
„Aus Geschichte Gegenwart machen“
Der „Tag der Provinz“ war auf dem Mönchsberg zu Gast
Im Rahmen des Jubiläums „100 Jahre Pallottiner in Salzburg“ fand am 4. Juli 2026 der „Tag der Provinz“ auf dem Mönchsberg in der Mozartmetropole statt.
Seit 100 Jahren gibt es die Pallottiner in Salzburg. 1926 konnte die Gemeinschaft von dem russischen Fürsten Basilius Paschkow das sogenannte Johannesschlössl auf dem Mönchsberg erwerben. Das Haus wurde nun Heimat für die Pallottinerstudenten, die an der Theologischen Fakultät der Universität Salzburg ihre Ausbildung erhielten.
Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges studierten alle deutschsprachigen Pallottiner in Vallendar, und das wiederaufgebaute Johannesschlössl wurde Exerzitienhaus und Sitz der österreichischen Regionalleitung. Mit der Zeit wurde das schmucke Anwesen auf dem Mönchsberg auch immer mehr zum Gästehaus. Viele Jahrzehnte lang gehörte zum Haus auch ein Internat, das unzähligen Jungen vom Land die Möglichkeit gab, in Salzburg die Matura zu machen.
2026 ist also für die Pallottiner in Salzburg ein Jubiläumsjahr. Im April waren die Förderer und Wohltäter der Gemeinschaft zu einem Tag des Dankes und der Begegnung auf den Mönchsberg eingeladen. Die Provinzleitung hatte dann die Idee, den jährlich stattfindenden „Tag der Provinz“ in Salzburg zu begehen. Seit einigen Jahren wird dieser „Tag“ online begangen, sodass viele Mitbrüder in Österreich, Deutschland und Afrika daran teilnehmen können.
Die Zukunft heißt Internationalität
So konnte Provinzial P. Markus Hau am Nachmittag des 4. Juli im Pallotti-Saal des Johannesschlössls neben etlichen Mitbrüdern und vielen geladenen Gästen auch zugeschaltete Mitbrüder aus Friedberg und vom Hersberg, aus Limburg und Vallendar, aus Nigeria und Malawi und sogar aus Indonesien begrüßen. In den Saal hinein scherzte P. Hau bei der Suche nach einer Anrede: „Eigentlich könnte ich sagen: Liebe Freunde von Pater Schwarzfischer.“ Alle lachten, denn die meisten Gäste lieben und schätzen das Johannesschlössl aufgrund der jahrzehntelangen Gastfreundschaft, die P. Alois Schwarzfischer als Rektor und Seele des Hauses pflegte. Er kam 1968 nach Salzburg.
Der Provinzial blickte kurz auf die Geschichte des Hauses zurück und sprach davon, dass es sich immer wieder habe „neu erfinden müssen“. So auch jetzt, da das Apostolat des Hauses im Wandel sei, die Gemeinschaft kleiner werde und die Provinz immer mehr auf Internationalität und Interkulturalität setze. Der Provinzial dankte Magister Ulrich Walder, der als ideenreicher Geschäftsführer das Schlössl hervorragend führt. Er dankte dem scheidenden Rektor, P. Sascha Heinze, der noch die Feiern zum 100-jährigen Jubiläum vorbereitet hatte. Und er begrüßte den neuen Rektor, P. Norbert Possmann. Dieser sprach von seiner Freude darüber, die bislang gegangenen Wege der Pallottiner in Salzburg weitergehen zu können. Mit Blick auf seine weltkirchlichen Erfahrungen sei ihm davor nicht bange.
Zum Jubiläum „90 Jahre Pallottiner in Salzburg“ hatte Dr. Konrad Wutscher eine Festschrift erarbeitet, die die Geschichte des Johannesschlössls und der Pallottiner dort beschreibt. Diese Festschrift hatte er nun zusammen mit P. Heinze überarbeitet und auf den heutigen Stand gebracht. Alle Gäste erhielten sie als kleine Jubiläumsgabe. Sie bildete auch den Hintergrund für den Festvortrag, den Dr. Wutscher im Laufe des Nachmittags hielt.









Schnitzel, Kaiserschmarren und Muffins
In das Programm wurden immer wieder kleine Filme eingestreut, in denen Pallottiner den Mitbrüdern in Salzburg zu ihrem Jubiläum gratulierten. Ihr Arbeitsauftrag war es gewesen, dies auf „österreichische Weise“ zu tun. Das sorgte für viele Lacher, wenn zum Beispiel die Studenten aus Südafrika Wiener Schnitzel und Kaiserschmarren brutzelten, die Studenten aus Malawi zur österreichischen Flagge tanzten und sangen, die Studenten aus Nigeria mit Tiroler Hüten „Herzlichen Glückwunsch!“ schmetterten und die Gemeinschaft der Hochschule in Vallendar einen Grußtext zur Melodie von „Stille Nacht“ sang.
Fünf Frauen der Gemeinschaft „Cambio“, deren Spiritus Rector über viele Jahre P. Helmut Scharler war, brachten aus ihrer Verbundenheit mit dem Haus 100 selbst gebackene Muffins für die Gäste mit.
Der „Tag der Provinz“ endete mit einer Festmesse in der vollen Kirche des Johannesschlössls. Der Generalvikar des Erzbistums Salzburg, Harald Mattel, dankte den Pallottinern für ihre Arbeit und ihre Anregungen in den zurückliegenden 100 Jahren in der Bildungsarbeit und der Pfarrseelsorge. Er wünschte sich, dass nun aus Geschichte Gegenwart werde, das Haus weiterhin ein „offenes Haus“ bleibe und die Pallottiner den Menschen „unserer Zeit, die eben ist, wie sie ist, die Hoffnung, dass wir erlöst sind“, vermitteln könnten.
Salzburg wäre nicht Salzburg, gehörte zum Fest nicht auch Musik. Den Nachmittag begleitete ein Quartett des Musikvereins Ainring. Die Mönchsberg-Pallottiner und die dortige Pfarrei pflegen seit Jahrzehnten eine gute Beziehung. Den Gottesdienst gestaltete die Müllner Kantorei mit einer Orchestermesse. Ihre Heimat ist die Pfarrkirche, zu der auch das Johannesschlössl gehört.
Das Fest beziehungsweise der „Tag der Provinz“ endete natürlich nicht mit dem Gottesdienst. Die vor Ort anwesenden Pallottiner und ihre Gäste erfreuten sich noch an einem guten Buffet, das Mag. Walder gezaubert hatte, und später auf der Terrasse an einem kühlen Getränk. Dabei wurden Erinnerungen ausgetauscht, neue Kontakte geknüpft und Pläne für die Zukunft geschmiedet.


Bericht: Pater Alexander Holzbach
Bilder: Pater Alois Mäntele (alle), Pater Alexander Holzbach (Fototermin)
Predigt bei der Festmesse "100 Jahre Pallottiner in Salzburg" am Tag der Provinz 2026
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