Deutscher Spitzenpreis für Pallottinerkirche

Sarah Textor für Lichtplanung ausgezeichnet

Die aus Limburg-Staffel stammende Sarah Textor hat den Deutschen Lichtdesign-Preis gewonnen. Die Jury sprach der Architektin die Auszeichnung in der Kategorie der Nachwuchsdesigner für ihr Beleuchtungskonzept in der Limburger Pallottiner- und Pfarrkirche „St. Marien“ zu. Ihre von der hiesigen Fachfirma Grammel & Quirmbach ausgeführte Lichtplanung war das Sahnehäubchen der umfassenden Renovierung im vergangenen Jahr.

Sarah Textor nahm Urkunde und Skulptur während der Laudatio in der vergangenen Woche auf einer Gala in der Historischen Stadthalle Wuppertal entgegen. Die Expertin aus Buchholz bei Hamburg wurde von dem Limburger Architekt André Kramm begleitet, der von der Pallottinerprovinz den Auftrag zur Innenrenovierung erhalten und seine frühere Mitarbeiterin mit der Lichtplanung betraut hatte.

140 Bewerber und Bewerberinnen
Um die Preise in verschiedenen Kategorien hatten sich Büros aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit 140 Projekten beworben. 39 schafften es ins Finale, doch nur wenige wurden ausgezeichnet. Im Gegensatz zu früheren Jahren hatten sich für den Nachwuchsbereich dieses Mal mehrere Bewerber gefunden. Voraussetzung für die Vergabe des Nachwuchspreises sind Büros, die noch keine fünf Jahre am Markt tätig und deren verantwortliche Planer höchsten 40 Jahre alt sind.

Der Deutsche Lichtdesign-Preis 2019
Sarah Textor freute sich über die Auszeichnung mit dem Deutschen Lichtdesigner-Preis für die beste Nachwuchsarbeit und nahm die Auszeichnung in Begleitung von Architekt André Kramm entgegen. (Foto: Privat)

Licht erzeugt Atmosphäre
Da in diesem Jahr auffällig viele Kirchen und kirchliche Einrichtungen nominiert waren, leitete der Kölner Dompropst Gerd Bachner den Abend ein. An dem von Sarah Textor ausgeklügelten Lichtkonzept, das in der denkmalgeschützten Pallottinerkirche bedarfsweise über ein Tablet gesteuert wird, gefiel den Juroren die Betonung der Architektur mit ihren Besonderheiten und deren Abstimmung mit dem natürlichen Lichteinfall.

Neben den Bogenöffnungen des Hauptschiffes als Lichtquelle am Tag gelten die 98 Bögen im Chorraum als Seltenheit, die an trüben Tagen und am Abend durch künstliches Licht betont werden, ohne dass die Quelle für den Betrachter sichtbar wird. Hochaltar, Altar, Ambo und Treppenstufen zum Chorbereich werden mit Strahlern in diversen Optiken und mit hohem Wiedergabewert der Farben in Szene gesetzt. Lichttechnisch neu entwickelte Pendelleuchten ergänzen das bisher nicht dagewesene Leselicht. Für die Seitenaltäre mit den Heiligenfiguren erzeugen LEDs und neu installierte Mini Spots eine angenehme Atmosphäre.

Ein Nachwuchstalent
Bereits während ihres Studiums der Architektur an der TH Mittelhessen arbeitete die Staffelerin im Limburger Architekturbüro André und Erich Kramm. Unter anderem war Textor am Gewinn des Wettbewerbs für das Lahnmarmormuseum Villmar beteiligt, entwarf erfolgreich Möbel und bearbeitete mehrere Projekte. 2008 entwarf sie mit der Limburger Textilkünstlerin Elisabeth Knossalla das erste Tischtenniskleid “Esperanza”, das die Weltfirma Butterfly in Serie produzierte. Ebenso entwarfen beide eine eigene Textil-Kollektion für die Werner Schlager Academy in Wien. Nach dem Studium gründete Textor mit der Architektin Dipl-Ing. Sarah Sell “s2- architektur”. Weitere renommierte Projekte führten sie zur Lichtplanerin Ulrike Brandi (Elbphilharmonie Hamburg), wo sie bis zur eigenen Selbständigkeit im Juli 2015 als Büroleiterin arbeitete.

Ein Blick in die wunderschön ausgeleuchtete Pallottinerkirche. Die Lichtplanung von Sarah Textor war der Jury preiswürdig. (Foto: Privat)

Text: Dieter Fluck
Bilder: Privat

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