Weihnachtskrippe St. Marien Limburg

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Limburger Weihnachtskrippe

Krippe der Pallottiner in St. Marien lockt die Besucher an

Die Weihnachtskrippe der Pallottiner in Limburg zählt zu den größten und schönsten Kirchenkrippen in der Region. Eingebettet in eine Mooslandschaft zeigt sie nicht nur die klassische Szene von Maria und Josef mit dem Christkind in der Krippe, begleitet von der Idylle „Ochs und Esel“, Hirten, Schafen und den später eintreffenden drei Königen. Bevor es zu der Menschwerdung Christi kommt, wird dort in der Pfarrkirche „St. Marien“ die Vorgeschichte bildlich dargestellt, wie sie die Evangelisten an den vier Sonntagen im Advent berichten.

Jedes Jahr anders

In diesem Jahr reicht der Bilderbogen von der Verkündigung der frohen Botschaft durch den Engel Gabriel an Maria, über Johannes, den Rufer in der Wüste, bis hin zu Johannes, der mit den Leuten über ihre Umkehr spricht. Da der vierte Advent heuer auf den Tag vor Heiligabend fällt, steht dort bereits das eigentliche Weihnachtsbild. Je nachdem welcher Evangelist im betreffenden Jahr das Sagen hat, ob Matthäus, Markus, Lukas oder Johannes, werden die Szenen figürlich umgesetzt, so zum Beispiel die Herbergssuche, die Flucht nach Ägypten oder die Darstellung Jesu im Tempel.

Bruder Messers Leidenschaft

Dass die sich wandelnde Krippe Jahr für Jahr so wunderbar möglich ist und war, das verdanken die Kirchenbesucher dem Pallottinerbruder Alois Messer. 45 Jahre lang versah er den Küsterdienst, pflegte die beliebte Pfarrkirche in der Limburger Südstadt und sorgte für einen reibungslosen Ablauf der Gottesdienste. Bis vor drei Jahren baute er mit einem Helferstab die Krippe selbst auf, die vor vier Jahrzehnten von einer Firma in der Wallfahrtsstadt Kevelaer am Niederrhein erworben wurde. Messer hat die teils meterhohen Figuren eingekleidet, deren Kostüme seinerzeit von Näherinnen im Limburger Missionshaus angefertigt wurden, und mit Schönstatt-Schwestern renoviert.

„Ich habe die Krippe nach israelischem Vorbild mit Sand und Palmen gestaltet, nachdem ich mir im Heiligen Land Gebetsstätten wie die Verkündigung in Nazareth angeschaut hatte“, erzählt Bruder Messer, der ganze Abhandlungen über die Krippe, ihre Gestaltung und Bedeutung verfasst hat. Seine leidenschaftlichen Erzählungen lassen darauf schließen, wie sehr er auch heute noch mit „seiner“ Krippe verbunden ist. Der 80-Jährige lebt jetzt in der Pallottiner-Kommunität auf dem Hersberg, am Bodensee.

Küster Bodo Becker ist jetzt der Krippenbauer

Sein Erbe als Küster und zugleich als Krippenbauer hatte Anfang 2015 Bodo Becker angetreten. Der 58-Jährige ist der erste Sakristan, der nicht Mitglied der Klostergemeinschaft, aber im kirchlichen Dienst sehr erfahren ist. Der gelernte Tierpfleger, der zunächst 33 Jahre in Frankfurt-Höchst in der Insektenzucht und im Paket-Fahrdienst tätig war, betätigte sich damals sechs Jahre lang sonntags im Küsterdienst seiner Heimatpfarrei „St. Antonius“ Oberselters. „Das hat mir großen Spaß gemacht“, sagt Becker und betont: „Die Küsterei war mein Hobby, das ich dann zu meinem Beruf gemacht habe.“

