Eine lebendige Chorgemeinschaft

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Eine lebendige Chorgemeinschaft

70 Jahre Katholischer Kirchenchor St. Marien

Im Dezember 1946 ist der Katholische Kirchenchor St. Marien gegründet worden. Organist an der Marienkirche und Leiter des Chores sollte damals Kapellmeister Theodor Lebeda werden. Dieser konnte jedoch erst zu Beginn des Jahres 1947 nach der Vertreibung aus seiner Heimat die neue Stelle in Limburg antreten. Deshalb fanden die ersten Proben des Chores unter der Leitung von Pater Josef Fürbass SAC statt

Über die Arbeit und die Leistungen von Theodor Lebeda ist zu den früheren Jubiläen des Chores schon vieles gesagt und geschrieben worden. Noch heute erinnern sich zahlreiche Sängerinnen und Sänger gerne an die Zeit, die sie bereits unter Theodor Lebeda gesungen haben. Der Chor gestaltete unter seiner Leitung nicht nur unzählige Gottesdienste in der Pallottiner- und Pfarrkirche St. Marien, sondern wirkte  auch an zahlreichen Konzertveranstaltungen mit. Lebeda konnte als musikalischer Leiter des Kirchenchores, des MGV Eintracht Limburg, des MGV Fidelio Eschhofen und der Limburger Madrigalvereinigung auf eine große Zahl von Sängerinnen und Sängern zurückgreifen, mit denen er große Werke der Musikliteratur aufführte. Erwähnt seien darunter Händels „Der Messias“ oder „Judas Makkabäus“, Haydns  „Die Jahreszeiten“ und „Die Schöpfung“ oder Beethovens 9. Sinfonie. Bei den Orchestermessen, die in St. Marien gesungen wurden, musizierte die Limburger Orchestervereinigung, die von Theodor Lebeda gegründet und geleitet wurde.  Im Jahr 1991 gab er nach 44 Jahren sein Amt als Chorleiter in St. Marien auf. Bis zu seinem Tod im Jahr 2011 blieb er dem Chor verbunden und nahm noch an Veranstaltungen teil, soweit es seine Gesundheit erlaubte.

Lebedas Nachfolger wurde Michael Troost,  der den Chor von 1991 bis 1996 leitete. In diesen 5 Jahren erweiterte Troost das Repertoire des Chores und setzte neue Schwerpunkte auf „a capella“-Werke. Unter seiner Leitung fanden auch konzertante Aufführungen in St. Marien statt. Er beendete seine Tätigkeit zum 50-jährigen Jubiläum des Chores mit der neu einstudierten „Messe in G“ von Franz Schubert.

20 Jahre Wolfgang Haberstock

Im Dezember 1996 übernahm Wolfgang Haberstock (Foto) die Leitung des Kirchenchores St. Marien. Haberstock, im Hauptberuf Klinik-Apotheker in Mainz, begann seine musikalische Ausbildung 1967 bei den Limburger Domsingknaben und sang danach im Limburger Domchor. Er war viele Jahre Mitglied des „Vokalensemble Frankfurt“, des „Collegium Vocale Limburg“ und von „Cantabile Limburg“, mit denen er be­deutende nationale und internationale Erfolge erlebte.

Die reichen Erfahrungen als Sänger konnte Haberstock überzeugend an die Sängerinnen und Sänger des Kirchenchores weitergeben. Großen Wert legte er von Anfang an auf die Übungen zur Stimmbildung, die am Beginn jeder Probe stehen. Seine „Grundausbildung “ bei den Domsingknaben  brachten ihm einen reichen Erfahrungsschatz zur Gestaltung der Liturgie.

Neben Liedsätzen und Motetten wurden insgesamt 15 neue Messkompositionen einstudiert von G. P. da Palestrina (1514-1594) bis Christopher Tambling (1964-2015). Zusammen mit namhaften Solistinnen und Solisten und dem Kammerorchester St. Marien wurden u.a.  Haydns „Theresienmesse“, Mozarts „Krönungsmesse“ oder  Beethovens „C-Dur-Messe“ gestaltet.

Unvergessen sind aber auch die 3 Aufführungen des Mozart-Requiems, Mendelsohns Vertonung des 42. Psalms „Wie der Hirsch schreit“, „Ein Hör-Blick auf Vincenz Pallotti“ oder „Marienlob“  im Rahmen der Musikreihe „Orgel plus“. Dass diese Veranstaltungen immer auf hohem musikalischem Niveau stattfanden, davon zeugen die Besprechungen in der heimischen Presse und die große Zahl der Zuhörerinnen und Zuhörer.

Nach dem Tod von Pater Gerhard Hesse (1997) übernahm Wolfgang Haberstock die Leitung der Choralschola der Pallottiner, so dass mit dem Gesang des gregorianischen Chorals ein wichtiger Bestandteil der Liturgie an der Marienkirche weiter gepflegt wird. Nachdem aus den Reihen der Brüder des Missionshauses aus Altersgründen keine aktiven Sänger mehr zur Verfügung standen, besteht die heutige Schola überwiegend aus Sängern des Kirchenchores, manchmal ergänzt durch Frauenstimmen – eine Neuerung, die die Vielfältigkeit der Kirchenmusik in St. Marien widerspiegelt. Nach dem Tod von Dr. Herribert Klein ist Wolfgang Haberstock seit 2005  auch künstlerischer Leiter der Reihe „Orgel plus“.

 

Wolfgang Bartoschek, 07.11.16

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2016-11-29T14:40:57+00:00