Ein Jahrzehnt im Dienst der Weltkirche

Von 9 auf 21 Millionen: Nationaldirektor von Missio Österreich P. Karl Wallner zieht Bilanz

Nach zehn Jahren als Nationaldirektor von Missio Österreich verabschiedet sich der Zisterzienser P. Karl Wallner am 31. August 2026 aus seinem Amt. Im Podcast „Orden on Air“ der Österreichischen Ordenskonferenz zieht er Bilanz über ein Jahrzehnt im Dienst der Weltkirche. Dabei spricht er über bewegende Begegnungen auf mehreren Kontinenten, die Entwicklung der katholischen Kirche im globalen Süden und die Herausforderungen der Kirche in Europa.

Als P. Karl Wallner 2016 die Leitung der Päpstlichen Missionswerke in Österreich übernahm, wusste er nach eigenen Worten nicht, was ihn erwarten würde. Eigentlich dachte er, seine Aufgabe bestehe darin, „für die Weltkirche zu werben“. Schnell ist ihm jedoch klar geworden, dass weit mehr dahintersteckt. Im Gespräch blickt der Zisterzienser auf zehn intensive Jahre zurück, die ihn auf mehrere Kontinente führten und seinen Blick auf Kirche nachhaltig geprägt haben.

Zu den eindrucksvollsten Erfahrungen zählen für Wallner die Begegnungen mit Christinnen und Christen in Afrika und Asien. Ob bei den Massai in Tansania, in den Christenvierteln von Lahore in Pakistan oder beim Besuch von Schulen und Pfarren: Überall erlebte er Menschen, die ihren Glauben mit großer Freude und unter oft schwierigen Bedingungen leben.

„Die Erfahrungen, die ich machen durfte, waren wirklich einzigartig“, sagt Wallner. Besonders bewegt habe ihn die Dankbarkeit der Menschen und die Erfahrung, dass Kirche dort oft unter ganz anderen Voraussetzungen wachse als in Europa.

Luftsprung von P. Karl Wallner mit zahlreichen Kindern

„Die Weltkirche lebt aus einer Glaubensfreude, die auch uns stärkt“

In Wallners Amtszeit konnte Missio Österreich seine Hilfe für die Weltkirche deutlich ausbauen. Die jährlichen Spendeneinnahmen stiegen von rund 9,2 Millionen Euro auf mehr als 21 Millionen Euro. Dadurch konnten hunderte Projekte unterstützt werden, von Priesterseminaren über Schulen und kirchliche Ausbildungsstätten bis hin zu Gesundheitsprojekten.

Mindestens ebenso wichtig war für ihn jedoch, das Interesse an der Weltkirche wieder zu stärken. Durch intensive Medienarbeit, persönliche Begegnungen und zahlreiche Berichte aus den Projektländern sollte sichtbar werden, dass die Kirche in Afrika, Asien und Lateinamerika nicht nur Hilfe braucht, sondern auch Hoffnung und Glaubensfreude vermittelt.

„Diese Kirche lebt aus einer Glaubensfreude, die einfach für uns auch therapeutisch ist“, sagt Wallner. Gerade die Lebendigkeit der jungen Kirchen könne auch der Kirche in Europa neue Impulse geben. Der Begriff „Mission“ wird heute oft kritisch betrachtet, räumt Wallner ein. Historische Fehlentwicklungen dürfen nicht verschwiegen werden. Gleichzeitig plädiert er dafür, den Begriff neu zu verstehen. Mission bedeutet heute nicht Bevormundung, sondern Partnerschaft.
Missio entwickelt keine Projekte aus Europa heraus, sondern unterstützt die Anliegen der Ortskirchen. „Wir schauen uns an: Was habt ihr für Ideen? Was will der Bischof? Was braucht diese Ordensgemeinschaft?“, beschreibt Wallner diesen Zugang. Ziel ist es, Initiativen zu stärken, die vor Ort entstanden sind und den Menschen konkret dienen.

„Afrika liebt Jesus“

Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Frage, was die Kirche in Europa von den Kirchen des globalen Südens lernen kann. Wallner nennt die große Freude am Glauben, die Wertschätzung der Sakramente und das starke Engagement der Laien.

