
Lesung und Gespräch mit Gaëlle Bélem: „Die seltenste Frucht“
Ein besonderer Abend über Talent, Mut und Ungerechtigkeit – und über die Geschichte eines edlen Aromas
Zu einer besonderen Lesung mit anschließendem Gespräch laden Haus Wasserburg und der Peter Hammer Verein für Literatur und Dialog e. V. am Mittwoch, 29. April 2026, um 19.00 Uhr in die Pallottikirche in Vallendar ein.
Die preisgekrönte Autorin Gaëlle Bélem erzählt in ihrer Romanbiografie „Die seltenste Frucht“ die Geschichte des kreolischen Sklaven Edmond Albius. Bereits im Alter von zwölf Jahren entwickelte er ein Verfahren zur Bestäubung der Vanille. Später wurde Vanille weltweit zu einem der begehrtesten Aromen. Edmond selbst jedoch starb in Armut, während andere reich wurden. Gaëlle Bélem stellt dieses Schicksal in den historischen Zusammenhang von Rassismus und Unterdrückung in ihrer Heimat La Réunion.
Mit schillernder, humorvoller Sprache und eindrucksvollen Figuren macht die Autorin die vergessene Geschichte hinter der „seltensten Frucht“ lebendig.
Das Gespräch mit der Autorin führt Julia Braun auf Französisch; sie übersetzt direkt ins Deutsche. Gudrun Honke, die das Buch ins Deutsche übertragen hat, liest Auszüge aus dem Roman.
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen gibt es auf der Website von Haus Wasserburg.
Zu den Mitwirkenden:
Julia Braun ist Übersetzerin aus dem Französischen. Sie studierte Literaturübersetzen, Romanistik und Kulturwissenschaften in Düsseldorf sowie auf Martinique und La Réunion. Ihr Schwerpunkt liegt auf kreolischer Literatur.
Gudrun Honke, die den Roman ins Deutsche übersetzt hat, arbeitet als Lektorin und Übersetzerin. Sie übertrug unter anderem Werke von Patrice Nganang, Scholastique Mukasonga, Bessora und Hemley Boum ins Deutsche.
Gaëlle Bélem wurde 1984 in Saint-Benoît auf La Réunion geboren. Sie ist Autorin, Lehrerin und Journalistin. Ihr Buch „Die seltenste Frucht“ wurde von der New York Times zu den 100 wichtigsten Büchern des Jahres 2025 gezählt. Ihr erster Roman „Un monstre est là, derrière la porte“ wurde mit dem Grand Prix du Roman Métis ausgezeichnet und stand in der englischen Übersetzung auf der Longlist des International Booker Prize 2025. In ihren Werken beschäftigt sie sich mit den sozialen Lebensrealitäten und der kulturellen Identität ihrer Heimat. Sie lebt und arbeitet auf La Réunion.
Bericht: Mathias Birsens
Fotos: Haus Wasserburg/Canva; Peter Hammer Verlag
Symbolfotos aus La Réunion: Prod. Numérik (Cirque de Salazie); Unclesam (Gousses et fleur de vanille Bourbon) beide über Adobe Stock
Kontakt: www.haus-wasserburg.de

La Réunion – Insel voller Geschichte und Widersprüche
La Réunion, die Heimat der Autorin Gaëlle Bélem, liegt im Indischen Ozean und gehört politisch zu Frankreich. Die Insel ist geprägt von einer bewegten Kolonialgeschichte, von Sklaverei und sozialer Ungleichheit, aber auch von einer außergewöhnlichen kulturellen Vielfalt. Einflüsse aus Afrika, Europa, Indien und Asien haben hier eine eigenständige kreolische Gesellschaft entstehen lassen.
Bis heute wirkt die Geschichte von Unterdrückung und Ausbeutung nach. Gleichzeitig ist La Réunion ein Ort großer kultureller Lebendigkeit. Sprache, Literatur und Musik erzählen von Erinnerung, Widerstandskraft und Identität. Auch deshalb ist die Insel weit mehr als nur die Kulisse für den Roman „Die seltenste Frucht“: Sie bildet den historischen und gesellschaftlichen Hintergrund für die Geschichte von Edmond Albius.

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