Die Heiligen Drei Könige haben ihren Dienst beendet

In den Tagen um den 6. Januar zogen die Kinder in Limburg als Könige Kaspar, Melchior und Balthasar von Haus zu Haus

Mit dem Ende der Schulferien hat die diesjährige Sternsingeraktion ihren Abschluss gefunden. Am Sonntag, dem 11. Januar 2026, dankte der Leiter der Großpfarrei „Heilige Katharina Kasper Limburger Land“, Pfarrer Gereon Rehberg, in der Pallottinerkirche mehr als hundert Jungen und Mädchen für ihren sozialen Einsatz, den sie an teils lausig kalten Tagen von Tür zu Tür, in Seniorenheimen und in den Messfeiern der zehn Kirchorte geleistet haben.

Zwei Besonderheiten in St. Marien

Im Kirchort St. Marien gab es in diesem Jahr zwei Besonderheiten. Die Heiligen Drei Könige, die stellvertretend die Sonntagsmesse in der Pallottinerkirche des Kirchorts St. Marien aktiv mitgestaltet haben, waren Mädchen – wahre Königinnen.
Im Gegensatz zum stereotypen Schwarzschminken*(s.u.), bei dem früher ein schwarz angemalter Melchior den afrikanischen Kontinent repräsentieren sollte, waren diesmal auch zwei dunkelhäutige Königinnen mit dabei.

Sie folgten dem Stern zu den Pallottinern

Nach der Messe folgten die Sterndeuterinnen und Sterndeuter gemeinsam mit der Gemeindereferentin Jasmin Jung dem Stern zu den Pallottinern ins Missionshaus. Dort wurden sie mit Begeisterung aufgenommen. Die Pallottiner sind international in vielen Ländern tätig, mit einem starken Fokus auf Afrika – zum Beispiel in Kamerun, Nigeria, Malawi oder Südafrika.

„Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“

Unter dem Leitsatz „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ lag das Augenmerk in diesem Jahr auf dem Thema Kinderarbeit und dem Recht auf Bildung – mit Blick auf Länder wie Bangladesch, wo Millionen Kinder arbeiten müssen. In den Tagen um den 6. Januar, dem Fest „Erscheinung des Herrn“ (Dreikönigstag), waren die Kinder als Könige Kaspar, Melchior und Balthasar von Haus zu Haus gezogen. Sie verkündeten nach alter Tradition die Botschaft von der Geburt Jesu, schrieben die traditionelle Segensbitte C+M+B (lateinisch für „Christus mansionem benedicat“ – „Christus segne dieses Haus“) an die Türen und baten um Geldspenden. Jasmin Jung wies darauf hin, dass es in unserer Region schwieriger werde, Schulkinder für diese Aufgabe zu gewinnen.

Da die Kinder mit ihren erwachsenen Begleiterinnen nicht alle Häuser besuchen konnten, liegen in den Kirchen noch Aufkleber mit dem Segensspruch zur Markierung der Hauseingänge zum Abholen bereit. Zum Abschluss stimmten die kleinen Könige in der Pallottinerkirche und im Missionshaus noch einmal das Sternsingerlied an und verdienten sich den anerkennenden Applaus ihrer Zuhörerinnen und Zuhörer sowie Spenden im Missionshaus.

Weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder

Es handelt sich seit 1959 um die weltweit größte Solidaritätsaktion, bei der sich Kinder für Kinder in Not engagieren. Im zurückliegenden Jahr erbrachte die Sternsingeraktion bundesweit über 48 Millionen Euro – ein Rekordergebnis, das dem Einsatz von etwa 300.000 Sternsingerinnen und Sternsingern in rund 7.300 Gemeinden zu verdanken ist.

Bericht und Bilder: Dieter Fluck

*nachgefragt

Gesicht zeigen für eine bessere Welt
*Warum die Sternsingerinnen nicht mehr geschminkt sind

Die Sternsinger – beziehungsweise das dahinterstehende Kindermissionswerk – empfehlen, Kinder nicht schwarz zu schminken, weil das viele Menschen an rassistisches „Blackfacing“ erinnert und als verletzend und ausgrenzend wahrgenommen werden kann. Außerdem passt die alte Idee „Hautfarbe = Herkunft“ heute nicht mehr – jedes Kind kann jeden König darstellen, ohne Schminke.

„Kommt so, wie ihr seid!“

Die Sternsinger ermutigen die Kinder, so zum Sternsingen zu kommen, wie sie sind. Sie wollen deutlich machen, dass die Sternsingerinnen und Sternsinger Gesicht zeigen für eine Welt, in der jeder Mensch so angenommen und geachtet ist, wie er von Gott geschaffen wurde.

Hier erfahren Sie mehr:
https://www.sternsinger.de/sternsingen/schminken/

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