Im Gedenken
Bruder Wilhelm Stahl SAC
Am Abend des vierten Fastensonntages, dem 15. März 2026, starb in seinem Zimmer in Limburg unser Mitbruder Bruder Wilhelm Stahl SAC in seinem 91. Lebensjahr und 69. Jahr seiner Profess.
Wilhelm Stahl wurde am 2. März 1935 in Schifferstadt in der der Pfalz als zweiter Sohn von Georg und Elise Stahl geboren. Mit den Eltern und den beiden Brüdern Alois und Ernst wuchs er auf dem Bauernhof der Familie auf. Von 1941 bis 1949 besuchte er die Volksschule. Als Ministrant in seiner Heimatgemeinde St. Jakobus kam er über den Pfarrer mit dem Pallottiner P. Joseph Finster und mit der Schönstattbewegung in Kontakt. Seine erste Pilgerfahrt machte er mit dem Rad von Schifferstadt nach Schönstatt.
Mit 19 Jahren trat er ins Postulat der Pallottiner ein und legte nach dem Noviziat am 30. November 1956 in Limburg seine erste Profess und zum gleichen Datum 1961 seine Ewige Profess ab. In den ersten Jahren in Limburg arbeitete Wilhelm in verschiedenen Bereichen des Hauses mit. Später kümmerte er sich auf der Kranken- und Seniorenstation um die Mitbrüder.
Mit der Versetzung ins Hermann-Josef-Kolleg nach Rheinbach im November 1961 begann für Br. Stahl die wohl intensivste Zeit seines Lebens. Zuerst in der Küche, später auch in der Bäckerei eingesetzt, übernahm er bald noch die Sorge um die Schönstattkapelle, sowie den Küsterdienst an der Pallottikirche.
Um die vielen Arbeiten unter einen Hut bringen zu können, „beschäftigte“ Br. Stahl verschiedene Internatsschüler im Kapellchen, in der Kirche und Bäckerei. Er hatte einen guten Draht zu den Jugendlichen und wusste sie mit seinem Humor zu begeistern. Neben Radausflügen zu den Pfarrfesten in der Umgebung gehörte ein jährlicher Ausflug in die Pfalz, die Mosel oder nach Heidelberg dazu. Die Wanderungen, das Zelten und der Besuch bei Br. Stahls Familie in Schifferstadt blieben den Jungen in guter Erinnerung.
In der Bäckerei buk Wilhelm Stahl Unmengen an Hefezöpfen und Kuchen – seine berühmten „Stahlplatten“. Im Sommer kreierte er Eis. Ein Höhepunkt war in der Vorweihnachtszeit das gemeinsame Backen mit seinen Leuten in der Bäckerei. Was mit simplem Spritzgebäck anfing, endete in heiterer Atmosphäre oft in allerlei lustigen Formen des Gebäckes. Daneben produzierte er große Mengen an Christstollen, die er an die mit dem Haus verbundenen Familien und Freunde großzügig verschenkte.
Rheinbach war ihm zur zweiten Heimat geworden: Sein Ort war das Kapellchen, dass er „schrubbte und pflegte wie sein Eigen“. Über dreihundert Hochzeiten bereitete er dort vor und war stolz darauf.
Als er nach 36 Rheinbacher Jahren nach Limburg wechselte, fiel ihm das schwer. Auch im Missionshaus arbeite er bis zu seinem 80´ten Lebensjahr in der Küche und verbrachte seine Freizeit damit die Umgebung mit dem Fahrrad zu erkunden. Zusammen mit Br. Karl-Heinz Schmidt auch größere Radtouren in die Schweiz und nach Österreich.
Dem Wallfahren blieb er treu: neben Jerusalem, Fatima, Banneux und Lourdes reiste er nach Rom. Von dort brachte er sein Brustkreuz mit, das zu seinem Erkennungszeichen in den letzten Jahren wurde und ihn schon mal mit einem Bischof verwechseln ließ.
Sein Zimmer im Haus war wie ein kleines Heiligtum. Angefüllt mit vielen Heiligenstatuen, Andenken und vor allem dem Bild der Gottesmutter von Schönstatt, die er ein Leben lang verehrte.
Und so wie er sich weigerte auf ein Elektrorad umzusteigen, weil er lieber der eigenen Kraft vertraute, wollte er in der letzten Zeit nicht von seinem Platz im Speisesaal weichen, um in die Seniorenstation zu wechseln. Dort frühstückte er noch am Sonntagmorgen – so wie viele Mitbrüder ihn in Erinnerung haben – auf seinem Platz zu einem etwas späteren Frühstück, froh und dankbar, wenn man sich zu einem kurzen Schwätzchen zu ihm hinsetzte.
Am Abend dieses Sonntags wurde Br. Wilhelm Stahl auf seine letzte Pilgerfahrt gerufen.
Mit Br. Wilhelm Stahl verlieren wir Pallottiner eines der letzten Rheinbacher Originale. Er hat mit seiner einfachen Art ehrlich seinen Glauben gelebt und in allen Stürmen und Schwierigkeiten seines Lebens kindlich der Gottesmutter vertraut. Möge Christus ihn ins österliche Licht rufen!
Wir feiern die Eucharistie im Gedenken an Br. Wilhelm Stahl SAC am Freitag, dem 20. März 2026 um 10.30 Uhr in der Pallottinerkirche St. Marien zu Limburg, Wiesbadener Straße 1. Anschließend findet die Beisetzung auf unserem Friedhof statt.
Priester, die konzelebrieren wollen, werden gebeten, Schultertuch, Albe und Stola mitzubringen. Anstelle zugedachter Kranzspenden erbitten wir im Sinne des Verstorbenen eine Spende für die missionarischen Aufgaben unserer Gemeinschaft (Pallottiner KdöR, Stichwort „Mission“, Pax-Bank für Kirche und Caritas eG, IBAN DE41 3706 0193 1053 3930 00). Vielen Dank.
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