Zwei Missionare, zwei Missionskreuze und ein Aufbruch nach Indien
75 Jahre Pallottinermission in Indien: Die Anfänge führen nach Friedberg
Am 12. April 2026 wurde in der Wallfahrtskirche Herrgottsruh in Friedberg an den Beginn der Pallottinermission in Indien vor 75 Jahren erinnert.
Wallfahrtsdirektor Pater Hans-Joachim Winkens öffnete am Weißen Sonntag im Hochamt gleichsam ein Geschichtsfenster zur pallottinischen Geschichte. Es war der damalige süddeutsche Provinzial Pater Franz Nägele, der am 12. April 1951 am Gnadenaltar der Wallfahrtskirche die Aussendungsfeier zelebrierte. Die Pallottiner waren zwar bereits seit 1929 mit ihrem Provinzialat in Friedberg ansässig, zunächst im Mezgergut bis 1937 und dann im Bruderschaftshaus von Herrgottsruh über die Kriegsjahre hinweg bis 1949. Aber auch im neuen Provinzialat an der damaligen Rederzhausener Straße gab es in jenem Jahr noch keine eigene Kirche. Die Pallottikirche wurde erst 1955 erbaut. Deshalb fand die Aussendung der beiden Missionare Pater Lorenz Scheu und Pater Werner Hunold in Herrgottsruh statt.


75 Jahre Pallottiner in Indien
Pallottiner aus dem Süden Deutschlands legten 1951 den Grundstein für eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte. Heute gibt es in dem großen Land vier Pallottinerprovinzen und eine Regio mit mehr als 500 Mitbrüdern, die sich den Friedberger Pallottinern verbunden wissen. Sie blicken mit Dankbarkeit auf Deutschland und seine Katholikinnen und Katholiken – für die entscheidende Starthilfe damals und die verlässliche Unterstützung bis in die Gegenwart.
Link zu den Feierlichkeiten 2026 in Nagpur




Pioniermissionare sind die Apostel der Diözese Raipur
Hier erhielten sie aus der Hand ihres Provinzials Nägele das Missionskreuz überreicht. Von dieser Feier in der Wallfahrtskirche existieren auch einige historische Fotos. Auch der Chormantel, die liturgische Kleidung des Provinzials bei dieser Feier, ist heute noch als liturgisches Gewand in der Sakristei erhalten. Zur Erinnerung zog Pater Winkens mit diesem Chormantel zum Gottesdienst in die Kirche ein.
Wenige Tage nach der Aussendungsfeier brachen die beiden Missionare mit einem Frachtschiff über das Meer auf und erreichten etwa einen Monat später Goa in Indien. Anfang dieses Jahres wurde von den Pallottinern auch in Raipur in Indien am 28. Januar 2026 an die Missionare erinnert. Bei den Feierlichkeiten sagte Viktor Henry Thakur, der Erzbischof von Raipur: „Raipur war das Bethlehem der Pallottiner in Indien, und die Pioniermissionare der Pallottiner sind die Apostel der Diözese.“
Die Mitbrüder der Weltkirche leben und arbeiten mit uns
Aus diesen kleinen Anfängen der Mission der Pallottiner in Indien sind inzwischen vier eigenständige Provinzen und eine Regio entstanden – mit über 500 Mitbrüdern mit ewiger Profess sowie zahlreichen Novizen und Studenten. Viele dieser Mitbrüder arbeiten heute als „Mitbrüder der Weltkirche“ auch in unserer Diözese Augsburg. Die Frühmesse um 8 Uhr zelebrierte am Weißen Sonntag Pater Clement Martis aus Indien zusammen mit indischen Mitbrüdern, die an einer Oberenkonferenz im Provinzialat teilnehmen. Pater Clement Martis ist bereits seit vielen Jahren in Deutschland und war als Priester in Hamburg, Bad Zwischenahn und im Allgäu tätig.

Text: Wallfahrtskirche Herrgottsruh
Bilder: Johannes Funk; Archiv der Pallottiner (Historische Fotos); Pater Reinhold Maise (Nagpur)
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