Verwaiste und kranke Kinder auf der Flucht

Pallottiner sorgen für Unterkunft und medizinische Hilfe

Der Krieg in der Ukraine trifft immer mehr Kinder. Die Ordensgemeinschaft der Pallottiner kümmert sich aktuell um Waisenkinder und krebskranke Kinder auf ihrer Flucht nach Polen. Gemeinsam mit Partnern helfen die Patres beim Aufbau eines zweiten OP-Saales in einem Krankenhaus in Czernowitz in der Bukowina-Region. In Deutschland und Österreich stellen die Pallottiner zudem Wohnraum zur Verfügung.

Es sind zwölf Waisenkinder. Sie sind 2 bis 15 Jahre alt. Mit dem Auto fahren sie bis zur Grenze. Dann gehen sie zu Fuß mit dem nötigsten auf dem Rücken nach Polen. Begleitet werden sie vom Leiter des Waisenhauses, Pater Pawel Goray, und den Erzieherinnen. „Was diese Kleinen an Leid aushalten müssen! Unvorstellbar!“, sagt Pater Markus Hau, der Missionssekretär der Pallottiner in Deutschland. Zwei Tage lang seien sie von ihrem Waisenhaus in Bilohirja unterwegs gewesen, um den Schrecken des Krieges zu entfliehen.

Pater Zenon Hanas, der Provinzial der Warschauer Provinz, zu der die Ukraine als Delegatur mit zehn Gemeinschaften gehört, berichtet erleichtert, dass die Kinder jetzt in einem der polnischen Pallottiner-Häuser in Zakopane in Sicherheit sind. Der Waisenhaus-Leiter sei aber nach Biłohirja zurückgekehrt, um sich um die Gemeindemitglieder und die Tausenden von Flüchtlingen zu kümmern, die auf ihrem Weg in den Westen einen Zwischenstopp einlegen. Dort harren weitere 20 ukrainische Mitbrüder aus, die beschlossen haben, im Kriegsgebiet zu bleiben und zu helfen. „In der Bedrohung wollen die Priester da sein“, erklärt Pater Markus Hau.

Krebskranke Kinder erhalten Chemotherapie

In mehrerlei Hinsicht lebensrettend ist die Hilfe der polnischen Pallottiner für 30 krebskranke Kinder. Diese entkamen nicht nur den Bomben und Raketen, sondern erhalten gleichzeitig medizinische Hilfe in einem polnischen Krankenhaus. Untergebracht sind sie seit 1. März im Haus der polnischen Pallottiner in Kielce auf Karczówka. Wie Pater Zenon Hanas berichtet, befinden sich die meisten dieser Kinder zurzeit im nahegelegenen Krankenhaus und erhalten eine Chemotherapie.

Kinder schreiben SMS an Väter an der Front

Vor allem Kinder und deren Mütter brauchen die Hilfe der Pallottiner. So werden etwa 20 Kinder im Exerzitienhaus in Hodyszewo (Ostpolen) leben. Sie wurden von den örtlichen Behörden überwiesen, weil es in diesem Gebiet keine Unterkünfte für eine solche Anzahl von Kindern gibt. Wie Pater Zenon Hanas erzählt, brauchen alle psychologische Betreuung. Männer und Väter sind an der Front und erleben hautnahe Grausamkeiten. „Ich sehe, wie die Kinder jeden Morgen und Abend an ihre Väter SMS schreiben und auf eine Antwort warten, wie es ihm geht und ob er überhaupt noch lebt“, erzählt der Pater. Vielleicht ist es da ein Trost, dass die Pallottiner gemeinsam mit Partnern ein Krankenhaus in Czernowitz in der Bukowina-Region unterstützen. Dort soll ein zweiter OP-Saal gebaut werden. Dadurch werden die Kapazitäten zur Versorgung Verwundeter und Kriegsversehrter verdoppelt.

Lebensmittel kaufen

Insgesamt sind 200 Flüchtlinge, vor allem Frauen mit Kindern, in Häusern und Pfarreien der polnischen Pallottiner aufgenommen worden. Das Provinzialat in Warschau bietet sich zur Aufnahme an, da es nahe am Bahnhof liegt. Viele reisen dann weiter zu Familie, Freunden oder staatlichen Hilfswerken. Auch in Deutschland und Österreich stellen die Pallottiner Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung. So kommen in Frankfurt, Limburg und Mering (Bayern) vor allem Mütter mit ihren teils behinderten Kindern unter. Es sind oft dramatische Geschichten wie die von Olga: Ihr zweieinhalbjähriger Sohn hat während der Geburt eine zerebrale Gesichtslähmung erlitten und braucht eine besondere Fürsorge.

Um den Kindern eine angemessene Unterbringung und Verpflegung, Schulmaterial, Kleidung und Sprachunterricht zu gewährleisten, wird finanzielle Unterstützung benötigt. Vor allem Lebensmittel müssen gekauft werden. „Es ist schön, dass wir so ein internationales Netzwerk sind, das die polnischen und ukrainischen Mitbrüder jetzt unterstützt und wir von so vielen treuen Förderern und Spendern in Deutschland und Österreich getragen werden“, sagt Missionssekretär Pater Markus Hau.

Das Spendenkonto der Pallottiner:

Pallottiner KdöR
Bank für Kirche und Caritas eG
IBAN: DE87 4726 0307 0018 1817 00
BIC: GENODEM1BKC
Stichwort Ukraine

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