Provinzversammlung der Pallottiner 2019 in Friedberg

Internationale Gemeinschaft trifft sich zur Provinzversammlung

Grenzüberschreitendes Miteinander wird erlebbar

Bunt wollen die Pallottiner sein und Gottes Vielfalt sichtbar machen. Sie leben weltweit eine Spiritualität, die Grenzen überwindet. Mit ihrer Arbeit und ihrem Gebet wollen Sie Gottes unendliche Liebe sichtbar machen.

Vom 21. bis 25. Oktober tagt die Provinzversammlung der Herz-Jesu-Provinz der Pallottiner im bayerischen Friedberg. Delegierte aus Deutschland, Österreich, Kroatien, Spanien, Südafrika, Nigeria und Malawi leben für eine Woche unter einem Dach. Die Provinzversammlung überprüft das Leben der Provinz und den Fortgang ihrer apostolischen Arbeiten. Sie plant neue Zielsetzungen und entscheidet die wichtigsten Fragen der Provinz.
Beim Missionsgottesdienst am Dienstag war der grenzüberschreitende Charakter der pallottinischen Gesellschaft deutlich zu spüren. In seiner Predigt erläuterte Pater John Ndidi Nwaocha SAC, der Delegat aus Nigeria, dass durch die Verbundenheit mit Jesus alle Menschen zu Mitgliedern einer Weltfamilie werden. Alle Getauften seien zudem dazu berufen, das Evangelium zu leben und zu verkünden. Wenn sich die pallottinische Familie jetzt in Deutschland trifft, dann müsse es darum gehen, zu fragen, „was Gott von unserer Gemeinschaft und von jedem Einzelnen erwartet. Denn alle Mitglieder der pallottinischen Gemeinschaft wissen sich von Gott berufen“, betonte er in seiner Ansprache.

Auch bei der Liedauswahl wurde deutlich, dass die Gemeinschaft über vielfältige Ressourcen verfügt. Während das Eingangslied noch in Englisch gesungen wurde, erklang bereits das Kyrie in Chichewa (Malawi), gefolgt von Liedern in Ewondo (Kamerun) und in Zulu (Südafrika). Zum Ausklang sangen Mitbrüder das Ave-Maria in Igbo, der Muttersprache der nigerianischen Mitbrüder.

Am 15. September wurde der Pallottiner Pater Richard Henkes in Limburg seliggesprochen. Deshalb gab es am Mittwoch einen besonderen Höhepunkt. Die Mitglieder der Provinzversammlung trafen sich mit Freunden und Mitstreitern zu einem Dankgottesdienst mit Weihbischof Anton Losinger in der Friedberger Stadtpfarrkirche St. Jakob. Im Anschluss wurde im Wittelsbacher Schloss gefeiert. Für die ganze pallottinische Familie ist die Seligsprechung eine große Freude, da die Kirche damit den Widerstand des Pallottiner-Paters gegen die Ideologie des Nationalsozialismus und sein Lebensopfer im KZ Dachau anerkennt.

Missionsgottesdienst bei der Provinzversammlung der Pallottiner im bayerischen Friedberg 2019
Pater John Ndidi Nwaocha SAC predigt in der Pallottikirche in Friedberg
Lesung von Bruder Klaus Schneider SAC in der Pallotti-Kirche in Friedberg (Bayern)
Pallottiner beten das Vaterunser

Dankgottesdienst für den seligen Pater Richard Henkes

Am 15. September wurde der Pallottiner Pater Richard Henkes in Limburg seliggesprochen. Deshalb gab es am Mittwoch einen besonderen Höhepunkt. Die Mitglieder der Provinzversammlung trafen sich mit zahlreichen Gästen zu einem Dankgottesdienst in der Friedberger Stadtpfarrkirche St. Jakob. Im Anschluss wurde im Wittelsbacher Schloss gefeiert.

