Wohnungslosenhilfe sucht Plätze für Frauen
Frauentreff St. Marien unterstützt den Fachdienst der Caritas – 70 Gäste beim Fastenessen
„Immer mehr Frauen werden wohnungslos. Wir haben 21 Plätze für Männer und bräuchten sechs Plätze für Frauen. Uns steht aber nur eine Wohnung zur Verfügung.“ Mit diesen Worten schilderte Sandra Fellmann-Kolb, Leiterin des Fachdienstes Wohnungslosenhilfe der Caritas, im Pfarrheim St. Marien die aktuelle Situation.
Mittagessen für einen wohltätigen Zweck hat Tradition
Dort waren am vierten Fastensonntag, am 15. März 2026, nach der heiligen Messe in der benachbarten Pallottinerkirche auf Einladung des Frauentreffs mehr als 70 Gäste zu einem Fastenessen in geselliger Runde zusammengekommen. Mit ihren Spenden dankten sie für das leckere Essen und unterstützten zugleich die Wohnungslosenhilfe.
Regina Draheim, gemeinsam mit Inge Sauer Leiterin des Frauentreffs, blickte auf mehr als drei Jahrzehnte zurück, in denen Frauen der Pfarrei und des heutigen Kirchorts ein Mittagessen für einen wohltätigen Zweck zubereiten. Auf dem Speiseplan standen diesmal Kartoffelsuppe mit Würstchen, Waffeln und Getränke. Regina Draheim berichtete zudem von einer wachsenden Frauengemeinschaft am Kirchort mit derzeit 35 Mitgliedern. Zugleich sprach sie Sandra Fellmann-Kolb ihre Anerkennung für deren Geduld und Mut aus, in dem schwierigen Aufgabenfeld der Wohnungsnot für benachteiligte Menschen zu arbeiten.
Ziel ist es, die Lebenssituation nachhaltig zu verbessern
Der Fachdienst Wohnungslosenhilfe des Caritasverbandes ist im Kreis Limburg-Weilburg im Rahmen des EhAP-Projekts tätig. Dabei handelt es sich um eine vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie vom Europäischen Sozialfonds Plus geförderte Initiative zur sozialen Eingliederung besonders benachteiligter Menschen. Der Fachdienst bietet kostenlose Beratung und Unterstützung für neuzugewanderte EU-Bürger, wohnungslose Menschen sowie Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Ziel ist es, ihre Lebenssituation nachhaltig zu verbessern. Als Anlaufstelle zum Aufwärmen dient der Treffpunkt „Oase“ in der Eisenbahnstraße.
Fellmann-Kolb erläuterte: „Wir versuchen, Wohnraum zu sichern, und bieten eine ambulante Fachberatung an. Wir nehmen Kontakt zu Vermietern auf, ermitteln Gründe für eine Kündigung und organisieren die Übernahme von Mietschulden. Wenn wohnungslose Frauen eine Bleibe finden, werden sie von uns ambulant betreut. In Kooperation mit der Stadt begleiten wir sie sozialpädagogisch. Wir bieten ein aktives Miteinander an, unternehmen auch Ausflüge und sind dankbar, wenn wir dabei mit Spenden unterstützt werden.“ Der Frauentreff St. Marien trägt mit dem Erlös von 750 Euro aus dem Fastenessen dazu bei.
Ziel der Caritas-Wohnungslosenhilfe ist es, Ausgrenzung zu überwinden und betroffene Menschen durch niederschwellige Beratung wieder an das reguläre Hilfesystem und auch an den Arbeitsmarkt heranzuführen. Menschen geraten aus ganz unterschiedlichen Gründen in die Wohnungslosigkeit, berichtete Fellmann-Kolb – etwa durch das Scheitern einer Ehe, den Verlust des Arbeitsplatzes, tragische Ereignisse, Zerwürfnisse, Krankheit oder Sucht. Fast ein Drittel der Menschen, die auf der Straße leben, seien junge Erwachsene.
21 Plätze für Wohnungslose in Limburg an der Lahn
Der Caritas-Wohnungslosenhilfe stehen insgesamt 21 Plätze zur Verfügung: zehn in der Eisenbahnstraße, sieben im Heppelstift und vier in der Gartenstraße. Hinzu kommen vier Plätze für Durchreisende, jedoch nur ein Platz für Frauen.

Beitrag und Bild: Dieter Fluck
Weitere Informationen: www.caritas-limburg.de
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