Papst Leo und Vinzenz Pallotti

Zwei Tage nach seiner Amtseinführung besuchte der neue Papst den Wallfahrtsort Genazzano

Als Leo XIV. die erste Hl. Messe als Papst auf dem Petersplatz feierte, fiel Beobachtern auf, dass neben dem Altar nicht die dort üblicherweise platzierte Madonna stand, sondern das Bild der „Mutter vom Guten Rat“. Dieses Bild verbindet den Papst mit Vinzenz Pallotti.

Zwei Tage nach seiner Amtseinführung, am 10. Mai, fuhr Papst Leo XIV. nach Genazzano. Das Städtchen in den Albaner Bergen beherbergt die Wallfahrtskirche „Maria, Mutter vom Guten Rat“, die seit über 600 Jahren vom Augustinerorden betreut wird. Das Gnadenbild, ein Fresko aus einer Kirche in Shkodra in Albanien, kam im 15. Jahrhundert nach Genazzano. Hoch verehrt wurde das Bild auch von Papst Leo XIII., der die Kirche 1902 neu ausstatten ließ und sie 1903 aufsuchte. Als Augustiner kennt Leo XIV. den Ort und das Bild bestens. In Deutschland ist es durch die Augustiner in Würzburg bekannt.

Ein Geschenk Vinzenz Pallottis für die Benediktiner

Auch Vinzenz Pallotti verehrte diese Darstellung der Mutter Jesu. 1845 reisten spanische Benediktiner als Missionare über Rom nach Australien und errichteten 70 km nördlich von Perth eine Abtei namens New Norcia. Sie zählt heute zu den Touristenattraktionen Westaustraliens. Der Gründerabt und spätere Bischof Roderindo Salvado hatte in Rom Vinzenz Pallotti kennengelernt, der immer an der Arbeit in den Missionen interessiert war und sie unterstützte. Abbate Pallotti schenkte vor der Abreise dem Benediktiner ein Bild der „Mutter vom Guten Rat“.

Dieses Bild – kostbar eingerahmt durch eine Stiftung des spanischen Konsuls in Westaustralien – ziert heute die linke Seitenkapelle der Abteikirche und wird seit Ende der 1940er Jahre als Gnadenbild verehrt. Warum?

Hilferuf zu Maria – Ein Wunder?

Neben der Abtei hatten die Mönche ein riesiges Getreidefeld angelegt. Im Dezember 1947, also im heißen australischen Sommer, wollte man erstmals ernten. Da wurde das Buschland um die Abtei (vermutlich als Sabotageakt) angezündet. Das Feuer erreichte rasch das Feld und bedrohte auch das Gebäude. Mönche und Aborigines wurden der Lage nicht Herr. Da holte ein Missionar das Marienbild, hielt es gegen das herannahende Feuer und bat die Mutter Jesu um Hilfe. Plötzlich drehte der Wind; die Gefahr war gebannt. Die Mönche waren erleichtert und dankbar. Die Aborigines konnten es nicht fassen. „Das hat die weiße Frau getan“, so ihr einhelliges Urteil.

Als 2001 der damalige Provinzial, Pater Norbert Hannappel, anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Pallottiner in Australien“ dort war, besuchte er auch die Mönche in New Norcia. Sie zeigten ihm das Bild. Und Pater Hannappel war freudig erstaunt, dass eine Tafel auf die Herkunft des Bildes als Geschenk Vinzenz Pallottis verwies sowie auf die Wundermacht der „Mutter vom Guten Rat“.

Vinzenz Pallotti und die „Mutter vom Guten Rat“

Bericht: P. Alexander Holzbach
Foto: Vatican Media/Romano Siciliani/KNA

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