„Haltung zeigt sich dort, wo es unbequem wird“
Im saarländischen Landtag lud HALTUNG heute mit Theater, Ausstellung und Gespräch zum Innehalten ein
In Vertretung der kurzfristig verhinderten Landtagspräsidentin Heike Winzent sprang Dagmar Heib am 23. April 2026 als Vizepräsidentin des Landtags ein und freute sich, viele Gäste zu einem Abend besonderer Art begrüßen zu können. „Haltung entsteht nicht von selbst“, betonte sie und verband damit die Frage: „Wie kann Haltung wachsen, die uns selbst trägt und zur Verantwortung ruft?“
Angeregt hatte diese Veranstaltung der saarländische Innenminister Reinhold Jost. In seinem nicht minder beeindruckenden Grußwort (hier: Videogruß Minister) hob er angesichts der vielfältigen gesellschaftlichen Spannungen die Bedeutung von Haltung und Werten hervor: Als er selbst das Theaterstück ABGERUNGEN zum ersten Mal sah, habe diese Erfahrung in ihm einen tiefen – nachdenklichen wie anregenden – Eindruck hinterlassen. Sein Fazit: „Haltung zeigt sich dort, wo es unbequem wird.“ In der Überzeugung, dass dieses Stück vielen Bereichen der Gesellschaft wertvolle Impulse vermitteln könne, regte er an, dass die Initiative HALTUNG heute mit ihrem Angebot auch an den Ort eingeladen wird, an dem gesellschaftliche Verantwortung sichtbar wird und ihre Mitte hat: in den Landtag.
Nach diesen beiden Steilvorlagen konnte Frau Sonja Kirst, die Projektleiterin von HALTUNG heute, mit viel Charme und Überzeugungskraft Anliegen und Möglichkeiten dieser von viel ehrenamtlichen Engagement getragenen Initiative aus Vallendar (bei Koblenz, Vinzenz-Pallotti-University gGmbH) vorstellen: Sie verwies auf die Ausstellung MEHR LEBEN ENTDECKEN, die sehr einladend im Foyer des Landtags aufgebaut war und bei der schon viele Besucher vor dem Betreten des Saales innehielten. Berichten konnte Frau Kirst auch von den ganz unterschiedlichen Orten und Lebenskontexten, an denen das Solo-Theater ABGERUNGEN bereits zur Aufführung kam und Wirkung zeigte – auch schon bei Gefängnisinsassen.
Aufführung eines Solo-Theater-Stücks von Schauspieler Bruno Lehan
So war der Boden bestens für die Aufführung des Solo-Theaters ABGERUNGEN bereitet, das die Besucher immer mehr am Ringen des Pallottiners Richard Henkes um seine innere Freiheit und menschliche Haltung teilnehmen ließ. In der Grenzsituation des KZ Dachau beeindruckte dieser durch Mitgefühl, Zivilcourage und Aufrichtigkeit. Seine Mithäftlinge ermutigte er, trotz allem an die eigene Würde zu glauben. Seine Haltung und sein Lebenseinsatz weckte damals Hoffnung und ermutigt bis heute.
Die ausdrucksstarke Darstellung durch den Koblenzer Schauspieler Bruno Lehan nahm die Zuschauer mit. Nach dem Stück herrschte zunächst länger Stille. „Obwohl von Bruno Lehan schon fast 150-mal gespielt, immer wieder intensiv und existenziell bewegend“, bemerkte einer aus dem Vallendarer Team. „Tief ansprechend“, flüsterte Dagmar Heib noch dem neben ihr sitzenden Prof. P. Hubert Lenz (Gesamtleiter von HALTUNG) zu, bevor sie (da kurzfristig eingesprungen) zu ihrem nächsten Termin aufbrechen musste.
Die Zeit für die anschließend erfolgte Einladung, sich in Murmelgruppen persönlich über das Erlebte auszutauschen, reichte nicht. In der anschließenden Podiumsdiskussion berichtete Prof. Dr. Christopher Wolf, der Leiter der Fachhochschule des Saarlandes, dass er vorher skeptisch war, ob ein Solotheater tatsächlich über längere Zeit die Zuschauer in Spannung halten und persönlich mitnehmen könne. Das jetzt Erlebte habe ihn jedoch mehr als überzeugt und wieder daran erinnert, wie wichtig es sei, den eigenen Freiheitsraum in vielen kleinen Schritten zu entfalten und zu stärken.
Die ebenfalls am Podium teilnehmende Polizeibeamtin Julia Schweizer (derzeit u. a. Frauenbeauftragte der saarländischen Polizei und stellvertretende Vorsitzende der GdP) machte deutlich, wie wichtig angesichts der vielfältigen Belastungen und persönlichen Herausforderungen ihrer Berufsgruppe Impulse zum Innehalten, Einladungen zum Austausch mit Kollegen und anderen für das Finden, Stärken und Bewahren menschlicher Haltung sei.
Hubert Lenz, der seitens HALTUNG heute am Podium teilnahm, verwies darauf, dass es ja Herausforderungen, Spannungen und Belastungen in vielen Lebensbereichen gäbe, bei Lehrern und Eltern, bei Eltern und Pflegern, bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Und er freue sich, dass HALTUNG heute von ganz unterschiedlichen Interessenten als ansprechende Einladung zum Innehalten, tieferen Nachsinnen und persönlichen Austausch wahrgenommen werde. Dass Interesse geweckt, der Funke übergesprungen waren, zeigten die anschließenden Gespräche an den bereitstehenden Stehtischen.
Ansprechend, kurzweilig und sympathisch moderiert wurden sowohl die Diskussion wie der gesamte Abend von Prof. Peter Weber, dem Vizepräsidenten der Vinzenz-Pallotti-University, der sich spürbar über das kleine Pflänzchen HALTUNG heute unter dem Dach der Universität freute und anschließend dem Team von HALTUNG heute seine Mitwirkung bei ähnlichen Veranstaltungen anbot: „Ehrenamtlich, versteht sich.“

Text und Bilder: WeG Initiative Vallendar
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