In seiner Predigt stellte Weihbischof Anton Losinger den Seligen in eine Reihe mit anderen bedeutenden Theologen, die den Nationalsozialisten Widerstand geleistet haben, wie Alfred Delp, Maximilian Kolbe oder Dietrich Bonhoeffer. Er habe in seinen regimekritischen Predigten und mit seinem aufrechten Leben Zeugnis abgelegt für die Liebe Gottes zu den Menschen und für die Wahrheit. Wie die Widerstandskämpfer der Weißen Rose wollte Pater Henkes die Menschen wachrütteln. Bischof Losinger stellte den Anwesenden die Frage, ob sich heute genügend Christinnen und Christen und insbesondere genügend Priester finden würden, die bereit wären, Widerstand zu leisten oder auch ihr Leben zu opfern.

Bei der anschließenden Begegnung im Wittelsbacher Schloss konnte Provinzial Pater Helmut Scharler Persönlichkeiten aus Politik und Kirche begrüßen. Darüber hinaus waren viele Freunde und Mitstreiter zur Feier für den seligen Pater Richard Henkes gekommen, wie beispielsweise Johanna Stöhr, eine Urgroßnichte von Richard Henkes‘ Haushälterin Paula, die ihren zweijährigen Sohn nach dem Seligen benannt hat. Oder der aus Augsburg stammende Maler Karlheinz Uhl, der zur Seligsprechung von Pater Henkes das im Limburger Dom enthüllte Gemälde geschaffen hat.

Für die ganze pallottinische Familie ist die Seligsprechung eine große Freude, da die Kirche damit den Widerstand des Pallottiner-Paters gegen die Ideologie des Nationalsozialismus und sein Lebensopfer im KZ Dachau anerkennt.

Dankgottesdienst der Pallottiner für den seligen Pater Richard Henkes
Weihbischof Anton Losinger beim Dankgottesdienst für den Seligen Pater Richard Henkes
Fest für Pater Richard Henkes im Wittelsbacher Schloss in Friedberg (Bayern)
Provinzial Pater Helmut Scharler begrüßt die Gäste im Wittelsbacher Schloss

Überall und zu allen Zeiten haben die Dämonen im Dunkeln gelauert auf die Stunde, da der Mensch schwach wird, da er seine ihm von Gott auf Freiheit gegründete Stellung im ordo eigenmächtig verläßt, da er dem Druck des Bösen nachgibt, sich von den Mächten höherer Ordnung loslöst und so, nachdem er den ersten Schritt freiwillig getan, zum zweiten und dritten und immer mehr getrieben wird mit rasend steigender Geschwindigkeit – überall und zu allen Zeiten der höchsten Not sind Menschen aufgestanden, Propheten, Heilige, die ihre Freiheit gewahrt hatten, die auf den Einzigen Gott hinwiesen und mit seiner Hilfe das Volk zur Umkehr mahnten. Wohl ist der Mensch frei, aber er ist wehrlos wider das Böse ohne den wahren Gott, er ist wie ein Schiff ohne Ruder, dem Sturme preisgegeben, wie ein Säugling ohne Mutter, wie eine Wolke, die sich auflöst.

Gibt es, so frage ich Dich, der Du ein Christ bist, gibt es in diesem Ringen um die Erhaltung Deiner höchsten Güter ein Zögern, ein Spiel mit Intrigen, ein Hinausschieben der Entscheidung in der Hoffnung, daß ein anderer die Waffen erhebt, um Dich zu verteidigen? Hat Dir nicht Gott selbst die Kraft und den Mut gegeben zu kämpfen? Wir müssen das Böse dort angreifen, wo es am mächtigsten ist, und es ist am mächtigsten in der Macht Hitlers.

„lch wandte mich und sah an alles Unrecht, das geschah unter der Sonne; und siehe, da waren Tränen derer, so Unrecht litten und hatten keinen Tröster; und die ihnen Unrecht taten, waren zu mächtig, daß sie keinen Tröster haben konnten. Da lobte ich die Toten, die schon gestorben waren, mehr denn die Lebendigen, die noch das Leben hatten…“ (Sprüche)

Weihbischof Losinger zitierte aus dem Flugblatt Nr. IV der Weißen Rose

Text & Bilder Missionsgottesdienst: Josef Eberhard
Bilder Dankgottesdienst: Rudolf Baier

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