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Ich schenke Dir ein Licht

Wie mich das Weitergeben von Licht seit meiner Kindheit durchs Leben begleitet

Als meine Geschwister und ich noch Kinder waren, las uns unsere Mutter jedes Jahr in der Adventszeit die Geschichte „Die vier Lichter des Hirten Simon“ von Gerda Marie Scheidl und Marcus Pfister vor. In dieser Geschichte verliert der kleine Hirte Simon sein Lamm und wird geschickt dieses zu suchen. Für seinen Weg erhält er von dem älteren Hirten Simon eine Lampe mit vier Lichtern mit den Worten „Trage den vier Lichtern Sorge, dann werden sie dir auf dem Weg leuchten.“ Auf seiner Suche nach dem Lamm trifft Simon auf einen Dieb, einen verletzten Wolf und einen Bettler. Jedem schenkt er eines seiner Lichter, bis ihm selbst nur noch ein Licht bleibt. Schließlich findet er sein Lamm in einem Stall mit einem kleinen Kind, welchem er auch noch sein letztes Licht schenkt, und das Leuchten breitet sich aus, bis es den ganzen Stall erhellt.

Diese Geschichte hat uns als Kinder sehr berührt und sie berührt mich auch heute noch. Sie erinnert mich daran, dass Mitgefühl, Teilen und Liebe schenken die Welt heller machen können, gerade dann, wenn es dunkel ist und man Hilfe und Unterstützung gebrauchen kann.

Auch Kleines kann Großes bewirken

Wir kennen dies aber auch von anderen Momenten: zum Beispiel vom Friedenslicht, das weitergetragen wird oder wie in der Osternacht ausgehend von der Osterkerze das Licht von Kerze zu Kerze weitergegeben wird, bis die ganze Kirche von diesem Licht erfüllt ist. Ein kleines Licht kann Großes bewirken, wenn es geteilt wird.

Ich bin in einem sehr sportlichen Kontext aufgewachsen und habe auch dort das Weitergeben des Lichtes als etwas Bedeutungsvolles erfahren. So bei den Olympischen Spielen, wo in Form einer Fackel das Licht von Menschen zu Fuß (oder zum Beispiel auch Schwimmend) von Athen bis zum Austragungsort durch die einzelnen Länder getragen wird, als Zeichen für Friede, Freundschaft und dem Zusammenhalt der Völker. Bei Wettkämpfen haben wir diesen Moment mit einer Fackel mit künstlicher Flamme nach gemacht und die Fackel wurde von Kind zu Kind weitergegeben.

Das Kerzenlicht wurde uns ein Zeichen für Wärme, Hoffnung, Zuversicht, aber auch für Trost in schwierigen Zeiten. So zündeten wir in meiner Kindheit abends eine Kerze für verstorbene Familienmitglieder an, besonders wenn einem von uns auf einmal erneut die Trauer überkam und auch heute zünde ich in jeder Kirche, in die ich gehe, ein Licht für sie an. Es wurde mein stilles Zeichen des Erinnerns und der Verbundenheit.

Unser Ritual: Kerzen selbst gestalten

All das bewegte uns dazu an Weihnachten Kerzen zu verschenken. Wir wollten anderen Menschen Licht und Freude schenken und ihnen zeigen, dass wir an sie denken. Als Kinder haben wir jedes Jahr etwas Neues gemacht, um die Kerzen besonders zu gestalten. In einem Jahr haben wir sie beklebt, in einem anderen bemalt, wir haben Kerzen aus Wachs modelliert, aus Bienenwachsplatten gerollt, aber auch Kerzenhalter selbst gestaltet, um diese mit Teelichtern zu verschenken. Meine Mutter ließ sich immer etwas Neues einfallen, um das Verschenken der Kerzen zu etwas besonderem zu machen und wir Kinder hatten nicht nur große Freude am Gestalten, sondern vor allem auch am Verschenken.

Vor ein paar Jahren haben meine Mutter und ich dieses „Ritual“ erneut aufgegriffen und angefangen Kerzen selbst zu gießen. Unteranderem aus alten Kerzenresten, gestalten wir neue, bunte Kerzen, in den unterschiedlichsten Farbkombinationen und Formen, manche als Kerzengläser und andere als Kerze selbst. Und diese verschenken wir weiter, um ein Stück Licht, Hoffnung und Liebe zu teilen. Und es bereitet mir immer noch so eine große Freude, wie damals als Kind.

Tashina Schneising

studiert an der Vinzenz Pallotti University mit den Schwerpunkten Narrative Theologie und Philosophie

Bild: FrankyDeMeyer/iStock

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