Tagung „Liturgie, Architektur und Ästhetik“

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Pallotti Kirche Friedberg Vogelperspektive
Aus der Vogelperspektive: Der Communio-Kreis mit Altar und Ambo, am linken Rand des Bildes das "Meer der Liebe", das für Pfingsten steht.
Pallotti Kirche Friedberg Leo Zogmayer
Der Künstler und sein Gesamtkunstwerk: Leo Zogmayer erläutert den Teilnehmern der Tagung, was für ihn hinter der Neugestaltung der Pallotti-Kirche steckt.
Pallotti Kirche Friedberg Plenum Leo Zogmayer

Tagung „Liturgie, Architektur und Ästhetik“

Neugestaltete Vinzenz-Pallotti-Kirche präsentiert sich auf das Wesentliche konzentriert – Künstler Leo Zogmayer erklärt seine zwölfte Kircheninnenraumgestaltung

„Die Ehre Gottes, die Heiligung seines Namens, die Liebe zu Gott stellen höchste Ansprüche an die sichtbare Form unseres Glaubens, unseres Feierns.“ Die überlieferten Formen genügten dafür nach Ansicht des Freisinger Kunsthistorikers Peter Steiner trotz ihres Reichtums nicht. Deshalb bedürfe es „auch Formen aus dem Geist unserer Zeit, in denen sich die Menschen unserer Zeit wiederfinden“, sagte der ehemalige Direktor des Freisinger Diözesanmuseums bei der zweitägigen Tagung (29./30. November 2012) „Liturgie, Architektur und Ästhetik“ am Beispiel der neugestalteten Vinzenz-Pallotti-Kirche im Provinzialat der Pallottiner in Friedberg.

Zugleich forderte Steiner, dass „ästhetische Bildung und die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst“ in der kirchlichen Bildungsarbeit, im Religionsunterricht bis hinein in die Theologischen Fakultäten Priorität bekommen müsse. Ein Aufruf, mit dem er beim österreichischen Künstler Leo Zogmayer offene Türen eingerannt haben dürfte. Mit der Neugestaltung der Friedberger Kirche hat Zogmayer bereits seine zwölfte Kircheninnenraumgestaltung zum Abschluss gebracht.

„Wenn Du es feierst"

Der international bekannte Künstler gab unter dem Motto „If you celebrate it“ Einblicke in die sehr komplexe Entstehung und den Prozess dieses Kirchenbauprojekts. Ihm sei bei seiner Arbeit stets wichtig gewesen, dem Gottesdienst- und Kirchenbesucher eine voraussetzungslose, bare Sicht auf die Dinge“ zu bieten, betonte Zogmayer. Dies versuche er durch reine Formen und Farben, in einer Reduktion und Konzentration auf das Wesentliche, zu erreichen, skizziert er kurz und bündig seine puristische Kunstphilosophie.

Dabei betrachtet er sich nicht mehr und nicht weniger als Dienstleister und seine „Kunstwerke als Dienstleistung am Geschehen der Liturgie in diesem Raum“. Sakrale Gegenstände, die im Kult zwei Bewegungen befördern sollen: Kontemplation und Begegnung mit Gott und den Menschen. Der Künstler betonte einerseits, dass er keine Gebrauchsanweisung geben wolle, warnte jedoch andererseits davor, das zu verbauen, was hier an Spur angelegt sei.

Eine Fährte, die im Communio-Kreis des Innenraums um Altar und Ambo, erahnen lassen, was pallottinische Spiritualität ausmacht. Kurz gesagt: Fixpunkte im Raum, in denen das Gottes- und Kirchenbild des heiligen Vinzenz Pallotti (1795-1850) aufleuchten soll. Der Liturgiewissenschaftler an der Hochschule in Vallendar, P. Manfred Probst, unterfütterte das für jeden Sichtbare mit dem, was für Pallotti zeitlebens wichtig war: „Gott als die unendliche Liebe und Barmherzigkeit“, „Christus als Vorbild des gesamten Menschengeschlechts“ und „Maria als Königin der Apostel“.

Dem Heiligen sei es vor allem darum gegangen, die verschiedenen Stände der Kirche – egal ob Priester, Ordensleute oder Laien – ins Miteinander zu bringen, so P. Probst.

Ein Ziel, dem sich die Gottesdienstgemeinde nach dem Wunsch von Provinzial P. Hans-Peter Becker in Zukunft immer näher kommen soll. Für den Provinzial ist die in diesem Raum erfahrene „Sakralität der Leere“ herausfordernde Gabe und Aufgabe zugleich. Den ersten Schritt zur Bewältigung ging er selbst, als er am 2. Dezember um 10.30 Uhr der Eucharistiefeier vorstand.

Das durch den österreichischen Künstler Leo Zogmayer neugestaltete Gotteshaus wurde am 20. Januar 2013, am 50. Jahrestag der Heiligsprechung Vinzenz Pallottis, durch den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, konsekriert.

Gottesdienstplan

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2016-09-23T11:21:24+00:00