Bischof Bruno Ateba ist zum Danksagen nach Europa gekommen

Das Provinzialat in Friedberg ist seine zweite Heimat

Bischof Bruno Ateba machte am 9. Februar 2026 im Provinzialat der Pallottiner in der bayerischen Stadt Friedberg Zwischenstation. Eigentlich will er zu einer Konferenz nach Paris und zu den Mitbrüdern nach Belfort. Hier wie dort möchte er sich bei den Wohltätern seines Bistums bedanken: Ohne die Hilfe der Mitbrüder und der zahlreichen Spenderinnen und Spender würden die Räder im hohen Norden Kameruns langsamer laufen – oder stillstehen.

Bischof Bruno Ateba SAC ist Pallottiner und Bischof im Norden Kameruns. Nahe der nigerianischen Grenze, in der Region Extrême-Nord – einer rauen Landschaft aus Savanne und Steppe –, liegt sein Bistum Maroua-Mokolo. Die Mehrheit der Bevölkerung folgt Naturreligionen; mehr als ein Drittel sind Muslime, und etwa 18 Prozent sind Christinnen und Christen. In der Bischofsstadt Maroua gibt es schätzungsweise 500 kleinere und größere Moscheen, eine katholische Kathedrale und 16 katholische Pfarreien. Im gesamten Bistum sind es 52 Pfarrkirchen. Allerdings benötigt der katholische Bischof militärischen Schutz, wenn er im Bistum auf Visitationsreise geht. Boko Haram, die islamistische Terrororganisation mit Verbindungen zu Al-Qaida, verübt nicht nur im nahen Nigeria Überfälle, sondern auch im unwegsamen Norden Kameruns.

Probleme gemeinsam lösen

Bischof Ateba bemüht sich um freundschaftliche Kontakte zu den anderen religiösen Führern in der Region. Gegenseitiges Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung sind ihm sehr wichtig. Dass diese Haltung konkret Früchte trägt, zeigt die Tatsache, dass der „Lamido von Maroua“, der traditionelle muslimische Führer, die katholische Kathedrale von Maroua mit seinem Besuch beehrt hat.

Allen religiösen Führern geht es darum, die Probleme des Landes gemeinsam zu lösen. Und Probleme gibt es im Norden Kameruns genug. Viele Kirchen sind zerstört, in Grenznähe wurden Menschen getötet. Auf dem Gebiet des Bistums leben derzeit schätzungsweise 75.000 geflüchtete Menschen. Aber auch ohne Boko Haram sind die Sorgen groß. Der Klimawandel wirkt sich weltweit unterschiedlich aus und trifft die Region Extrême-Nord stärker als viele andere Gegenden. Er verschärft die Notlage zusätzlich: Neun Monate Trockenzeit stehen drei Monaten Regenzeit gegenüber. In der Trockenzeit wird es immer heißer, die Ernten verdorren und das Wasser wird knapp; in der Regenzeit drohen gefährliche Überschwemmungen. Das ist schlecht für die Landwirtschaft. Viele Menschen verarmen, werden krank, leiden Hunger – und Krankheiten wie Cholera treten weiterhin auf.

Nächstenliebe ist für Kameruns Christen gar nicht so einfach

Hier aus christlicher Nächstenliebe zu helfen und die Probleme der Bevölkerung nachhaltig zu lösen, ist alles andere als einfach. Es gibt zwar eine Leprastation, ein Heim für Straßenkinder sowie Schulen und Krankenstationen, die das Bistum betreibt – doch die Selbstfinanzierung wird immer schwieriger. Das betrifft auch die Ausbildung der 42 Seminaristen, denn eine gute Ausbildung für die künftigen Priester braucht Geduld und Geld. Aber auch die 120 Diözesanpriester sorgen sich um ihr Auskommen. Die Kirche ist in Kamerun vollständig spendenfinanziert. Wenn die Ernten verdorren und die Herden verenden, können auch die Dorfgeistlichen kaum überleben.

Deshalb sind die Kirche und die notleidenden Menschen – unabhängig von ihrer Religion – auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen. Deutschland spielt hier beispielsweise mit den Messintentionen, die in den Norden Kameruns weitergeleitet werden, eine wichtige Rolle. Und gerade der Einsatz der Mitbrüder und Wohltäter, der Bistümer und Hilfswerke macht im Norden den entscheidenden Unterschied. „Als Apostel, als verantwortliche Glieder der Kirche, wollen wir unsere Kirche vor Ort gerne selbst finanzieren und gestalten – das ist das Ziel, darauf arbeiten wir hin. Aber es ist nicht einfach“, berichtet Bischof Ateba bei seinem Besuch im vertrauten Kreis seiner Mitbrüder im Friedberger Provinzialat, seiner zweiten Heimat.

Die Kirche ist auf dem Weg

Dabei sind er und seine Mitstreiter vor Ort stolz auf das bisher Erreichte. Die Kirche ist lebendig, es gibt viele Berufungen. Die Menschen sind begeisterungsfähig und nehmen Gesundheits- oder Bildungsangebote gerne an. Stolz sind sie auch auf ihre neue Kathedrale: ausgemalt von einem Künstler der Universität Maroua, mit Glocken aus Deutschland, die um 6, um 12 und um 18 Uhr in der Stadt zu hören sind. Die Verantwortlichen freuen sich, dass die 3.000 Sitzplätze regelmäßig voll sind; an Ostern oder Weihnachten kommen rund um die Kathedrale noch etwa 1.000 Stehplätze hinzu.

Bericht und Bilder: Josef Eberhard

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