Arbeiten an Weihnachten, Ostern oder Pfingsten – für die meisten Arbeitnehmer ist das ein Grund für schlechte Laune. Nicht so für Bodo Becker. Er gehört zu den Menschen, die auch samstags und sonntags gerne im Beruf stehen. Er ist verantwortlich für die Vorbereitung des Kirchenraums und der Sakristei für Gottesdienste und sorgt für deren reibungslosen Ablauf. Die heilige Messe am Samstagabend, drei Gottesdienste am Sonntag und alle 14 Tage eine Messe für polnische Christen, auch Eheschließungen und Trauergottesdienste verlangen seinen ganzen Einsatz. Becker entzündet und löscht die Kerzen, sorgt für Blumenschmuck, reicht die Körbchen zur Kollekte, bindet die Erntekrone und dekoriert die Früchte zum Erntedankfest. Nicht zuletzt versieht er bei Bedarf den Dienst des Messdieners.

Eigene Tannenbäume aufgestellt

Sobald sich das alte Kirchenjahr dem Ende neigt und es auf den Advent zugeht, beginnen Beckers Vorbereitungen für Krippe und Weihnachtsschmuck. Den großen, im Altarraum schwebenden Adventskranz hat er selbst gebunden. Er besteht in diesem Jahr aus Thujazweigen von einer Hecke, die in Bad Camberg-Erbach geschnitten wurde. „Dort habe ich gefragt und das abfallende Material bekommen“, berichtet der Küster. Die zwei in der Pallottinerkirche stehenden Tannenbäume stammen vom Gelände hinter dem Missionshaus.

Ohne Ehrenamt geht es nicht

„Der Auf- und Abbau der Weihnachtskrippe ist eine Gemeinschaftsarbeit“, erzählt der Küster. Das Grundgestell mit den Rückwänden und dem Unterbau übernehme seit mehreren Jahren die Schreinerei Kremer aus Villmar. „Ein halbes Dutzend Mitarbeiter machen das ehrenamtlich“, lässt Becker unseren Reporter wissen. Früher hätten die Brüder selbst Hand angelegt, doch der Nachwuchsmangel fordere seinen Tribut. Die Ausgestaltung der Krippenlandschaft übernimmt Becker selbst. „Das Moos aus dem Wald und Kieselsteine für den Weg müssen rechtzeitig geordert werden“, sagt er, der entgegen vergleichbarer Krippen auf Spielerei wie Wasserfall, Plastikbäume und Palmen oder andere künstliche Elemente verzichtet und Wert auf lebende Bäume wie Kiefern und Thujas legt.

Lebendige Krippenszenen entstehen

Dem Küster gefallen die aus Lindenholz geschnitzten Figuren mit den beweglichen Gliedmaßen, die es erlauben, ausdrucksvolle Gestik herzustellen. „Sie können gehen, stehen, sitzen. Dank ihrer Gelenk- und Drahtverbindungen können Arme und Hände bedarfsweise verändert werden“, verrät der Mann mit Sinn für Lebendigkeit. Bei den schweren Elementen ist ihm die Hausmeisterei der Pallottiner behilflich. „Wir profitieren sehr viel von Bruder Messers Arbeit, von den Kleidern, dem Hirtenfeuer, der Thorarolle, den Objekten Gold, Weihrauch und Myrrhe wie auch von den Beleuchtungssteinen, die die Szenerie ins rechte Licht rücken. „Immer fand Messer etwas Nützliches zur Ergänzung“, dankt Becker seinem Vorgänger.

Text und Bilder: Dieter Fluck

Titelbild oben: Die Ausgestaltung des Altarraumes zu Weihnachten ist die Aufgabe von Küster Bodo Becker.

Weihnachtskrippe der Pallottiner in St. Marien Limburg
Die Weihnachtskrippe in der Limburger Pallottinerkirche ist eine Augenweide und wird alljährlich von hunderten Menschen, von Schulklassen, Kindergärten und anderen Gruppen besucht. In diesem Jahr ist sie nur bis zum 8. Januar zu sehen.

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