Mit dem Pfarrhaus fängt es an - in Malawi geht es voran

Ab jetzt werden die selbstgemachten Ziegel verbaut

Es geht voran in Kaphatika. Aus dem Boden wachsen am Rande des Dorfes das Fundament und die Mauern. Das Pfarrhaus soll bis Mai fertig sein. Für Mr. Bernard Nyang’wa ist das Haus mit seinen 5 Räumen, einer Küche und Büros ein Großauftrag. Gebaut wird wie in Malawi üblich mit selbstgebrannten Ziegeln. Sie wurden seit letztem Herbst in Eigenleistung von den Mitgliedern der fünfzehn Außenstationen der Pfarrei gebrannt. Immer eine „Kleine Christliche Gemeinschaft“, so heißen die Gebetsgruppen, die das gesamte Pfarrleben organisieren, traf sich für einen ganzen Tag, um Ziegel zu brennen. Für die Menschen in Kaphatika ist es wichtig, dass ihre Pfarrei wächst. Mit dem Pfarrhaus fängt es an.

Bruder Bert organisiert das Baumaterial
Für die Pallottiner braucht es ein Zentrum im Dorf, um die Arbeit dort aufbauen zu können. Neben dem Pfarrer P. Jones Wellos, ist Br. Bert Meyer dort, um die Bauarbeiten zu koordinieren und vor allem die Baumaterialien zu organisieren, was in einem wenig entwickelten Land wie Malawi gar nicht leicht ist.
Bauarbeiter gibt es genug. Wie im biblischen Gleichnis kommen jeden Tag im Morgengrauen Tagelöhner zur Baustelle und werden je nach Bedarf angeworben. Für uns Deutsche eine eigenartige Vorstellung – in Malawi aber die normale Form der Anwerbung. Für diese erste Projekt-Etappe hatten bei der Jahresaktion “mpapa malawi – Malawi braucht Freunde” Ende 2017 zahlreiche Freunde und Freundinnen der Pallottiner und der UNIO ihre Spenden an das Missionsbüro übergeben. Dieses Bau-Budget kann jetzt auch für das Pfarrhaus verwendet werden.

Renovierungsarbeiten 2019
2019 soll die Pfarrkirche ein neues Dach aus Spendengeldern bekommen. Das ist dringend nötig, da das alte Wellblechdach keinen Schutz in der Regenzeit bietet und der Lehmboden sich dann in eine riesige Schlammlache auflöst.
Auch die Schule wird 2019 renoviert. Das ist aber nur der erste Schritt: Dringend braucht es eine Erweiterung, da die Klassenräume nicht ausreichen.

Ab Herbst können wir junge Malawier aufnehmen
Wenn das neue Pfarrhaus bezogen ist, bietet es mehr Platz zur Entwicklung. Dringend brauchen wir mehr Mitbrüder in Malawi. Die Pfarrei ist zu groß und die Wege zu weit für einen allein. Ab Herbst soll Pater Jones von weiteren Mitbrüdern unterstützt werden. Außerdem soll für eine Übergangszeit das Postulat – die Einführungszeit für Pallottiner-Interessenten – dort untergebracht werden. Jedes Jahr äußern junge Männer den Wunsch, in die Gemeinschaft in Malawi einzutreten. Ab Herbst dieses Jahres wird es möglich sein und die Gemeinschaft, so Gott will, wachsen lassen.

Kooperative gegen Hunger und Elend
Br. Bert hat viele Ideen zur Entwicklung des Dorfes. Nicht nur die Dorfschule wird dieses Jahr renoviert werden, sondern unweit des Pfarrhauses wird auch eine Maismühle gebaut.
Die meisten Familien leben vom Maisanbau. Bisher musste der Mais in eine weit entfernte Mühle gebracht werden, verbunden mit Kosten für den Transport und die Arbeit. In Zukunft wird die Mühle in Kaphatika stehen – mitten im Ort, leicht erreichbar.

Das ist erst der Beginn eines Förderungsprogrammes für die Menschen:
Mit einem neuen Maisspeicher könnte die Ernte besser und länger gelagert werden und damit zu einem höheren Preis verkauft werden. Außerdem wird der Speicher als Notreserve dienen, sollte eine schlechte Ernte drohen.
Ein Transportfahrzeug kann die gesamte Ernte des Dorfes zum nächsten Markt bringen, um diese dort zu verkaufen.
Ziel ist es, eine Art Kooperative mit den Dorfbewohnern zu gründen und ihnen so ein gesichertes, regelmäßiges Einkommen zu schaffen. All das, soll und wird in den nächsten Jahren in Kaphatika entstehen.

Ein “kleines Ding” – 7000 km von Deutschland entfernt
Ein kleiner Beginn in Kaphatika. Bei meinem Besuch fragte ich die Leute: Was bedeutet eigentlich Kaphatika? „Das kleine Ding, das von selbst irgendwo kleben bleibt“. Ein eigenartiger Name. Ich habe die Christen von Kaphatika im Sonntagsgottesdienst gefragt: „Was ist das kleine Ding, dass irgendwo kleben klebt?“ Sie haben gelacht und wussten nicht so recht. Vielleicht der Glaube.

Vielleicht dieser kleine Beginn. Wie das Samenkorn, irgendwohin geweht, mit der Kraft, dass daraus Leben wachsen kann. Geweht nun an den einsamen Ort Kaphatika in Malawi, mitten in der Savanne, 50 Kilometer Distanz zum großen Malawisee, 200 km von der Hauptstadt Lilongwe und 7000 Kilometer von Deutschland entfernt.
Das kleine Ding – Miteinander dort zu glauben, sich Hoffnung zu geben, das Leben zu teilen, damit dort etwas wachsen kann. An Solidarität, an gegenseitiger Unterstützung. Dass dort die Kinder besser aufwachsen können und eine Zukunft haben. Dass die Pallottiner helfen können, dort das Leben zu verbessern. Was ist das kleine Ding, das von selbst kleben bleibt? Was wäre Ihre Antwort? Ihr Wunsch für Kaphatika?

Bericht und Bilder: Pater Markus Hau, Missionssekretär

Pallottiner-Bruder Bert Meyer SAC in Malawi
Jedes Jahr äußern junge Männer den Wunsch, in die Gemeinschaft in Malawi einzutreten. Ab Herbst dieses Jahres wird es möglich sein.

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