Im Gedenken
Pater Heinz-Heribert Rosenbaum SAC
Am Morgen des Guten-Hirten Sonntages, dem 26. April 2026, starb im Krankenhaus in Calgary (Kanada) unser Mitbruder Pater Heinz-Heribert Rosenbaum SAC. Er war 91 Jahre alt, 68 Jahre Pallottiner und 63 Jahre Priester.
Heinz-Heribert Rosenbaum wurde am 6. Dezember 1934 als Kind des Bohrers Heinrich und seiner Ehefrau Anna (geborene Nerlich) in Dortmund geboren. Auch zwei Töchter wurden der Familie geschenkt: Elisabeth und Maria-Theresia. Er kam aus einer Familie, in der der Glaube eine wichtige Rolle spielte und dem jungen Heinz auch in den Zeiten des Nationalsozialismus Richtung und Halt gab. Prägend waren für ihn die schweren Zerstörungen seiner Heimatstadt Dortmund im Bombenkrieg. Sein Elternhaus und auch seine Pfarrkirche St. Joseph fielen den Bomben zum Opfer. Schon früh wuchs in ihm der Wunsch, Priester zu werden. Von seiner Familie unterstützt wurde er erst Messdiener. Sein Heimatpfarrer Ernst inspirierte ihn, Pallottiner zu werden und so wechselte er 1948 nach Rheinbach ins Internat. Hier entdeckte er bei einer Scholaprobe seine große Leidenschaft und Begabung: die Musik. Als der Chorleiter plötzlich eine Aushilfe übernehmen musste, sprang Heinz ein und leitete spontan die Schola. Das Chorleiten und die Musik werden ihn ein Leben lang begleiten.
Sein Talent wurde bei den Pallottinern gefördert. Er erlernte Geige und leitete in Vallendar den sogenannten „Russen-Chor“, der die byzantinische Liturgie begleitete.
Am Markustag 1958 legte er seine erste Profess ab, 1961 seine ewige Profess.
Am 17. Juli 1962 wurde Heinz-Heribert Rosenbaum in der Wallfahrtskirche in Schönstatt vom damaligen Weihbischof Bernhard Stein zum Priester geweiht.
Von den Oberen wurde er 1963 in die Mission nach Kanada geschickt. In Alberta sollten er und P. Wolfgang Weis zu Lehrern ausgebildet werden, um eventuell eine eigene Schule der Gemeinschaft in Kanada aufzubauen. Von 1966 an studierte er für zwei Jahre Erziehungswissenschaften, um dann für 15 Jahre an der St. Francis Highschool in Calgary als Lehrer zu arbeiten. Bis 1982 unterrichtete er zunächst Latein, später Englisch, Deutsch und Geschichte, in späteren Jahren vor allem Religionsunterricht.
Als Chorleiter in der St. Boniface Pfarrei in Calgary und mit der Gründung des Deutsch-Kanadischen Männerchores in Calgary blieb P. Rosenbaum seiner deutschen Heimat verbunden. Mit deutschen Kirchenliedern zog er mit seinen Chören viele Menschen an.
1982 wurde er als Pfarrer nach Swan River in Manitoba versetzt. In den dortigen Missionsgemeinden kümmerte er sich um die indigenen Einwohner und tauchte in deren Kultur und Situation ein. 1988 zum Delegaten ernannt, wechselte er nach Calgary um dort als zweite Aufgabe die Bildungsabteilung der Diözese aufzubauen und in den Pfarreien St. Cecilia und St. Boniface erst als Kaplan später als Pfarrer zu arbeiten.
Als Musikliebhaber baute sich P. Rosenbaum eine große Sammlung von Schallplatten und später CDs auf. War er in Deutschland auf Heimaturlaub, war er froh neue Aufnahmen seiner geliebten klassischen Musik zu erwerben.
Begeistert war er Mitglied der „Knights of Columbus“, einer traditionell katholischen Organisation, in der P. Rosenbaum in den obersten Rang aufgestiegen ist und von 2002 bis 2014 als deren Kaplan fungierte.
Der Pfarrei St. Boniface blieb er lange treu: von 1995 bis 2001 und dann wieder von 2010 bis 2024 war er den Menschen dort Seelsorger. Er konnte den Wandel der deutschsprachigen Auswandererpfarrei nach dem Krieg hin zu einer englischsprachigen kanadischen Gemeinde begleiten.
Bewusst entschied sich P. Rosenbaum in Kanada zu bleiben. Als 2009 die Zeit der deutschen Delegatur endete, blieb er in Calgary, dass ihm zur Heimat geworden war.
Seit dem 1. Dezember 2022 lebte er im Seniorenheim Providence Care Centre in Calgary. Begleitet wurde er in den vielen Jahren in Calgary von der Pfarrsekretärin Brigitte Betz, die für ihn sorgte. Vor allem die Korrespondenz mit Deutschland, mit seiner Familie und den Mitbrüdern hielt sie aufrecht.
Vielen Menschen war P. Henry Rosenbaum – wie er in Kanada nur genannt wurde – ein guter Hirte. Wir Pallottiner verlieren mit P. Rosenbaum einen treuen Seelsorger und Brückenbauer zwischen den Welten. Mit ihm stirbt der letzte deutsche Pallottiner in Kanada. Ein wichtiges Kapitel unserer Provinzgeschichte schließt sich mit ihm. Möge er die Stimme des guten Hirten hören und von ihm gerufen werden in das weite Land seiner Verheißung.
Das Requiem und die anschließende Beerdigung finden am Donnerstag, den 7. Mai 2026 um 11 Uhr in der St. Cecilia Church in Calgary (Kanada) statt. Aus Dankbarkeit für seinen langen Dienst in der Diözese und um den ältesten Priester seiner Diözese zu ehren, wird der Bischof von Calgary William McGrattan der Eucharistiefeier vorstehen.
Priester, die konzelebrieren wollen, werden gebeten, Schultertuch, Albe und Stola mitzubringen. Anstelle zugedachter Kranzspenden erbitten wir im Sinne des Verstorbenen eine Spende für die missionarischen Aufgaben unserer Gemeinschaft (Pallottiner KdöR, Stichwort „Mission“, Pax-Bank für Kirche und Caritas eG, IBAN DE41 3706 0193 1053 3930 00). Vielen Dank.
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