
Meine erste Indienreise: Unterwegs mit den Pallottinern vor Ort
Auf dem Weg zur Jubiläumsfeier der pallottinischen Mitbrüder
Seit über 20 Jahren bin ich nun Pallottiner. In all den Jahren habe ich Dutzende Mitbrüder aus Indien kennenlernen dürfen. Alle verabschiedeten sich meist mit den Worten: „Wann kommst du uns in Indien besuchen, Christoph?“
Jetzt im Januar 2026 ist es nun endlich so weit: Das 75-jährige Jubiläum der Präsenz der Pallottiner in Indien ist für mich Anlass, meine erste Indienreise zu machen. Zusammen mit unserem Missionssekretär Pater Reinhold Maise und unserem ehemaligen Provinzial und General Pater Fritz Kretz darf ich für zwei Wochen dieses faszinierende Land und die Mitbrüder besuchen.
Chennai – Mount St. Thomas – Pillar – Salem – Mangalore
Nach einer langen Anreise (Flug von München über Bombay nach Chennai sowie langen Wartezeiten) war unsere erste Station Chennai, wo unsere Mitbrüder eine Pfarrei und eine Schule betreuen. Dort besuchten wir auch den Mount St. Thomas, wo der Legende nach der Apostel Thomas sein Martyrium erlitten hat.
Noch am selben Tag ging es dann weiter nach Madurai, wo uns Pater Jayapaul am Flughafen abgeholt hat. Pater Jayapaul war auch einige Jahre in Deutschland und hat an unserem pastoraltheologischen Institut seine Ausbildung gemacht. Spät abends erreichten wir Pillar, den Ort, wo vor über 25 Jahren Pater Emmanuel Savariaradimai SAC aus einer „Wüste“ eine blühende Landschaft gemacht hat und wo wir für die nächsten drei Tage bleiben werden. Das Bildungshaus und die Schule sind heute ein wichtiges Instrument zur Unterstützung und Ausbildung der Laien sowie von Kindern und Jugendlichen.
Von Pillar aus besuchten wir noch andere pallottinische Standorte: Salem, wo Pater Jerome ein Hilfsprojekt für HIV-Infizierte leitet, sowie ein Ausbildungshaus für Frauen eröffnet hat, wo sie Ausbildungen in Kosmetik, Schneiderei und Stickerei machen können. Auf dem Rückweg besuchten wir gemeinsam mit Pater Jerome in drei Dörfern Kinder, die zu den „Dalits“ gehören, der untersten Kaste im indischen Kastensystem. Um ihnen eine gute Ausbildung zu ermöglichen, unterstützt Pater Jerome sie mit eigenen Lehrerinnen und gibt ihnen Ergänzungsunterricht!










Blessed Richard Henkes Tailoring Center und St. Vincent Pallotti School
Am nächsten Tag fuhren wir – nach dem Frühstück im Ausbildungshaus „Pallotti Illam“ – zu Pater Selvaraj, der zwei Stunden von Pillar entfernt ein „Tailoring Center“ leitet, das nach dem Seligen Pater Richard Henkes benannt ist. Dort arbeiten 50 Frauen, die unterschiedliche Schneiderarbeiten ausführen können. Auch hier erwartete uns auf dem Rückweg wieder eine besondere Erfahrung: eine Begegnung mit Nomadenvölkern, die in einem abgelegenen Dorf immer wieder Station machen und in ärmsten Verhältnissen leben. Auch hier versuchen die Pallottiner durch Unterricht und Bildung zu helfen.
Der letzte Tag in Pillar wurde „gekrönt“ mit dem Schulfest in der „St. Vincent Pallotti School“. Einen ganzen Abend lang haben Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Darbietungen, Tänzen, Theater und Musik ihre Talente und Fähigkeiten gezeigt. Dies hat Pater Kretz in seiner „Festrede“ betont: Es entspreche dem Auftrag Pallottis, Talente zu entdecken, zu fördern und damit die Gemeinschaft zu bereichern.
75-jähriges Jubiläum der Präsenz der Pallottiner in Indien
So konnten wir nach drei ereignisreichen Tagen in Pillar weiterziehen nach Mangalore, wo die indischen Mitbrüder ein „Minor Seminary“ betreiben, ein Ausbildungshaus für junge Mitbrüder. Von dort wird es dann weitergehen nach Bangalore und Nagpur, wo das große Jubiläum stattfinden wird.

Reisebericht und Bilder: Pater Christoph Lentz
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