Exerzitien und Kontemplation - Pallottiner

Exerzitien - mit Impulsen aus der Spiritualität Vinzenz Pallottis

Was sind pallottinische Exerzitien?

Exerzitien sind eine „geschenkte Zeit“. Für einige Tage darf der Alltag mit seiner Routine zurückbleiben. In neuer Umgebung können wir uns Zeit nehmen für uns und Gott. Durch eine vom Alltag verschiedene Tagesstruktur entsteht Raum, der für die Wahrnehmung Gottes sensibel macht. Geübt werden Aufmerksamkeit und Wachheit, um Gott in den Begegnungen und Ereignissen des Tages finden zu lernen. Gestärkt  und inspiriert, vielleicht auch befreiter und versöhnter können wir uns neu „in Himmel und Erde“ verorten. Es gibt verschiedene Formen, solche Exerzitien zu gestalten. In den hier angebotenen ist die Spiritualität Vinzenz Pallottis besonderer Impulsgeber. Die pallottinischen Exerzitien stehen in der Tradition christlicher, näherhin auch ignatianischer Spiritualität und verbinden meditative und kontemplative Elemente, kurze Impulse, Gebet und Schweigen, aber auch die Möglichkeit zum Gespräch. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Vorbereitung zum kontemplativen Gebet.

Welche Elemente haben die pallottinischen Exerzitien?

  • durchgehende Stille und Schweigen
  • täglich ein geistlicher Impuls aus der Spiritualität Vinzenz Pallottis
  • Anleitung zur Meditation in der Gruppe (4 Mal je 25 Minuten )
  • Persönliche Gebetszeiten
  • Möglichkeit zur täglichen Eucharistiefeier
  • Anleitung zu leichten Bewegungsübungen zur Körperwahrnehmung
  • Zeit zum Spazierengehen
  • Tägliche Einzelgespräche

Die kursiven Elemente sind in Einführungskursen freiwillig, in den kontemplativen Exerzitien (hier wird Exerzitienerfahrung vorausgesetzt) aber ein fester Bestandteil des Programms.

Pallottiner Exerzitien

Wer kann bei den pallottinischen Exerzitien teilnehmen?

Die Voraussetzungen sind:

  • Bereitschaft, sich auf Stille, Anleitung und Begleitung einzulassen
  • normale psychische Stabilität
  • ein telefonisches Vorgespräch (nur bei erstmaliger Teilnahme) mit Pater Thomas Lemp
  • Teilnahmebeitrag: 420 € für Verpflegung, Übernachtung in St. Josef, Schloss Hersberg, zuzüglich Kursgebühr (Ermäßigung auf Anfrage möglich).

Wann und wo finden die pallottinischen Exerzitien statt?

In diesem Jahr gibt es zwei verschiedene Veranstaltungsorte für die Exerzitien:

 

Geistliches Haus der Pallottiner für Bildung, Begegnung
und Erholung in Immenstaad am Bodensee, www. hersberg.de

Wer leitet die pallottinischen Exerzitien an?

Exerzitien-Begleitung:

  • Pater Thomas Lemp SAC, Pallottiner-Pater, Leiter des Pastoraltheologischen Institutes (PthI), Begleiter von kontemplativen Exerzitien
  • Frau Dr. Brigitte Proksch, Theologin, Mitarbeiterin der Vereinigung des katholischen Apostolates (UNIO), Geistliche Begleiterin

Kontakt bei erstmaliger Teilnahme an den Exerzitien

Vorgespräch mit Pater Thomas Lemp SAC

Telefon:+49 (0)821 600 52 700
E-Mail: pthi@pallottiner.org

Anmeldung für die Exerzitien

Pastoraltheologisches Institut (PthI)

Vinzenz-Pallotti-Straße 14
D – 86316 Friedberg (Bayern)

E-Mail: pthi@pallottiner.org

Kontemplative Auszeit - Pallottinische Exerzitien

Was ist das Pallottinische an den Pallottinischen Exerzitien?

