Not lässt sich nicht gerecht verteilen

Provinzkanzlei berät über notwendige Hilfen

Es ist die Aufgabe des Missionssekretariats, bei den Mitbrüdern in Deutschland und Österreich, in der pallottinischen UNIO und der ganzen Gesellschaft, das Interesse für die Missionsanliegen und -projekte zu wecken. Außerdem soll die Hilfe geplant und koordiniert werden. Darüber hinaus muss das Missionssekretariat den Mitbrüdern und Projektpartnern in ihren Unternehmungen beistehen.

Die Welt besser machen
Hierfür arbeitet das Missionssekretariat mit den sogenannten Provinz- und Hauskanzleien zusammen. Neudeutsch würde man wohl Fundraiser sagen. Sie tragen die Botschaft zu den Mitbrüdern in die Kommunitäten und zu den zahlreichen Wohltäterinnen und Wohltätern.
Wohltäter ist ein alter Begriff, heute würde man eher von Spendern, Unterstützern oder Förderern sprechen. Das Wort trifft es immer noch ganz gut. Missionare waren und sind von den Angehörigen, Freunden, Unterstützern und Mitbrüdern in der Heimat abhängig. Das betrifft den eigenen Lebensunterhalt, aber auch das Projekt. So kostet es beispielsweise 1400 Euro, um in Brasilien einen Brunnen zu bohren. Der Bau einer weiterführenden Schule im Himalaya erfordert hingegen 1,6 Millionen Euro – das entspricht in manchen Gegenden Deutschlands dem Wert von zwei Reihenhäusern. Für einen Missionar, der eine Schule bauen muss, bedeutet es „die Welt“.

Wohltäter ticken wie wir
Gott sei Dank sind und waren die Pallottiner mit der Not der Menschen und ihren Hilfsprojekten nie allein. Es gab zu jeder Zeit Menschen mit ähnlichen Visionen, Werten, Hoffnungen und Träumen. Gemeinsam mit den Wohltätern wurden Kinder auf die Schule geschickt, Mädchen eine neue Perspektive gegeben oder Familien eine Lebensgrundlage ermöglicht. Aber nicht nur in fernen Ländern braucht es eine Mission. Da die Pallottiner keine direkten Kirchensteuerzuwendungen bekommen, arbeiten die meisten für ihren Lebensunterhalt. Beispielsweise als Pfarrer, Berufsschullehrer, Flughafen- oder Klinikseelsorger. Das Geld wird dann umverteilt, es kommt in eine gemeinsame Kasse und davon werden alte Mitbrüder, Mitbrüder in Seelsorgeprojekten oder soziale Projekte finanziert. Da die gemeinsame Kasse immer kleiner als die „großen Ideen“ der Mitbrüder sind, suchen die Pallottiner regelmäßig Mitstreiter, welche die Projekte mittragen helfen.

Zu Hause in der Welt
Not lässt sich nicht gerecht verteilen. Deshalb treffen sich Vertreter aus den Bereichen Mission, Kanzleien und Öffentlichkeitsarbeit einmal im Jahr zu einem Austausch. Hier wird für Projekte im In- und Ausland geworben. Hier wird festgelegt, welche Projekte im kommenden Jahr unterstützt werden und welche noch nicht. Bei diesem Treffen gibt es die Informationen, damit auch vor Ort in den Kommunitäten wirkungsvoll für die Anliegen der Mitbrüder und der pallottinischen Projektpartner – beispielsweise in Indien, Kamerun, Nigeria, Brasilien, Malawi, Südafrika, Spanien, Kroatien, Deutschland oder Österreich – geworben werden kann. Und hier werden Erfolgsgeschichten von laufenden oder bereits abgeschlossenen Unternehmungen erzählt.

2019 ¬ Schwerpunkt Himalaya und Deutschland
Beim Treffen am 3. April 2019 wurde festgelegt, dass in naher Zukunft die Unterstützung einer indischen Pallottinerprovinz am dringendsten ist. Die Mitbrüder wollen mit der Unterstützung aus Deutschland und Österreich eine weiterführende Schule in der Himalaya-Region bauen. In der abgelegenen Bergregion haben Kinder und Jugendliche keine Perspektive, erklärt der Missionssekretär Pater Markus Hau. Die nächste höhere Schule ist eine Dreitagesreise entfernt. Das ist für die einheimischen Familien einfach nicht machbar.

Bis zum Spätherbst sollen dann die verschiedenen Unternehmungen der Pallottiner in Deutschland und Österreich – im Bereich Jugend, Senioren, Familie – näher vorgestellt werden und es soll für eine solidarische Unterstützung geworben werden.

Daneben wird im kommenden Jahr eine große Zahl bestehender Projekte weiterhin unterstützt, damit die Arbeit vorangeht – so beispielsweise in Malawi oder Nigeria. Außerdem erhalten mehrere pallottinische Einrichtungen einen Zuschuss, um notwendige Veränderungen angehen zu können, beispielsweise im Bereich der Jugend- und Bildungsarbeit in Deutschland.

Auch Wohltäter haben Bedürfnisse
Nicht nur die Hilfe-Empfänger haben Bedürfnisse. Auch wenn die Unterstützerinnen und Unterstützer inhaltlich und bei den Zielen nahe beieinander sind, so haben Sie in der Spendenabwicklung ganz unterschiedliche Wünsche, erläutert André Lersch, der seit letztem Jahr für die Provinzkanzlei zuständig ist. So ging es bei dem Treffen auch um die Frage, welcher Wohltäter braucht was? Welche Projekte sollen auf dem Online-Spenden-Formular aufgeführt werden? Wer erstellt die Dankschreiben, wer berichtet von den Projektfortschritten und stellt – bei Bedarf – Spendenbescheinigungen aus? Wer verschickt Bücher oder Zeitschriften und wie werden die Abreißkalender am günstigsten versandt? Kann man beim Versand der Gästehäuserprospekte eventuell auch gleich für Missionsprojekte werben oder wird das als aufdringlich empfunden? Wie können Gelder sicher und schnell ins Ausland weitergeleitet werden?
Die Pallottiner sind zuversichtlich, dass auch im kommenden Jahr wieder alles klappen wird. Zur Unterstützung werden sie im kommenden Jahr ein neues Buchungs- und Spendenverwaltungsprogramm bekommen. Das wird allerdings nicht von den Spendeneinnahmen bezahlt, versichert der dafür zuständige Provinzökonom Pater Rainer Schneiders, sondern aus der gemeinsamen Kasse der Mitbrüder.

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Andacht in der Pallotti Kirche Friedberg
Vizeprovinzial Pater Michael Pfenning SAC

Text & Bilder: Josef Eberhard

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Beim Treffen des Missionssekretariates mit den Provinzkanzleien wurden die Schwerpunkte zukünftiger Patenschaften und Hilfsaktionen besprochen.

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