Projekt Zukunft“, laufen allerdings unter dem Dach der Pfarrei vor Ort weiter.

Willkommen bei den Pallottinern in Berlin, Neukölln
Wort zum Sonntag in der ARD 21.01.2023
Pater Kalle Lenz SAC
Wärmehilfe der Pallottiner in Berlin-Neukölln 2016
Adventsaktion der Pallottiner für Pallotti Mobil 2017
Die Pallottiner in Berlin feiern 2023 vier Jubiläen
Pallottifest 2022 in Berlin

Sehen – urteilen – handeln

Was kann nach fast 33 Jahren in St. Christophorus und Nord-Neukölln, nach der Idee „Kirche im sozialen Brennpunkt“ zu sein, noch kommen? Der Pfingstbrief gibt auch hier Hinweise. Allerdings wollen sich die beiden Apostel offensichtlich zunächst auf ihr neues Umfeld einlassen und dann sehen, was daraus wird:

„Am neuen Ort gehen wir nach dem bewährten Dreischritt vor: sehen – urteilen – handeln. Dabei sind wir verbunden mit der Pfarrei Hl. Gertrud von Helfta Oberhavel-Ruppin. Die Pfarrei erstreckt sich von Fehrbellin bis Fürstenberg. Für uns wird das nun richtig ‚Pallotti mobil‘! Wir freuen uns über die Patronin Gertrud. Sie war eine starke Frau und faszinierende Mystikerin mit einem direkten Draht zu Christus.

Bedürftige helfen Bedürftigen: In dieser Haltung wollen wir weiterwirken. Denn wir wissen um unsere eigenen körperlichen, seelischen und geistigen Bedürfnisse. Und wenn wir uns auf Menschen einlassen, sehen wir ihre Bedürfnisse. Für uns heißt Frohbotschaft, mit Wort und Tat ganzheitliche Lösungen für unsere Bedürfnisse zu suchen und zu finden – im Miteinander und ganz konkret. Darum wird unser Wirken auch wieder ein sozialdiakonisches Gesicht bekommen.
Wir sind offen, unsere Erfahrungen zu den Themen Sozialpastoral, Wirken im Team und Kooperation mit dem Heiligen Geist zu teilen. Dazu bietet sich u. a. das Bonifatiushaus der Katholischen Landjugend in Meyenburg an, mit dem wir verbunden sind.“

Kirche im Brennpunkt
Wir möchten versuchen, gemeinsam Kirchen als Segensorte zu beleben. Wir hoffen, Möglichkeiten zum Mitleben zu finden – für Auszeiten und/oder zur Mitarbeit. Wir planen, Seminar- und Kursangebote zu entwickeln zu Themen, für die wir stehen (Sozialpastoral, Teambildung, Kooperation mit dem Heiligen Geist). Wir suchen Interessierte an innovativer, experimenteller Verkündigung und aufsuchender Pastoral. Wir möchten uns und andere Suchende mit der Liebe und Kraft Gottes in Verbindung bringen. Zudem bauen wir an Netzwerken zur Asyl- und Menschenrechtsarbeit mit.

Den Einstieg in Neuruppin wollen sie „ganz klein“ gestalten und im August zunächst in der Urlaubsvertretung der Pfarrei „Hl. Gertrud von Helfta – Oberhavel-Ruppin“ mithelfen. Lissy Eichert wird als Pastoralreferentin in Vollzeit tätig sein. Pater Kalle Lentz wird mit einer halben Stelle priesterliche Aufgaben übernehmen. Dabei sind sie zuversichtlich, dass am neuen Ort etwas Neues aufbrechen kann, da auch die Verantwortlichen vor Ort und im Erzbistum Berlin signalisiert haben, dass sie sich freuen und dass sie willkommen sind.

Tipp
Sehenswertes Abschiedsvideo von Christhard Läpple auf YouTube:
„Kalleluja. Von Neukölln nach Neuruppin. 2026.“
13 Minuten, vom 23. Mai 2026

Quellen
Pfingstbrief der Berliner Pfarreiengemeinschaft „Heilige Drei Könige Nord-Neukölln“;
Webseite St. Christophorus Neukölln;
E-Mail vom 31.05.2026 an die Freunde und Unterstützer von Pallotti-Mobil;
Webseite von Pallotti-Mobil e.V.;
Pfarrbrief Hl. Gertrud

Bericht: Josef Eberhard
Bilder: Archiv

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