Im Gedenken
Pater Gerold Schafbuch SAC
Am 18. Juli 2026 verstarb in den frühen Morgenstunden im ev. Altenzentrum Bruchsal unser lieber Mitbruder Pater Gerold Schafbuch SAC. Er wurde 89 Jahre alt, war 64 Jahre Pallottiner und 60 Jahre Priester.
Gerold Schafbuch wurde am 28. Januar 1937 in Hüfingen/Baden als Sohn der Eheleute Gottfried und Paula Schafbuch geboren; er wurde am 4. Februar 1937 in der Stadtpfarrkirche in Hüfingen getauft. Gerold war der zweitjüngste von fünf Geschwistern. Sein Vater arbeitete als Ratsschreiber der Stadt Hüfingen und wurde 1978 zum Ehrenbürger der Stadt Hüfingen ernannt. Seine Mutter starb am 6. Januar 1956.
Nach der Volksschule in Hüfingen und dem Besuch des Heinrich-Suso-Gymnasiums in Konstanz bittet er im November 1956 mit den einfachen Worten „ich möchte Priester werden“ um Aufnahme in das St. Paulusheim in Bruchsal. So kommt er an Ostern 1957 in die Obersekunda des St. Paulusheims – den Ort, der für die meiste Zeit seines Lebens seine Heimat sein würde. Seine Lehrer in Bruchsal sehen in ihm einen humorvollen und musikalischen Menschen. Er ist als Organist tätig und „verhalf durch seinen Humor der Gemeinschaft zu vielen frohen Stunden“. Nach seinem Abitur wird er zum Noviziat der Pallottiner in Untermerzbach zugelassen.
Am 1. Mai 1962 legt er dort nach zweijährigem Noviziat seine erste Profess ab und wechselt nach Abschluss seiner philosophischen Studien 1963 zum Theologiestudium an die Hochschule der Pallottiner in Vallendar. Die Jahre des Studiums lassen ihn wachsen und reifen, seine Lehrer sehen in ihm einen „scharfsinnigen und spitzzüngigen Kritiker“, der sich immer hilfsbereit und selbstlos für die Gemeinschaft einsetzt. Zuweilen hadert er aber wohl auch mit sich (und seinem Selbstwert).
Am 1. Mai 1965 legt er seine ewige Profess in Hofstetten ab, die Diakonatsweihe empfängt er am 29. März in der Hochschulkirche in Vallendar, die Priesterweihe am 17. Juli 1966 in der Kirche Heilig Geist in Augsburg/Hochzoll. Sein Pastoraljahr absolviert er in der Stadtpfarrei St. Franziskus in Augsburg/Firnhaberau. Sein Praktikumspfarrer schreibt geradezu begeistert von Gerolds „apostolischem Eifer in Verbindung mit der heute so seltenen pastoralen Klugheit“.
Nach diversen Aushilfen im Krankenhaus in Erlenbach und im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder München und seelsorgerischer Mithilfe in diversen Pfarreien kam er 1968 als Präfekt an das St. Paulusheim in Bruchsal. In unterschiedlichen Aufgaben sollte er hier in den nächsten Jahrzehnten arbeiten und leben. Neben seiner Präfektentätigkeit wurde er 1975 stellv. Internatsleiter, er unterrichtete zuerst am Schönborn-Gymnasium Bruchsal, später dann auch am St. Paulusheim Religion und war in der Kanzlei in der Betreuung der Förderer und Wohltäter aktiv. Zeit seines Lebens war das St. Paulusheim und Bruchsal der Ort seiner pastoralen Tätigkeit – lediglich für ein halbes Jahr, von September 1981 bis April 1982, war er in unserer Niederlassung in Freising, um dort in ähnlichen Bereichen zu wirken.
Diese Versetzung hat in Bruchsal in der Schulfamilie für viel Unverständnis gesorgt, und die vielen Protestbriefe und Unterschriftenaktionen zeigen, wie beliebt P. Schafbuch bei den SchülerInnen und Eltern in Bruchsal war. Nicht zuletzt waren es dann personelle Engpässe, die die Provinzleitung damals veranlasst hatten, ihn wieder nach Bruchsal zu versetzen.
