Im Gedenken

Pater Heinz Willi Rivert SAC

Während der Eucharistiefeier verstarb am Morgen des 19. Februar 2026 im Missionshaus der Pallottiner in Limburg unser Mitbruder Pater Heinz Willi Rivert SAC. Er war 66 Jahre alt, 45 Jahre Pallottiner und 39 Jahre Priester.

Geboren wurde Heinz Willi Rivert am 27. Januar 1960 in Rheinbach. Seine Schwester Maria ist vier Jahre älter. Als seine Mutter Elisabeth 1967 stirbt, heiratet sein Vater Wilhelm nochmals. Heinz Willi besucht die Kath. Grundschule, wird Messdiener und geht schließlich auf das Gymnasium des Vinzenz Pallotti Kollegs, in dessen Internat er seit 1973 lebt. Er singt im Schülerchor und spielt blendend Querflöte, engagiert sich in der SMV (Schülervertretung). Durch Nachhilfestunden, die er anderen Mitschülern gibt, und die Begleitung von Ferienfreizeiten, wird früh sein Interesse an der Erziehungstätigkeit geweckt. Noch vor dem Abitur beginnt er mit Praktika in diesem Bereich. Schließlich wird er selbst Pallottiner, legt in Untermerzbach am 5. Oktober 1980 die erste Profess ab und wird am 9. März 1986 in Vallendar zum Priester geweiht. Wie sehr hat er sich schon auf sein 40-jähriges Priesterjubiläum im März gefreut und die Gästeliste dazu erstellt. Nach dem Pastoraljahr in Augsburg-Bärenkeller wird er von 1987 bis 1991 bei Pater Bernhard Pieler Kaplan in der Limburger Pallottinerpfarrei St. Marien.

Pater Rivert ist hoch begabt und vielseitig interessiert. Während der Zeit seines Studiums in Vallendar geht er ein Jahr nach Tübingen und widmet sich dort der ökumenischen, jüdischen Theologie und der Psychoanalyse. Es sind aber auch ganz grundlegende Fragen, die ihn in dieser Zeit beschäftigen. Aus Tübingen schreibt er an den damaligen Provinzial Pater Langenfeld: Ich „beginne immer mehr zu erspüren, dass unser Leben tatsächlich etwas Lebendiges, etwas Dynamisches ist, ein ständiges Unterwegssein. Ich hatte gemeint, so vieles selbst lösen zu können, und stelle immer mehr fest, wie sehr ich verwiesen bin, wie fragmentarisch mein Erkennen, Lieben, Glauben, Hoffen und Handeln ist und bleibt, eben weil ich „nur“ Mensch bin“. Nach der Kaplanszeit wird er nach Erfurt geschickt, um im Fach Altes Testament zu promovieren. Das gibt er bald auf, widmet sich der Jugendarbeit, gibt Exerzitien und Religionsunterricht.

Zum 1. November 1994 übernimmt Pater Rivert in Koblenz die Aufgabe des Hochschulpfarrers. Seine Liebe für den Osten Deutschlands bleibt. Auch von Koblenz aus behält er einen Lehrauftrag an der Staatlichen Berufsbildenden Schule für Gesundheit und Soziales in Erfurt bei. In Bonn und Aachen studiert Heinz Willi Rivert „nebenbei“ Psychologie. Der Seelsorger möchte auch als Psychologe tätig sein. 2001 wechselt Pater Rivert in die Hausgemeinschaft der Hochschule der Pallottiner in Vallendar, studiert aber weiter in Aachen.

2006 wird er nach Rheinbach in die Schulseelsorge des Vinzenz Pallotti Kollegs versetzt, zwei Jahre später kommt die Seelsorge am Mädchengymnasium St. Joseph dazu. Er hilft beim Zusammenführen der beiden katholischen Schulen, wirkt in der Pfarrseelsorge mit, setzt sich als Kurat für den Stamm der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg am Ort ein und begleitet schließlich engagiert den Abschied der Pallottiner aus Rheinbach. Ab 2018 übernimmt er die Seelsorge für Studierende an der Hochschule in Vallendar und arbeitet im Forum Vinzenz Pallotti mit. Aus dieser Zeit rühren die beliebten Exerzitien für Küster.

Seine angeschlagene Gesundheit macht ihm immer mehr zu schaffen. So kommt er im Oktober 2020 ins Missionshaus nach Limburg. Eher widerwillig muss er sich in die Betreuung durch das Team der Seniorenstation begeben, dem er es nicht immer leicht macht. Sich selbst aber lässt er nicht hängen. Der kluge, belesene und seelsorgserfahrene Heinz Willi schreibt für die Pallottinerzeitschrift „das zeichen“, die „Zwischenrufe“ auf der Homepage, und die Predigthilfe „Die Botschaft heute“. Gerne gibt er noch Kurse, gerne feiert er Gottesdienst, gerne predigt er. Immer gut vorbereitet. In der Kapelle St. Josef der Seniorenstation, in St. Marien. An Ostern auch noch gerne in Deutschlands Osten.

Seit seinem Industriepraktikum in Aachen ist er, wie er selbst in einem Interview sagt, ein „rotes Arbeiterherzchen“. Sein Herz schlägt für die sozial Schwachen und unter die Räder gekommenen. In Wort und Tat ist er sein Leben lang den Menschen zugewandt. Ein geplantes Buchprojekt über den Glauben in säkularer Zeit mit Impulsen von Vinzenz Pallotti, Madeleine Delbrêl und Dietrich Bonhoeffer hat er nicht mehr vollenden können. Sein Herz hat aufgehört zu schlagen – am Altar. Während eines Tuns, das er liebte und aus dem er lebte: Verkündigung und Eucharistie. Möge er nun geborgen sein bei dem, den er so gerne als helfenden und heilenden Bruder der Menschen verkündet hat.

Wir feiern die Eucharistie im Gedenken an P. Heinz Willi Rivert SAC am Freitag, dem 27. Februar 2026, um 10:30 Uhr in der Pallottinerkirche St. Marien zu Limburg, Wiesbadener Straße 1. Anschließend findet die Urnenbeisetzung auf unserem Friedhof statt.

Priester, die konzelebrieren wollen, werden gebeten, Schultertuch, Albe und Stola mitzubringen. Anstelle zugedachter Kranzspenden erbitten wir im Sinne des Verstorbenen eine Spende für die missionarischen Aufgaben unserer Gemeinschaft (Pallottiner KdöR, Stichwort „Mission“, Pax-Bank für Kirche und Caritas eG, IBAN DE41 3706 0193 1053 3930 00). Vielen Dank.

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