Pater Dean Bradbury SAC

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Pater Dean Bradbury SAC

Wir leben grenzüberschreitend, auch spirituell

Im Gegensatz zu den meisten seiner australischen Mitbrüder ist Pater Dean Bradbury SAC auch in Australien geboren. Viele seiner Mitbrüder leben schon seit vielen Jahren in Australien, kamen aber beispielsweise in Schottland, Deutschland, den Niederlanden, Burma (Myanmar) oder Indien auf die Welt. „Das ist typisch für uns Australier“, sagt er, „nicht nur für uns australische Pallottiner: Wir leben in einem „Schmelztiegel“, das bedeutet, dass unsere Freunde, Verwandten, Nachbarn, Mitchristen oder Mitbrüder irgendwo auf der Welt geboren sind. Das ist nicht außergewöhnlich, sondern normal. Wir Australier sind Weltbürger, wir fühlen uns allen Kontinenten verbunden und denken weltoffen und grenzüberschreitend. Maybe, we think a bit brighter.“
„Man sagt, dass in keiner Stadt der Welt mehr Menschen griechisch sprechen, als in Melbourne – die Weltstadt Athen einmal ausgenommen – dabei gibt es eigentlich mehr italienisch sprechende Bürger in Melbourne, als griechisch sprechende“, schmunzelt Pater Dean.

Das Pallotti College zieht Menschen an
Pater Dean leitet das „Pallotti College“ in Wartburton, das etwa 70 Kilometer von Melbourne entfernt, im Süden der Insel liegt. Umgeben von sanften, grünen Hügeln, bietet das Bildungs- und Gästehaus einen atemberaubenden Blick auf das Tal und die umliegenden Berge. Die ruhige, ländliche Umgebung und die entspannte Atmosphäre ziehen seit vielen Jahren Menschen an, die Ruhe und Besinnung suchen und sich auf spirituelle Impulse einlassen wollen. „Unseren Gästen, die aus unterschiedlichen Glaubensrichtungen kommen können, bieten wir Räume für „Retreats“, Konferenzen oder auch Ferien an. Etwa ein Viertel unserer Besucher sind Schulklassen, die wir auf Wunsch auch seelsorglich begleiten können. Weshalb sich die Leute bei uns so wohlfühlen, liegt wohl auch an der wunderbaren Umgebung, so kommen beispielsweise regelmäßig Künstler, um die Landschaft zu malen.“ An seiner Aufgabe fasziniert ihn am meisten, dass er einerseits viele neue, interessante Leute kennen lernen kann, andererseits liebt er es, wenn Beziehungen über Jahre halten. So kommen viele Einzelgäste und Gruppen über lange Jahre immer wieder ins Pallotti College.

Wir Pallottiner sind eine Familie
Derzeit verbringt er seinen Urlaub in Deutschland, um alte Freunde und Weggefährten zu besuchen. Pater Dean studierte Anfang der 90er Jahre an der Pastoraltheologische Hochschule in Vallendar, was auch seine guten Deutschkenntnisse erklärt. Die Gastfreundschaft in pallottinischen Häusern findet er wunderbar: „Wir Pallottiner sind eine große Familie. Ich bin zuerst zu unseren Mitbrüdern nach Polen gegangen, bevor ich einen Besuch in der Wasserburg (Vallendar) gemacht habe. Hier wie dort war ich herzlich willkommen und wurde mit offenen Armen empfangen. Das ist wirklich ein Privileg, das wir Pallottiner da haben, in einer internationalen Gemeinschaft zuhause zu sein.“ Gleichzeitig genießt er auch innerhalb der pallottinischen Häuser den weltoffenen Kontakt und das internationale Flair: „Heute beim Frühstück im Provinzialat in Friedberg waren Mitbrüder und Gäste aus acht Nationen vertreten. Das ist großartig. Das ist Pallottis Vermächtnis. Wir leben Weltkirche.“

Das Gemeinschaftleben ist wichtig
Was ihm Sorge macht? Mit seinen 60 Jahren ist er derzeit der jüngste australische Mitbruder. Da nicht mehr so viele Menschen in die pallottinische Gemeinschaft aufgenommen werden, sind auch die örtlichen Kommunitäten kleiner, Mitbrüder sind oft alleine vor Ort tätig, ohne Lebens-, Arbeits- und Gebetsgemeinschaft. Das Gemeinschaftsleben leidet darunter, zumal die Entfernungen in Australien riesig sind. „Wir sprechen von der „Tyranny of distance“; von den Mitbrüdern in Riverton (Perth) an der Westküste bis zu uns nach Warburton (Melbourne) sind es rund 3500 km, von uns nach Dongara (Midwest) sogar 3700 km.

Ein Blick auf Asien und Ozeanien und “den ganzen Rest”
Ein australischer Mitbruder gibt das E-Bulletin „SAC Asia & Oceania“ heraus. Ozeanien, das ist die Inselwelt des Pazifiks nördlich und östlich von Australien, und Asien erstreckt sich bekanntlich von der Türkei über Indien und China bis nach Korea oder Indonesien. Hat man von Australien aus einen anderen Blick auf die Welt? „Die australischen Ureinwohner können auf eine 50.000jährige Kulturgeschichte zurückblicken. Da wir Pallottiner im Norden lange mit den Angehörigen dieses Volkes gearbeitet haben, verstehen auch wir, wie diese Australierinnen und Australier denken. Gleichzeitig ist Australien, historisch betrachtet, mehrheitlich eine westlich orientierte Gesellschaft, auch wenn in der Hälfte aller Familien mindestens ein Familienmitglied nicht in Australien zur Welt gekommen ist. Wir haben viele partnerschaftliche Beziehungen zu den uns umgebenden Ländern, sowie nach Asien, besonders zu Indien und China, aber auch zu Japan. Und wir haben ein großes Interesse, was in diesen Ländern gesellschaftlich und religiös geschieht. Viele pallottinische Gründungen sind wie Knospen, die gerade dabei sind aufzublühen. Aber auch bei uns in Australien gibt es viele Zeichen der Hoffnung: Auch wenn Jugendliche und junge Erwachsene mit den kirchlichen Traditionen häufig nichts mehr anzufangen wissen, lerne ich in meiner Arbeit täglich junge Menschen kennen, die gläubig und spirituell interessiert sind und sich aus einer christlichen Grundhaltung heraus in der Gesellschaft engagieren, beispielsweise für den Erhalt der Schöpfung oder für fairen Handel. Das gibt mir Zuversicht, dass es im weltweiten Apostolat gut weitergehen wird.“

Interview: Josef Eberhard, 11.07.2018

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2018-07-31T16:24:08+00:00