Die jungen Menschen lagen P. Schafbuch zeit seines Lebens am Herzen, nicht nur in der Schule, wo er lange als Relilehrer tätig war, auch als Kurat der Pfadfinderinnen von St. Paul in Bruchsal. So charakterisierte ihn sein langjähriger Weggefährte P. Franz Büttner anlässlich seines goldenen Priesterjubiläums als einen „Seelsorger, der sich immer viel Zeit für Einzelgespräche nimmt, dem der persönliche Bezug, die Vertrauensbasis zu den Schülern wichtiger ist als Ordnung und Disziplin“.
Neben seiner Erziehertätigkeit war ihm der Freundeskreis des St. Paulusheims ein Herzensanliegen. Viele Jahre engagierte er sich in der Vorstandschaft und begleitete zahlreiche Fahrten nach Rom und an andere Orte. Von 2005 bis 2008 war er als Hausrat Mitglied der Hausleitung in der Hausgemeinschaft des St. Paulusheims.
Auch als er nicht mehr als Lehrer aktiv war, war er für viele Schüler und Schülerinnen ein gefragter Ansprechpartner; sein Zimmer im St. Paulusheim war ein beliebter Treffpunkt für aktive und ehemalige SchülerInnen. Als die Mitbrüder das Paulusheim verlassen mussten, wurde das Altenzentrum in der Nachbarschaft für ihn zur neuen Heimat. Auch wenn ihm der Umzug schwerfiel, da er vor allem auch seine geliebten Bücher nicht weggeben wollte, hat er sich im Altenzentrum gut eingelebt und konnte die letzten zweieinhalb Jahre dort gut leben. Dank der Betreuung und Fürsorge des Personals, vor allem aber auch einer ehemaligen Schülerin, war er in den letzten Jahren gut versorgt.
Sein gesundheitlicher Zustand nahm in den letzten Jahren nach und nach ab, sein Gehör ließ nach und er haderte oft mit sich und seiner Situation. Trotzdem konnte er in der Zeitschrift des Evangelischen Altenzentrums voll Dankbarkeit schreiben: „So bin ich dankbar, dass es für Menschen im Herbst des Lebens solche Orte gibt, in denen wir gut betreut und gepflegt werden.“ Und er schließt diesen Artikel mit den Worten: „Nun blicke ich dankbar auf mein Leben zurück und darf mich über die gute Ernte des Lebens freuen. Schlussendlich gilt der Psalm 126,5: ,Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten.‘“ Wünschen wir ihm, dass diese Verheißung für ihn nun wahr wird.
Wir Pallottiner verlieren mit P. Gerold Schafbuch einen feinfühligen und humorvollen Mitbruder, dessen Tiefsinn aber oft auch überrascht hat. Wir sind ihm dankbar für seinen treuen Dienst in so vielen Bereichen.
Das Requiem findet am Mittwoch, den 29. Juli 2026, um 13.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Verena in Hüfingen statt. Anschließend erfolgt die Beisetzung auf dem Friedhof in Hüfingen im Familienkreis.
Am Donnerstag, den 30. Juli 2026, feiern wir um 14.00 Uhr einen Gedenkgottesdienst in St. Peter in Bruchsal. Anschließend sind alle herzlich zu Kaffee im großen Speisesaal des St. Paulusheims eingeladen.
Priester, die konzelebrieren wollen, werden gebeten, Schultertuch, Albe und Stola mitzubringen. Anstelle zugedachter Kranzspenden erbitten wir im Sinne des Verstorbenen eine Spende für die missionarischen Aufgaben unserer Gemeinschaft (Pallottiner KdöR, Stichwort „Mission“, Pax-Bank für Kirche und Caritas eG, IBAN DE41 3706 0193 1053 3930 00). Vielen Dank.
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