Totenbrief P. Brauner

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P. Brauner verstarb mit 84 Jahren

In den Mittagsstunden des 7. Juli 2016 starb im Missionshaus in Limburg unser Mitbruder Klaus Brauner SAC. Er war 84 Jahre alt, 61 Jahre Pallottiner und 57 Jahre Priester.

Am 13. Mai 1932 in Neurode, Grafschaft Glatz (Schlesien), geboren, erhielt er von den Eltern Paul     Brauner, Obersteuersekretär, und seiner Frau Elisabeth, geborene Olbrich, den Namen Nikolaus Alfons Maximilian. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder Hans und seiner Schwester Maria hatte er eine glückliche Kindheit. Familie und Pfarrgemeinde schenkten Geborgenheit und Orientierung für das Leben. Als er acht Jahre alt war, starb sein Vater.

Ab 1938 besuchte er die Volksschule in Neurode, ab 1944 die Oberschule. In den Wirren nach dem Zweiten Weltkrieges musste die Familie ihre Heimat verlassen und gelangte nach Limbach in Sachsen. Hier setzte er seine Schulausbildung fort.

Schon als Ministrant in Neurode war in ihm der Wunsch wach geworden, Priester zu werden. So bewarb er sich mit seinem Zwillingsbruder um Aufnahme in das Bischof-Vieter-Kolleg der Pallottiner in Limburg. Die Ausbildung dort schloss er mit dem Abitur auf dem Städtischen Gymnasium ab. Am 1. Mai 1953 trat er in das Noviziat der Pallottiner in Olpe ein und legte dort am 25. April 1955 seine erste Profess ab. Während des Philosophie- und Theologiestudiums in Vallendar erfolgte dort am 25. April 1958 die ewige. Am 16. Juli 1959 weihte ihn der Pallottiner Otto Raible, Bischof im Nordwestaustralischen Broome, zum Priester. Nach einem Pastoral-Jahr in Ransbach-Baumbach erhält er seine erste Bestimmung:

Brauner wird von Dezember 1960 bis April 1964 Kaplan in der Pfarrei St. Vincenz in Oberhausen-Osterfeld. Er entwickelt Freude an der Pfarrseelsorge und geht gerne in die Schule. Und: P. Brauner kann predigen. So versetzen ihn die Oberen in das Team der Volksmissionare nach Koblenz-Ehrenbreitstein. Im Dezember 1966 wird er dort wieder abgezogen und übernimmt den Religionsunterricht an der Berufsschule in Westerburg. Zugleich hilft er in der Pfarrei und ist CAJ-Kaplan des Bezirks Westerwald. Im Sommer 1973 wird er für ein Jahr Kaplan in der Christ-König-Pfarrei in Mülheim/Ruhr. Dann wird er zwölf Jahre Pfarrer in Oberhausen-Osterfeld.

Am 1. Oktober 1985 wird er in das St. Joseph-Hospital in Wiesbaden gesandt. Hier wirkt er in der Seelsorge des Konvents der Dernbacher Schwestern, unter dem Medizinischen und Pflege-Personal und vor allem in der Einzelseelsorge der Kranken. Zudem hatte sich in der Krankenhauskapelle eine kleine Gottesdienstgemeinde entwickelt, die P. Brauner sehr zugetan war.

Auf diesem Hintergrund war es für den damaligen Provinzial schwierig, ihn 1999 in das Vinzenz-Pallotti-Hospital nach Bensberg zu versetzen. Hier galt sein Engagement dem Konvent der Pallottinerinnen und der Krankenhaus-Gemeinde. Zudem war er viele Jahre Subsidiar im Dekanat Bergisch-Gladbach.

Am 1. November 2007 siedelte P. Brauner in das Missionshaus nach Limburg über. Hier half er in der Beichtseesorge, übernahm Gottesdienst-Aushilfen und feierte gerne in der Joseph-Kapelle der Seniorenstation mit den alten und kranken Mitbrüdern die Hl. Messe.

Klaus Brauner hatte schon seit etlichen Jahren Herzprobleme und musste sich immer wieder in ärztliche Obhut begeben. In den letzten Monaten verschlechterte sich sein gesundheitlicher Zustand. Der gesellige Mann zog sich immer mehr zurück. Wir dürfen davon ausgehen, dass er selbst seinen Heimgang geahnt hat und sich bewusst darauf vorbereitete. So starb er unvermutet in der Mittagsstunde, nachdem er wie immer nach der Seniorenmesse die Hl. Kommunion empfangen hatte. Wie immer bedankte er sich für jeden Besuch und für den Dienst des Pflegeteams unserer Seniorenstation.

Mit P. Klaus Brauner verlieren wir einen liebenswürdigen, bescheidenen Mitbruder, der die ihm übertragenen Aufgaben gewissenhaft annahm. Aus seiner behüteten Kindheit hatte er sich ein Staunen bewahrt, das ihm ein Tor zu den Herzen der Menschen wurde. Er war nie aufdringlich, aber die Menschen spürten, dass er ein echtes Interesse an ihnen hatte. Zugleich beseelte ihn das Interesse, sie in ihrer Freude und ihren Sorgen mit der Botschaft des Evangeliums zu stärken, dass in allem ein guter Hirte mitgeht.

Dass P. Brauner sehr geschätzt war, zeigt die Verbindung, die viele mit ihm aufrecht erhielten, denen er in ihrer Jugend Kaplan und Seelsorger gewesen war. Davon sprechen auch die zahlreichen Einwände im Zusammenhang mit seiner Versetzung aus Wiesbaden.

Klaus Brauner war ein frommer Mann. Die Gemeinschaftsgebete, das Breviergebet, die tägliche Hl. Messe waren ihm wichtig. Seine ausstrahlende Zufriedenheit speiste sich auch aus seiner Freude an Musik. Jedes Jahr freute er sich auf den gemeinsamen Urlaub mit seinem Zwillingsbruder. Oft verbrachten ihn die beiden in einem Schwesternhaus im bayerischen Inzell. Es war ein schwerer Schlag für P. Klaus Brauner, als sein Bruder Hans 2001 dort plötzlich verstarb. Sein Gottvertrauen und die Liebe zur täglichen Pflichterfüllung in der Seelsorge, halfen ihm, den Verlust zu meistern.

Wir danken P. Brauner für seine Treue und sein angenehmes Wesen, mit dem er die Gemeinden, in denen er wirkte, und unsere Gemeinschaft beschenkte. Wir wissen ihn nun geborgen in der ewigen Liebe Gottes.                                                                                                                                      hz

 

Wir feiern die Eucharistie im Gedenken an P. Klaus Brauner am Donnerstag, dem 14. Juli 2016, um 10:30 Uhr in der Pallottiner-Kirche St. Marien zu Limburg, Wiesbadener Straße 1. Anschließend geleiten wir den Verstorbenen auf dem Friedhof der Gemeinschaft zu seinem Grab.

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2016-09-22T16:38:42+00:00