Pallottitag der Freisinger Hausgemeinschaft 2026

Pallottitag der Freisinger Hausgemeinschaft

Dankbarkeit, ehrliche Töne und viel Zuversicht

Im Pallotti-Haus in Freising herrschte am Sonntag, 1. März 2026, eine dankbare Abschiedsstimmung: Die pallottinische Hausgemeinschaft feierte ihren Pallottitag – und machte daraus einen Tag des Gedenkens, der Klärungen und der Zuversicht.

Dass der Termin diesmal nicht im Januar lag, hatte einen ganz praktischen Hintergrund: Zum ursprünglich geplanten Zeitpunkt konnte die Runde nicht vollständig zusammenkommen – einzelne Mitbrüder waren unterwegs, und auch der Provinzial war noch nicht zurück. Umso stimmiger wirkte nun der neue Zeitpunkt: Mit der Rückkehr von Pater Markus Hau konnten zentrale Programmpunkte gemeinsam gestaltet werden – vom Gemeindegespräch bis zur feierlichen Vesper.

Gottesdienst am Vormittag: Rückblick mit Weitblick

Den Auftakt bildete um 11 Uhr der Gemeindegottesdienst in der Pallottiner-Kirche St. Johannes der Täufer. In der Predigt schlug Pater Christian Stumpf einen persönlichen Bogen über zehn Jahre Wirken in Freising – und zugleich einen Ausblick auf das, was kommt. Mit biblischen Bildern von Aufbruch und Weggemeinschaft verband er Dankbarkeit für das Gewachsene mit der Einladung, Veränderungen nicht nur zu „ertragen“, sondern geistlich zu deuten: als Pilgerweg, der auch dann trägt, wenn er ungewohnte Richtungen nimmt.

Das moderierte Gemeindegespräch: Offene Fragen – und ein gemeinsamer Kurs

Ein besonderer Programmpunkt war das moderierte Gespräch zwischen dem Provinzial und der Gottesdienstgemeinde um 14 Uhr. Im Zentrum standen die anstehenden Veränderungen rund um Hausgemeinschaft und die pastorale Präsenz. Der Provinzial erläuterte die Gründe für die Neuordnung: Für den Fortbestand der Hausgemeinschaft am Ort stünden künftig nicht genug Mitbrüder zur Verfügung, weil Aufgaben an anderen Orten übernommen werden müssen oder ein Umzug in einen Alterssitz der Gemeinschaft ansteht. Zugleich gab es eine klare, beruhigende Perspektive: Kirche und Bildungshaus bleiben bestehen.

Die Gemeinde nutzte den Rahmen, um Sorgen, Fragen und auch kritische Punkte anzusprechen. Besonders deutlich wurde dabei: Hinter vielen Nachfragen stand weniger Ärger als vielmehr echte Trauer darüber, dass Liebgewonnenes sich verändert. Ebenso hörbar war aber auch der Wunsch, dass die pallottinische Prägung in Freising eine Zukunft hat – in welcher Form auch immer. Als ermutigendes Zeichen wurde ein koordiniertes weiteres Vorgehen zwischen Stadtkirche und Pallotti-Gemeinde vereinbart. Daniel Reichel lud die Gottesdienstbesucher zudem ausdrücklich in die Stadtpfarrkirche ein – verbunden mit dem Wunsch, dass die Begeisterung für pallottinische Spiritualität dort weiter spürbar bleibt und neue Räume findet.

Auch schwierige Themen wurden nicht ausgespart. Aus den Reihen der Gottesdienstbesucher kam Kritik am Umgang mit Pater Jörg Müller, der nicht allein im Haus zurückbleiben soll. Gerade diese Wortmeldungen machten deutlich, wie sehr die Gemeinde mit „ihren“ Seelsorgern verbunden ist – und dass ein Abschied nicht nur organisatorisch, sondern vor allem menschlich verarbeitet werden will.

Pallottitag der Freisinger Hausgemeinschaft 2026
Pallottitag der Freisinger Hausgemeinschaft 2026
Pallottitag der Freisinger Hausgemeinschaft 2026
Pallottitag der Freisinger Hausgemeinschaft 2026
Pallottitag der Freisinger Hausgemeinschaft 2026

Feierliche Vesper: Musik, Versprechen – und ein gutes Miteinander bis in den Abend

Um 17 Uhr mündete der Pallottitag in eine feierliche Vesper, der der Provinzial vorstand und in der Predigt noch einmal den Blick auf das Verbindende lenkte. Die Pallotti-Musikgruppe sorgte für eine warme, festliche Klangfarbe, die den Gottesdienst sichtbar trug.

Ein besonderer Moment war die Erneuerung von Versprechen und Profess: Zwei Unio-Mitglieder erneuerten ihr Versprechen, die Mitglieder der Hausgemeinschaft ihre Profess. Was dabei spürbar wurde: Auch wenn Strukturen sich ändern, kann die geistliche Mitte bleiben – und genau daraus wächst neue Zuversicht.

Zum Abschluss wurde der „Senior“ Pater Josef Königer in wertschätzender Form verabschiedet – ein Moment, der noch einmal Dankbarkeit bündelte, ohne Wehmut zu verdrängen.

Beim anschließenden Abendessen mit vielen Gottesdienstbesuchern setzte sich fort, was den ganzen Tag geprägt hatte: eine offene, zugewandte Gesprächskultur – und viele zukunftsweisende Gedanken. Zwischen Lachen, Erinnerungen und ehrlichen Fragen lag das Gefühl, dass hier etwas weitergeht: vielleicht anders als bisher, aber nicht weniger verbunden.

Pallottitag der Freisinger Hausgemeinschaft 2026
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Bericht: Josef Eberhard
Fotos: Christoph Galle

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