Unterwegs zwischen Redaktion, Rektorat und Provinzleitung

Chefredakteur Pater Alexander Holzbach SAC

„Ich stamme aus einem kleinen Westerwalddorf, 20 Kilometer von Limburg entfernt. 1963 bekamen wir ein Auto und fortan fuhren meine Eltern alle vier bis sechs Wochen nach Limburg in die Pallottiner-Kirche zu den feierlichen Gottesdiensten.  Das war ich vom Dorf nicht gewohnt“, erzählt Pallottinerpater Alexander Holzbach. Sein Büro im pallottinischen Provinzialat in Friedberg wirkt wie ein Archiv der Kirchenliteratur: Bücher, Zeitschriften und Magazine ganz unterschiedlicher Jahrzehnte stehen aufgereiht nebeneinander. Nicht wenige davon stammen aus seiner eigenen Feder.

„Mir waren die Pallottiner – besonders deren Liturgie – schon von Kindesbeinen an ein Begriff.“ Ein junger Mann aus seinem Dorf besuchte damals das Spätberufenenkolleg der Pallottiner, das Bischof-Vieter-Kolleg, in Limburg. „Als ich dann mit 14 Jahren aus der Volksschule kam, hatte ich den Impuls, dass ich dort auch hin wollte.“ Konkrete Zukunftspläne hatte er damals noch nicht – erst einmal hatte er das Abitur vor sich. „Wie nebenbei lernte ich die Gemeinschaft kennen. Und nachdem ich in Rheinbach das Abitur gemacht hatte war mir klar: ich will auch Pallottiner werden.“ Aus Anstand habe er sich damals noch das Kloster Maria Laach angesehen, gesteht er heute schmunzelnd. „Damit ich ehrlich sagen konnte: Es war eine Entscheidung. Aber im Grunde genommen kannte ich nur die Pallottiner. In der Gemeinschaft habe ich mich wohl gefühlt; das war wie eine zweite Familie für mich.“

Es folgten das Noviziat in Untermerzbach und später das Theologiestudium in Vallendar, das für ihn ein weiteres richtungsweisendes Erlebnis mit sich bringen sollte. „Wir hatten damals verschiedene Praktika, die man während der Ferien absolvieren musste und ein sogenanntes Freipraktikum.“ Nachdem er selbst keine Idee hatte, wie er dieses verbringen sollte, freute er sich über den Vorschlag des damaligen Regens, sich sechs Wochen lang Verlag, Redaktion und Druckerei der Pallottiner in Limburg anzusehen. „Ich war dann drei Wochen in der Redaktion von „das zeichen“ und drei Wochen im Lektorat des damals noch gemeinschaftseigenen  „Lahn Verlag“. Und das machte mir Freude.“ Auch die Mitbrüder vor Ort freuten sich über das Interesse des Jüngeren und hielten fortan „ein wenig die Hand über ihn“.

Nach dem Studium wurde er „drei wunderbare Jahre“ lang Kaplan in Limburg, ehe die Mitbrüder aus der Redaktion erneut anklopften, ob er noch interessiert sei. Pater Holzbach war nach wie vor interessiert; doch da die pallottinische Redaktion damals sehr stark besetzt war, wollte er von Anfang an etwas mit- und einbringen. Nach längerem Suchen fiel die Entscheidung auf ein Redaktionsvolontariat beim „Rheinischen Merkur“ in Bonn. „In den 18 Monaten sollte ich eigentlich alle Ressorts kennenlernen. Im Feuilleton war ich nicht lange, die bunte Seite war sehr interessant. In der Wirtschaft war ich eher hinderlich, doch da waren sehr nette Kollegen. Und dann geschah es, dass die Mitarbeiterin, die die katholische Seite machte, mehrere Monate ausfiel. Ein anderer Redakteur übernahm den Bereich kommissarisch und holte mich dazu.“ So kam es, dass Pater Holzbach über ein Jahr lang unter der Woche in der Redaktion in Bonn arbeitete und am Wochenende von Rheinbach aus Gottesdienste in der Eifel feierte. „Es war eine sehr fruchtbare und schöne Zeit.“ 1987 trat er dann in die Redaktion der Zeitschrift „das zeichen“ in Limburg ein. „Nebenbei habe ich natürlich auch andere Dinge gemacht, wie Einkehrtage, Mitarbeit im Bistum und in Pfarreien oder die Begleitung von Pallottiner-Pilgerfahrten.“ 1991 wurde er Chefredakteur von „das zeichen“, 1996 kam dann die Redaktion von „Pallottis Werk“ dazu. „Ich war immer gerne in Limburg. Die Marienkirche liebe ich seit meinem neunten Lebensjahr. Dann kam 2005 die Frage: Wer wird hier Rektor? Und so wurde ich Rektor und Redakteur.“ 2011 zog er mit der Redaktion im Zuge der Fusion von Norddeutscher und Süddeutscher Pallottiner-Provinzen nach Friedberg um und wurde Rektor der dortigen Hausgemeinschaft. „Unbekannt war mir Friedberg ja nicht. Ich habe hier Anfang der 1980er Jahre meine Pastoralausbildung genossen. Nach der Fusion der beiden Zeitschriften „Katholisches Apostolat“ und „das zeichen“ 1998 war ich hier regelmäßig zu Redaktionskonferenzen.“

„Heute ist das Schöne meines Lebens auch das Schwere meines Lebens: die drei Hochzeiten, auf denen ich tanze:  Als Redakteur bin ich für „das zeichen“ und „Pallottis Werk“ zuständig, als Rektor der Hausgemeinschaft und der Pallotti-Kirche fällt mir auch die Sorge für Gäste zu. Und dann bin ich seit vier Jahren ja in der Provinzleitung. Der übliche Tagesablauf eines  Pallottiners spielt für mich eine wichtige Rolle im Tausenderlei des Alltags: etwa der Gottesdienst am Morgen, das Mittagsgebet u.s.w. Ich predige gerne hier in der Pallotti-Kirche im Provinzialat oder gehe in die Dörfer. Einen Sonntag ohne Gottesdienst und Predigt könnte ich mir nur schwer vorstellen.“ Aber letztendlich sehe bei ihm kein Tag aus wie der andere. Nach wie vor begleitet er auch Pilgerreisen der Pallottiner. „Das macht mir ungeheure Freude.“ Doch auch im Alltag begegne er vielen interessanten Menschen. „Manchmal erzählen sie mir aus ihrem Leben und ich wundere mich ein wenig, weil sie mich ja gar nicht kennen. Ähnliches geschieht in der Redaktion per Post oder Telefon. Menschen haben Vertrauen, nur weil ich Pallottiner bin. Solche Erfahrungen bereichern ungemein und machen Mut in müden Phasen, die es natürlich auch gibt.“

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