Limburger Hundertwasserhaus – ein Blick über den Gartenzaun

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Pallottiner im Paradies von Manfred Lorenz

Limburger Missionshaus schaut über die Klostermauer

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. An dieses Zitat, angelehnt an Goethes „Erinnerung“, sahen sich Patres und Brüder der Pallottiner erinnert, als sie ihre Kommunität für einen Ausflug in die benachbarte Anlage von Gärtner- und Floristmeister Manfred Lorenz verließen. Einige von ihnen waren beim Blick über die Mauern des Limburger Missionshauses auf die originellen farbigen Baustoffe des Nachbargrundstücks neugierig geworden, das als „Limburger Hundertwasserhaus“ Furore macht.

Bei diesem Besuch wollten sie es genau wissen, was den Initiator vor Ort angetrieben hat, dieses über viele Jahre gewachsene Werk zu erstellen und welche Fantasien ihn dabei umgetrieben haben. „Die dargestellten Formen und Farben sind so vielseitig wie jedes Blatt desselben Baumes“, sagte Lorenz zu Beginn seiner Führung.

Die am Haus und im Garten stehenden bunten Säulen seien Bäumen nachempfunden, „unseren wichtigsten Lebewesen“, und verkörperten die Verbindung von Natur und Architektur. Und so wie die Natur sei das Innen und Außen seiner Anlage miteinander verwachsen. Die Architektur habe gewissermaßen einen Vertrag mit der Natur gemacht.

„Kunst ist etwas Religiöses. Ein Platz der Andacht, ein Ort der Erbauung, des Friedens, ein Ort, wo man tiefe seelische Hilfe bekommt, wo man den richtigen Weg wiederfindet, den man verloren hat.“
Friedensreich Hundertwasser

Sonne sei nicht das Wetter, das der österreichische Maler Friedensreich Hundertwasser, der im Bereich der Architektur tätig war, für seine Kunst der leuchtenden Farben und ungeraden Linien bevorzugte, betonte Lorenz. Zum Beweis goss er Wasser aus einer Gießkanne auf das im Boden eingelassene bunte Keramikmosaik, das er mit der Feuchtigkeit zum Schimmern brachte.

Lorenz plädiert für Vielfalt statt Einfalt. Er macht aus jedem scheinbar nutzlosen Ziegelstein ein bewundernswertes Schmuckstück und zaubert aus dem klobigen Zementring eines Kanalschachts ein rundum verziertes Gartenelement, das er von spontaner Vegetation vollenden lässt.

„Überall können Paradiese entstehen, wenn man es erkennt und geschehen lässt, sich vom Künstlichen trennt und nur Naturformen zulässt“, sagt der Meister, der die Philosophie von Hundertwasser mit der paradiesischen Vielfalt der Pflanzenwelt weiterentwickelt. Der Limburger hält es mit seinem Vorbild, das sich vehement gegen das menschliche Sortieren von „Nützlichem“ und „Unnützlichem“ wehrte. Immer wieder bleiben Passanten an diesem Grundstück mit den einzigartig originellen Aufbauten stehen, das in Limburg an der Lahn von der Wiesbadener-, der Nassauer Straße und der Gartenstraße umgeben ist. Das, was hier im Laufe der Jahrzehnte entstand, hat sich längst herumgesprochen. Deshalb bietet Manfred Lorenz seit geraumer Zeit interessierten Gruppen Führungen an.

Pallottiner schauen über die Klostermauer
Brüder und Patres des Missionshauses bewunderten die paradiesische Außenanlage, die Manfred Lorenz (rechts mit Hut) nach dem Vorbild von Friedensreich Hundertwasser gestaltet hat und noch ständig weiterentwickelt. Foto: Dieter Fluck
Zu Gast bei Floristik Lorenz in Limburg
Zu Gast bei Floristik Lorenz in Limburg. Von links: Manfred Lorenz, die Pallottinerbrüder Wilhelm Stahl, Berthold Erfort und Ludwig Günther, Pater Leo Wiszniewsky, Rektor des Missionshauses, sowie die Patres Bernhard Pieler, Bernhard Küpper und Benjamin Atanga. Foto: Dieter Fluck

Bilder und Text: Dieter Fluck, Limburg
Weitere Infos und Kontakt: www.floristik-lorenz.de

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2018-10-29T15:31:24+00:00