Besonders beeindruckten ihn die vielen Katechistinnen und Katechisten, die in den Gemeinden Verantwortung übernehmen und den Glauben weitergeben. Darin sieht er auch ein Zukunftsmodell für Europa. Prägnant fasst er seine Erfahrungen zusammen: „Afrika liebt Jesus.“

High five mit Missio-Nationaldirektor P. Karl Wallner

Große Chancen durch digitale Kommunikation

Als Ordensmann sieht Wallner gerade in den Ordensgemeinschaften wichtige Hoffnungsträger für die Zukunft der Kirche. Ihre Stärke liegt in ihrer Kontinuität, ihrer geistlichen Verwurzelung und ihrer Fähigkeit, langfristig Verantwortung zu übernehmen.

Gleichzeitig müssen Orden ihre Sendung immer wieder neu übersetzen. Große Chancen sieht Wallner in der digitalen Kommunikation. Viele junge Ordensleute erreichten heute über soziale Medien Menschen, die mit Kirche sonst kaum in Berührung kommen. „Wir haben hier etwas, ein Instrument, das völlig neu ist: das mediale Wirken, auch die Katechese über die Medien.“

Rückkehr ins Heimatkloster Heiligenkreuz

Mit 1. September kehrt P. Karl Wallner in sein Heimatkloster Heiligenkreuz zurück. Dort möchte er seine Erfahrungen aus der Weltkirche einbringen und sich wieder verstärkt der Hochschule widmen. Besonders wichtig ist ihm, die vielen Berufungen und das internationale Profil des Stiftes für die Zukunft gut weiterzuentwickeln.

Seinem Nachfolger als Missio Nationaldirektor, Pfarrer Johannes Laichner, gibt er einen einfachen Rat mit auf den Weg: „Gehe es langsam an.“ Wer Verantwortung übernehme, soll zunächst die Menschen kennenlernen, Vertrauen aufbauen und erst dann Veränderungen anstoßen.

Quelle: Robert Sonnleitner / Presseaussendung der Österreichischen Ordenskonferenz vom 14. August 2026
Bilder: (c) Simon Kupferschmid (Weltkugel); Peter Goda (Luftsprung); Missio (High Five!)

Abschied von Missio-Nationaldirektor P. Karl Wallner im Podcast „Orden on air“.

„Orden on air“ – der Podcast der Ordensgemeinschaften Österreich
Das Medienbüro der Ordensgemeinschaften Österreich hat im März 2022 den Podcast „Orden on air“ ins Leben gerufen. Der Titel ist Programm: Ordensfrauen und -männer kommen vor den Vorhang – und vor das Mikrofon. Ziel ist es, Persönlichkeiten vorzustellen, Einblicke in das Leben von Ordensgemeinschaften zu geben und das Engagement von Ordensleuten in vielfältigen Bereichen sichtbar zu machen. Der Podcast ist überall zu hören, wo es Podcasts gibt, sowie auf www.ordensgemeinschaften.at.

