Sarah Textor erhält Lichtdesing Preis für St. Marien Limburg

Kirchenchöre auf außergewöhnlichen Klangwegen

St. Marien und St. Nikolaus führen gemeinsam die „Misa Tango“ auf – Ein südamerikanisches Glaubensdokument

Es ist eine Neuheit in mehrfacher Hinsicht. Zum ersten Mal in der hiesigen Region wird eine Tango-Messe aufgeführt. Dafür haben sich die katholischen Kirchenchöre St. Nikolaus Dehrn und der Limburger Pallottinerkirche St. Marien zu einem einmaligen Jubiläumschor zusammengeschlossen und für das besondere Ereignis zahlreiche Gastsängerinnen und -sänger gewinnen können. Insgesamt 90 Frauen und Männer werden am Sonntag, 27. September, ab 18 Uhr im Rahmen der Konzertreihe „Orgel plus“ in der Pallottinerkirche St. Marien ihre Stimmen erheben und noch einmal am Sonntag, 18. Oktober, um 17 Uhr beim Jubiläumskonzert in der Dehrner Kirche.

„Misa Tango“ ist keine heilige Messe im eigentlichen Sinne

Anlass sind das 100-jährige Jubiläum des Kirchenchors sowie „seiner“ Kirche in Dehrn und das 80-jährige Bestehen des Chores in St. Marien, dessen Mutterkirche 2027 ihre Weihe vor 100 Jahren feiern kann. Unterschiedliche Kontraste setzen in der Aufführung ein kleines Streichorchester, Benedikt Fröhlich am Klavier, die Gesangssolistin Dorothee Laux (Sopran) sowie ein Bandoneon, ein akkordeonähnliches Zuginstrument, das der Musiklehrer Simon Japha meisterhaft beherrscht.

Bei der in der hiesigen Region noch relativ unbekannten „Misa Tango“ handelt es sich um eine Messvertonung des zeitgenössischen argentinischen Komponisten Martín Palmeri (Jahrgang 1965). Er hat die traditionellen Elemente der liturgischen Feier, also Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus, Benedictus und Agnus Dei, vertont, ohne dass sie Bestandteil einer Heiligen Messe sind. Das anspruchsvolle, etwa 45 Minuten dauernde Werk wurde am 17. August 1996 im Teatro Broadway in Buenos Aires durch das Orquesta Sinfónica Nacional de Cuba unter der Leitung von Fernando Álvarez uraufgeführt.

Die hiesigen Chorleiter Christoph Hilfrich (St. Marien) und Matthias Böhnke (St. Nikolaus) weisen vorab darauf hin, dass es sich bei der „Misa Tango“ um keine heilige Messe im eigentlichen Sinne wie etwa Mozarts Krönungsmesse handelt. Gleichwohl werde sie mit ihren geistlichen Texten zu einem Glaubensdokument, das hier in den Eigenheiten der südamerikanischen Musik erklinge. Die Komposition enthalte keinen klassischen Tango, jenen erotischen Tanz, und drücke dennoch etwas von seiner Leidenschaft, Melancholie und Sehnsucht aus. „Zwei Welten, die sich berühren“, sagt Hilfrich. Ursprünglich trage die Komposition die Bezeichnung „Misa a Buenos Aires“.

Anspruchsvolles Werk verlangt von Chören Konzentration und Ausdauer

Das anspruchsvolle Werk verlangt den Teilnehmern beider Chöre seit vielen Wochen und Monaten in getrennten, teils sechsstündigen wöchentlichen Sonderproben Konzentration und Ausdauer ab. Die Besucher beider Konzerte werden von Benedikt Fröhlich mit einer Orgelimprovisation im Stil argentinischer Musik des „Libertango“-Komponisten Astor Piazzolla auf das Ereignis eingestimmt. Es folgt das „Ave Maria“ von Giulio Caccini (1546–1618) aus der Zeit des Frühbarock, in Klavierbegleitung dargeboten von der Mezzosopranistin Dorothee Laux: „Als Original im Sinne des Komponisten und im Sinne des Konzerts als Anpassung an die argentinische Musik“, erklärt Chorleiter Hilfrich.

Nach der herausfordernden „Misa Tango“ sollen die Zuhörer aus dem Kirchenraum nicht unmittelbar entlassen werden. Vielmehr wird es einen Ausklang in der Weise des „Dona Nobis Pacem“, jenes berühmten Kanons von Mozart, in einer siebenstimmigen Bearbeitung von Christoph Hilfrich geben. Dabei verflechten sich die Motive aus dem Kanon mit einer lettischen Volksweise. Drei Solostimmen (Dorothee Laux, Eva Erbach-Blank, Birgit Leck) und der Chor gestalten das Gesangsereignis. Die Veranstaltungen in Limburg und Dehrn sind kostenfrei, um Spenden wird gebeten.

Bericht und Foto Plakat: Dieter Fluck; Foto Beleuchtete Pallottinerkirche (privat).

Weitere Beiträge

„Im Ruhestand sehe ich mich nun als freischaffenden Künstler im Reich Gottes“, sagt der Senior nach einem reichen Leben als Seelsorger
„Hier gehört sie hin“: Die Ausstellung der Omas gegen Rechts ist bei den Limburger Pallottinern angekommen
Am Dreifaltigkeitssonntag wurden im Limburger Missionshaus dreizehn Jubilare geehrt

Das könnte Sie auch interessieren

Mitreden, Mitmachen, Mithelfen!

In Kontakt bleiben. Kostenlos 12 x pro Jahr!

Liken, kommentieren, abonnieren

Herzliche Einladung: Reden Sie mit!

Öffnen Sie sich Räume

Gemeinsam die Welt verändern!