Auch als Provinzrat blieb er Seelsorger

Pater Holzbach hat sich nach zwölf Jahren aus der Provinzleitung verabschiedet

„Jetzt ist es gut“, fand Pater Alexander Holzbach und hat darum entschieden, nicht mehr zur Wahl der Provinzleitung der Pallottiner anzutreten. Zwölf Jahre hatte er dem Leitungsgremium der Pallottiner als Provinzrat angehört. „Andere werden mit 70 Jahren Papst oder Kanzler“, schmunzelt der mittlerweile 71-Jährige. Für ihn aber war dies der richtige Zeitpunkt für den Rückzug aus der Provinzleitung, die er als die „Regierung der Pallottiner“ bezeichnet. Langweilig wird ihm bestimmt nicht werden. Pater Holzbach kann sich jetzt auf seine Aufgabe als Rektor des Limburger Missionshauses konzentrieren.

Als Pater Holzbach 2013 erstmals in das Gremium gewählt wurde, war er schon der Älteste in der Runde und brachte so einige Erfahrung mit ein. „Wahlkampf habe ich keinen betrieben“, blickt Pater Holzbach zurück. Man kannte ihn seit Langem als „Heftemacher aus der norddeutschen Provinz“. So spielt er seine Rolle als langjähriger Chefredakteur und Autor der Pallottiner-Zeitschriften das zeichen und Pallottis Werk herunter. 2011 zog er mit der Redaktion von Limburg nach Friedberg um und wurde dort Rektor. Im Friedberger Provinzialat tagt meistens die Provinzleitung. Die letzten zwölf Jahre zusammen mit Provinzrat Pater Holzbach, der dreimal wiedergewählt wurde. Die Provinzleitung besteht aus dem Provinzial, dem Vizeprovinzial und drei Räten sowie dem Provinzökonomen und dem Provinzsekretär.

Einweihung der Kathedrale in Maroua
Der Provinzial und Pater Holzbach freuen sich über das Geschenk aus Nagpur
Pater Alexander Holzbach SAC

Eigentlich kann man sich schwer vorstellen, dass Verwaltungsaufgaben zu dem leidenschaftlichen Seelsorger Pater Holzbach passen. Er predigt, redet und singt gerne, ist ein Kunstkenner und Begegnungen mit Menschen sind ihm wichtig. Doch für ihn hatte die Tätigkeit als Provinzrat ebenfalls mit Seelsorge zu tun. „Letztendlich geht es um Menschen, um unsere Mitbrüder und Mitarbeiter“, sagt Pater Holzbach. Nicht immer waren es einfache Entscheidungen – beispielsweise, wenn es um die Schließung von Niederlassungen ging. Es gebe aber auch schöne Seiten der Aufgabe. Für Pater Holzbach zählten seine Reisen nach Südafrika, Spanien und Kroatien dazu. Seit er 2020 als Rektor an seinen Heimatstandort Limburg zurückgekehrt war, fuhr er oft mit dem Auto nach Friedberg. Dabei hörte er im Autoradio Schlager und trällerte typisch für ihn hinterm Steuer mit.

Üblicherweise tagt die Provinzleitung monatlich und dann vier Tage lang oft bis in die Abendstunden hinein. „Das kostet schon Zeit und Kraft“, blickt der 71-Jährige zurück. Die jetzt freigewordene Zeit kann er gut gebrauchen für seine Aufgaben als Rektor in Limburg. Dort fühlt er sich als „Mädchen für alles“ verantwortlich für etwa 40 alte, oft kranke Mitbrüder und rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Pater Alexander Holzbach SAC
Pater Alexander Holzbach predigt

Bei der Verabschiedung dankte Provinzial Pater Markus Hau seinem Mitbruder herzlich für dessen zwölfjähriges Engagement als Provinzrat. Pater Holzbach werde auch mit seiner manchmal süffisanten Art fehlen. Dass der aus dem Westerwald stammende Pallottiner bayerische Lebensart schätzen gelernt hat, zeigte sich bei seinem Abschiedswunsch: Ein Weißwurstfrühstück in einem urigen Bräustüberl im Aichacher Hinterland. Zusätzlich bekam er einen Gutschein für die Wiener Oper geschenkt. Dieser soll helfen, ein „Wien-Trauma“ von Pater Holzbach zu überwinden. Auslöser dafür war, dass die Provinzleitung zwar mal in Wien tagte. Doch wegen des hohen Arbeitspensums bekam der kulturinteressierte Pater so gut wie nichts von der österreichischen Hauptstadt zu sehen. Das kann er nun nachholen.

Bericht: Andreas Schmidt
Archiv-Bilder: Dieter Fluck, Cornelia Steinfeld (Rom), Frauke Wichmann (Geschenk aus Nagpur), Ulrike Happacher (Verabschiedung 2025), u.a.
Mehr Informationen: Neuer Provinzrat seit November 2025

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