Weitere Beiträge

„Schenke mir deinen Frieden und hilf mir, Harmonie zu schaffen, die auf Gerechtigkeit und Nächstenliebe gründet“
Pallottikirchenfest am 30. August mit Gottesdienst, Begegnung und Programm
Pater Winkens ist neues Mitglied im Förderverein des Friedberger Krankenhauses
Seit jeher haben Bäume eine besondere Bedeutung für uns Menschen. Ihre Wurzeln symbolisieren Herkunft und geben Halt, die Äste stehen für Entwicklung und Zukunft
So voll wie beim Alpenrock wurde es noch nicht: Pater Christoph konnte den Besucherrekord des Vorabends nicht knacken
Der heilige Laurentius wird als Schutzpatron der Köche und Wirte seit Jahrhunderten verehrt
Klostergut Hofstetten startet in eine lebendige, vom christlichen Glauben getragene Zukunft
Einladung für Fachkräfte zum Demokratie(resilienz)tag in Haus Wasserburg
Gläubige verehrten den hl. Justinus in der Wallfahrtskirche Herrgottsruh
Was unterscheidet die Malteser von anderen Orden? Sie sind ein souveränes Völkerrechtssubjekt mit Verfassung, Pässen und Währung
Abschlussfeier, neue Professuren und Ehrenpromotion setzen starke Zeichen für Wissenschaft und Gesellschaft
Bei Kraftorten spielt die subjektive Empfindung eine wichtige Rolle; es sind Orte und Menschen, die der Seele guttun
Ohne Glauben, ohne Gottes- und Nächstenliebe kann es keinen Frieden geben
Zwei Lebensorte werden zu einer neuen Internationalen Kommunität in Vallendar
In jedem von uns findet sich ein innerer Quellort, der aufleben und aufatmen lässt
Am 18. Juli 2026 verstarb unser Mitbruder P. Gerold Schafbuch SAC. Er wurde 89 Jahre alt, war 64 Jahre Pallottiner und 60 Jahre Priester
Maria von Magdala war eine furchtlose Apostelin
Eine Reisegruppe aus St. Jakob in Friedberg besuchte die Partnerpfarrei St. Vincent Pallotti in Kaphatika
Pater Steffen Brühl steht für die Idee einer offenen Kirche mitten unter den Menschen. Diese Idee ist in Friedberg angekommen
Nach zweijähriger Planungsphase soll im Herbst die Pallotti-Augenklinik eröffnet werden
„Im Ruhestand sehe ich mich nun als freischaffenden Künstler im Reich Gottes“, sagt der Senior nach einem reichen Leben als Seelsorger
Zwanzig Sängerinnen aus Bachern gestalteten das Hochamt in der Wallfahrtskirche Herrgottsruh
Am 4. Juli 2026 fand der „Tag der Provinz“ auf dem Mönchsberg in der Mozartmetropole statt
Das Patronatsfest Mariae Heimsuchung wurde am vergangenen Sonntag auf dem Kohlhagen gefeiert
Erzbischof Akamine war tief bewegt von der Anwesenheit von sieben weiteren Pallottinerbischöfen bei der Messe im Petersdom
Präses der EKD-Synode und Präsidentin des Zentralkomitees kritisieren „Menschenbild des Haushaltsplans“
Sind Engel metaphysische Wesen oder ein Sinn- und Hoffnungsbild?
„Mal mitreißend und laut, mal leise und besinnlich“ – so präsentierte sich das Konzert der Jakobsingers und Jakobplayers
Impressionen aus der Vinzenz Pallotti University in Vallendar am Rhein
Nicht nur in Buenos Aires und Rom wurde der fünf Pallottiner gedacht, die am 4. Juli 1976 von der argentinischen Militärdiktatur ermordet wurden
Arbeitsgemeinschaft der kath. Organisationen will starke Stimme für Menschenwürde, Gemeinwohl und Gerechtigkeit sein
Die Vollversammlung des Deutschen Koordinationsrates der pallottinischen Unio traf sich in Friedberg
Bei der jährlich stattfindenden Sommerfreizeit lädt die Hausgemeinschaft Hausgäste und Interessierte ein
Der christliche Weg zum gerechten Frieden führt zu Christus
Frau Amaka Ejie ist blind und auf die Hilfe ihres jüngsten Kindes angewiesen
Am 21. Juni 2026 verstarb unser Mitbruder P. Bernhard Pieler SAC. Er wurde 96 Jahre alt, war 72 Jahre Pallottiner und fast 68 Jahre Priester
Aufbruch nach fast 33 Jahren in St. Christophorus und Nord-Neukölln
Eines der bekanntesten deutschsprachigen Gedichte ist das „Abendlied“ von Matthias Claudius: „Der Mond ist aufgegangen“.
Podcast der Österreichischen Ordensgemeinschaften zum Weltflüchtlingstag 2026
40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer trafen sich morgens in der Kirche des ehemaligen Pallotti-Hauses in Olpe
Abschied in Vallendar: Neue Aufgaben, ein Generationswechsel und ein festlicher Abend der Gemeinschaft
Eine Lesung in der Pallottikirche gibt Einblicke in das Leben und Vermächtnis von Ruth Weiss
Jeder Mensch ist ein Planet, in ihm will sich Gott offenbaren
ZdK: „Europäische Werte weichen vermeintlichen Effizienzargumenten“
Einladung zum Campus-Day an der Vinzenz Pallotti University am 27. Juni 2026
Perspektivwechsel: Pater Richard Henkes wird zum zeitlosen Begleiter
„Hier gehört sie hin“: Die Ausstellung der Omas gegen Rechts ist bei den Limburger Pallottinern angekommen
Am Dreifaltigkeitssonntag wurden im Limburger Missionshaus dreizehn Jubilare geehrt
Generalkapitel in Pirmasens wählt neue Generalleitung für die kommenden sechs Jahre
Offener Dialog über Glauben, Kirchenentwicklung und gesellschaftliche Verantwortung

Das könnte Sie auch interessieren

Mitreden, Mitmachen, Mithelfen!

In Kontakt bleiben. Kostenlos 12 x pro Jahr!

Liken, kommentieren, abonnieren

Herzliche Einladung: Reden Sie mit!

Öffnen Sie sich Räume

Gemeinsam die Welt verändern!