Versöhnung
Editorial: Bruchstellen in gold


Haben Sie schon mal von „Kintsugi“ gehört? Es handelt sich dabei um eine japanische Tradition, bei der zerbrochene Keramik oder Porzellanstücke kunstvoll repariert werden. Die Scherben werden dabei mit einem speziellen Lack zusammengeklebt, der häufig mit Gold-, Silber- oder Platinpulver vermischt ist. Die Bruchstellen werden nicht versteckt, sondern gerade hervorgehoben, was die Objekte einzigartig werden lässt. Eine besondere Ästhetik entsteht.
Passt das nicht auch zum Leben? Ja, wäre das nicht eine schöne Philosophie: die Momente, die nicht gut waren, statt zu verdrängen zu heilen und bewusst anzuschauen? Momente, in denen wir verletzt wurden oder in denen wir andere verletzt haben, nach einer Versöhnung als Momente des Wachstums zu erkennen, die uns erst zu dem machen, wer wir heute sind?
Das Prinzip hinter „Kintsugi“ gibt es wohl auch im Zen Buddhismus. Doch auch wir Christinnen und Christen können dem etwas abgewinnen, finde ich. Vergebung ist ein Markenkern des Christentums. Jesus vergibt noch am Kreuz den Menschen, die ihn zum Tode verurteilt haben: „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“ (Lk 23,34). Ist das nicht unglaublich?
„Ja ich glaub an Jesus, ja ich glaub an Liebe, ja ich glaub an Vergebung und ich glaub an Frieden. Ja ich glaub an Hoffnung in der dunkelsten Zeit“, singen die Rapper „O’Bros“, die mit ihrer christlichen Musik kürzlich die deutschen Albumcharts erobert haben. Vor allem junge Menschen singen bei ihren Konzerten auch Zeilen wie diese laut mit: „Ja ich glaub an nen Neuanfang. Lass uns heut anfang und wie Jesus vergeben“. Dass das nicht immer leicht ist, weiß jeder aus Erfahrung.
Doch wenn es gelingt, können aus dunklen Momenten Schmuckstellen werden, die einen daran erinnern, dass auch wir über uns hinauswachsen können, Größe zeigen und dann in neuer Gestalt weitergehen. Auch wenn manche Wunden vielleicht lange offen bleiben. Das kann passieren, wenn Lebenspläne nicht aufgehen oder man von geliebten Menschen Abschied nehmen muss. Aussöhnung braucht Zeit. Doch dann schafft sie den Frieden, den sich Gott für uns wünscht. Wie das gelingen kann, darüber haben unsere Autorinnen und Autoren in dieser Ausgabe nachgedacht.
Eine inspirierende Lektüre wünscht Ihnen
Ihre
Alina Rafaela Oehler
Chefredakteurin
Bild Titel: Laura Chouette/unsplash
Bild Editorial: Marco Montalti/iStock
Beiträge aus dem Heft: Versöhnung | Januar 2026
Ohne Ballast durchs Leben gehen
Viele Vorsätze fassen wir jedes Mal zu Beginn des Jahres. Ein guter, lohnenswerter und sinnvoller Vorsatz wäre: Versöhne dich mit dir selbst!
Mea culpa –
Meine Schuld
Warum wir zuerst auf uns selbst blicken sollten, als vorschnell andere zu verurteilen.
Für Sie gelesen
Eine Auswahl von Büchern, die unsere Redaktion für Sie zusammengestellt hat. Entdecken Sie Publikationen, die zum Nachdenken anregen!
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