Die Masken gehen um

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Die Masken gehen um

Pater Hau staunt über die Weihnachtstraditionen in Nigeria

Provinzial und Missionssekretär besuchen Mitbrüder in Nigeria: zwei Flüge über München, Frankfurt und Abuja, der Hauptstadt Nigerias im Nordosten, dann Weiterflug nach Enugu in die Landesmitte und per Auto zwei Stunden nach Mbaukwu.

Bei 35 Grad fahren wir in die Auffahrt zu unserem Haus und finden uns umringt von Trommeln, Flöten, Tanz und einer wilden Maske!

Ja, daran müssen wir uns gewöhnen: an Weihnachten gehen in Nigeria die Masken um. Nicht nur als Überraschung der jungen Mitbrüder zur Begrüßung, sondern auch auf den Straßen, in den Dörfern begegnet man ihnen rund um Weihnachten. Ein wenig wie die alpenländischen Perchten sollen sie die Geister vertreiben, machen Schabernack, tanzen um Autos und hüllen sich in lange Gewänder aus buntem Stroh.

An Weihnachten wollte unser Pater Provinzial Scharler mit seinem Besuch ein Zeichen setzen: In Nigeria beginnt etwas Neues! Zusammen mit mir als Missionssekretär besuchten wir den neuen Teil unserer Herz-Jesu-Provinz.

Karte Nigeria

Im Oktober hatte die Provinzversammlung entschieden, Nigeria als Teil unserer Provinz anzunehmen und von Kamerun zu trennen. Als deutsche Pallottiner hoffen wir, damit einen Beitrag zur Entwicklung in Nigeria leisten zu können.

Über vierzig junge Mitbrüder leben hier

Über die Hälfte in Postulat und Noviziat, in Studium und Ausbildung. Zwei Niederlassungen gibt es: in Mbaukwu und Owerri – knapp drei Stunden Autofahrt entfernt. Den Anfang setzte Pater Peter Hillen vor Jahren und seitdem interessieren sich so viele junge Männer für die Pallottiner, dass wir sie nicht alle aufnehmen können. Man stelle es sich vor: 250 Bewerber gibt es in jedem Jahr – nur acht können genommen werden.

Maske aus Kamerun Weihnachten
Pater Hau in Nigeria

Eine Aufbruchstimmung liegt hier in der Luft: das Land ist lebendig, es wird viel gebaut, entwickelt. Schulen und Ausbildungszentren entstehen. An dieser Entwicklung nehmen auch die nigerianischen Pallottiner teil. Miteinander möchten wir in den nächsten Jahren eine Vision entwickeln, welche Aufgabe hier für uns ansteht: eine Schule ist möglich – viele junge Mitbrüder würden gerne Lehrer werden. Die Unio ist lebendig. In Mbaukwu wächst ein Jugendzentrum, das eine geistliche Begleitung sucht, viele neue Pfarreien werden dort in den nächsten Jahren entstehen.

Berührt hat mich das Gemeinschaftsleben in unserem Haus

Über Weihnachten waren alle versammelt. Gemeinsam wurde gearbeitet, gekocht, Palmöl gepresst, gebetet und gesungen. Immer begleitet von Trommeln und Rasseln, von einer Flöte, einem E-Piano. Voller Begeisterung dauert ein Gloria-Lied auch schon mal 20 Minuten – aber was ist das schon bei vier Stunden Liturgie.

Grund zum Feiern hatten wir: neun neue Postulanten wurden aufgenommen, fünf Mitbrüder legten ihre ewigen Versprechen ab, zwei Diakone und ein Priester wurden geweiht. Am Heiligabend wurde dann Primiz gefeiert – unvorstellbar in Deutschland – nicht in Nigeria.

Babypuder - Weihnachtspuder

Ein Letztes: Welcher Moment von Weihnachten ist mir hängen geblieben? Eine besondere Tradition: In jeder Krippe liegt Babypuder. Wie in Nigeria beim Besuch eines Neugeborenen üblich, streicht man sich den Puder ins Gesicht. Weihnachtspuder. Jede und Jeder sieht, du kommst von der Krippe – du bist mit dem Neugeborenen in Berührung gekommen. Alle lachen dich an und freuen sich über die Geburt.

Diese Freude bringen wir mit aus Nigeria: mit neuem Leben, einem Aufbruch sind wir in Berührung gekommen und freuen uns, diesen Geist mit nach Deutschland zu bringen. Und auch die Masken, die die bösen Geister von Resignation und Mutlosigkeit vertreiben.

Bericht und Fotos: Pater Markus Hau SAC, Missionssekretär der Pallottiner
(je, 12.01.2018)

Krippe in Nigeria mit Babypuder
Die Pallottiner im Gespräch mit Ugwe Anugwu

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2018-01-18T08:24:03+00:00