Vor der Landtagswahl: „Wir müssen reden“ – Jugendliche diskutieren in Haus Wasserburg über ihre Zukunft

„Wir müssen reden“: Jugendliche diskutieren über ihre Zukunft

Vor der Landtagswahl: Jugendliche zeigen bei Diskussion mit Politikerinnen und Politikern, dass sie mitreden können – und wollen

Lebhaft und auch kontrovers diskutierten 20 junge Menschen, am Samstag 14. März 2026 in Haus Wasserburg, mit sechs Landespolitiker:innen, was sie im Vorfeld der Landtagswahlen beschäftigt. Dabei gab es natürlich bisweilen große Unterschiede in den Positionen der Parteienvertreter:innen – in einer Sache waren sich aber fast alle von ihnen mit den jungen Menschen einig.

„Wir müssen reden“

Unter dem Titel „Wir müssen reden“ hatte das Jugendbildungshaus der Pallottiner in Vallendar gemeinsam mit der Fachstelle Jugend Koblenz junge Menschen von 15 bis 27 Jahren und Landespolitiker:innen eingeladen, um direkt und auf Augenhöhe miteinander in Austausch zu kommen. Gemeinsam auf Basis geteilter Werte nach guten Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit zu suchen, sei nicht nur der Anlass für diese Veranstaltung, sondern für fast alle Angebote in Haus Wasserburg, sagte Rektor Jörg A. Gattwinkel SAC zur Begrüßung.

Zu Beginn stellten sich Nicolas Cordes (SPD), Sandra Krämer (FDP), Rebecca Stallbaumer (Grüne), Maximilian Rumpf und Maurice Steck (CDU) sowohl persönlich als auch mit ihren politischen Standpunkten vor, indem sie sich zu Fragen aus dem Wahl-O-Mat positionierten. Zur Frage, ob Jugendliche bei den Landtagswahlen schon ab 16 Jahren wählen dürften, stimmten nicht nur die Politiker:innen, sondern auch die jungen Menschen mit ab – und waren sich fast alle einig. Nur Maximilian Rumpf (CDU) positionierte sich gegen eine Absenkung des Wahlalters und argumentierte, Rechte und Pflichten junger Menschen müssten sich die Waage halten.

Vor der Landtagswahl: „Wir müssen reden“ – Jugendliche diskutieren in Haus Wasserburg über ihre Zukunft
Vor der Landtagswahl: „Wir müssen reden“ – Jugendliche diskutieren in Haus Wasserburg über ihre Zukunft
Vor der Landtagswahl: „Wir müssen reden“ – Jugendliche diskutieren in Haus Wasserburg über ihre Zukunft
Vor der Landtagswahl: „Wir müssen reden“ – Jugendliche diskutieren in Haus Wasserburg über ihre Zukunft

Mobilität, Wehrdienst, Bildung, Umwelt- und Klimaschutz, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz

Beim anschließenden Austausch an Stehtischen zeigten die jungen Menschen, dass sie nicht nur mitreden wollen, sondern auch können. Von Alternativen zum Abitur über Mobilität im ländlichen Raum bis zum Wehrdienst reichte die Palette der Themen, die mit den Politiker:innen rund anderthalb Stunden lang diskutiert wurden. Dabei bestimmten die jungen Menschen, worüber und wie lange sie reden wollten, und konnten jederzeit zwischen den Politiker:innen wechseln. „Wir müssen einander mehr zuhören, weil so neue Ideen entstehen – wie hier bei der Diskussion“, resümierte Sandra Krämer (FDP), die gemeinsam mit den Jugendlichen an ihrem Tisch die Idee einer „dualen Schule“ entwickelte.

Auch an den Tischen der anderen Politiker:innen war Bildung das zentrale Thema – zumal mit Nicolas Cordes (SPD) nicht nur ein Landtagskandidat, sondern auch ein Lehrer als Ansprechpartner zur Verfügung stand. „Anders als bei Podiumsdiskussionen kam man richtig ins Gespräch und konnte tief in die Themen einsteigen“, lobte der 23-jährige Steffen aus Vallendar.

Großes Interesse bestand aber auch an anderen Themen, die direkt die Zukunft junger Menschen betreffen, wie Umwelt- und Klimaschutz, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Diese wurden besonders mit Rebecca Stallbaumer und Thomas Heinemann-Hildner von den Grünen sowie Maximilian Rumpf und Maurice Steck von der CDU diskutiert. „Ich finde es wichtig, mit Politiker:innen kontrovers zu diskutieren – gerade wenn man anderer Meinung ist“, erklärte eine Teilnehmerin ihre Motivation.

„Wir brauchen mehr solcher Gesprächsgelegenheiten“

Obwohl die Diskussionen um grundsätzliche Themen wie soziale Gerechtigkeit heftig geführt wurden, war der Austausch zwischen Politiker:innen und jungen Menschen konstruktiv und von gegenseitigem Interesse geprägt. Das ist auch dem Einsatz von vier jungen, ehrenamtlichen Moderator:innen zu verdanken, die an jedem Tisch darauf achteten, dass alle Anliegen Gehör fanden und Diskussionen fair verliefen. „Die Diskussion hat mir gezeigt, wie vieles politisch ist – wir kamen ständig von einem Thema aufs nächste“, berichtet Leonie von den Gesprächen am Tisch, den sie moderierte.

Auch die Politiker:innen nahmen viel aus dem lockeren und innovativen Diskussionsformat mit: „Wir brauchen mehr solcher Gesprächsgelegenheiten und weniger starre Podiumsdiskussionen“, sagte Nicolas Cordes. Und Rebecca Stallbaumer ergänzte zum Abschluss: „Der Austausch hat mir gezeigt, dass es sich lohnt, für das Wahlalter 16 zu kämpfen.“

Die Veranstaltung wurde gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ sowie im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie Koblenz.

Bericht und Fotos: Haus Wasserburg/Mathias Birsens

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