Wir sind auf der Suche. Die Pallottinischen Exerzitien werden von Kurs zu Kurs weiterentwickelt, d.h. die Erfahrungen von Leitung und Teilnehmerinnen und Teilnehmern fließen in jeden neuen Kurs ein. Zwei Dinge stehen bei den Pallottinischen Exerzitien im Vordergrund: Bei diesen Exerzitien kommt es auf das eigene Erleben und die eigene Erfahrung an. Und: bei diesen Exerzitien spielt die Spiritualität oder auch die Mystik des heiligen Vinzenz Pallotti eine impulsgebende Rolle.

Im Glauben gibt es mehr Unsagbares, als Sagbares. Deshalb tun wir gut daran, uns mit Bildern, Metaphern und Symbolen zu behelfen. Diese Platzhalter sind nicht „wahr“, aber sie sollen auf eine erfahrbare, erspürbare Wahrheit hinweisen, die „dahinter liegt“. Je mystischer es wird, desto mehr muss Spiritualität selbst erfahren werden. Denn „berichtete Erlebnisse und Erfahrungen“ sind nicht mit der Erfahrung selbst identisch. Deshalb legen Pallottinische Exerzitien – neben Impuls und Austausch – besonderen Wert auf die eigene Erfahrung der Teilnehmenden. Wir gehen davon aus, dass jeder Mensch – bewusst oder unbewusst – „Gotteserfahrungen“ machen durfte und in seinem Leben noch machen darf. Dieser Gott der unendlichen Liebe, möchte erlebt und erspürt werden.

In Beziehungen. Beispielsweise mit Menschen. Oder auch mit Tieren, mit Pflanzen oder mit Landschaften. Wir stehen in Beziehung mit Gottes Schöpfung, sind (liebend) verbunden mit der Welt und dem Kosmos. Mit allen Lebewesen und mit allem Geschaffenen.
Beim Mystiker Vinzenz Pallotti können wir es nachspüren, uns inspirieren lassen und achtsam eigene Beobachtungen wagen. Das ist vielleicht das typisch Pallottinische an den Pallottinischen Exerzitien.

Woher kommt die Idee für Exerzitien?

Zu allen Zeiten in der Geschichte des Christentums wusste man um die Notwendigkeit, sich immer wieder zum Gebet zurückzuziehen.

Pallottinische Exerzitien - Auszeit vom Alltag

Schon von Jesus berichten die Evangelien, dass er in Einsamkeit und Stille zum Vater betete. Exerzitien sind Ausdruck einer solchen Suche nach Gott. Als eine Phase von „Übungen“(griechisch: „Askese“), sind sie der Versuch, das eigene Leben zu ordnen, sich zu orientieren und Haltungen einzuüben, von denen man ersehnt, sie mögen das Leben prägen und bestimmen. Exerzitien sind Tage, in denen man das bewusste Miteinander mit Gott und – gegebenenfalls, wo möglich – auch mit anderen Menschen – übt, lebt und zu vertiefen sucht. Man übt dabei, die Bewegungen des eigenen Herzens zu spüren und sie zu unterscheiden. Diese „Unterscheidung der Geister“ wird schon in den Briefen des Neuen Testaments empfohlen. Die frühchristlichen Schriften legen Zeugnis davon ab, wie sie von Anfang an praktiziert wurde.

In Exerzitien kann man das Beten als Gespräch mit Gott einüben, kann verschiedene Formen des Betens, Betrachtens, Meditierens kennen lernen, etwas über die Entwicklung des geistlichen Lebens erfahren oder kann sich in der Kenntnis des Lebens Jesu vertiefen. Man kann lernen, wie man mit Erfahrungen der dunklen Nacht oder der Trostlosigkeit umgehen kann, wie man Heilung und Versöhnung findet und sich selbst und andere besser annehmen kann.

In Exerzitien kann man das Beten als Gespräch mit Gott einüben, kann verschiedene Formen des Betens, Betrachtens, Meditierens kennen lernen, etwas über die Entwicklung des geistlichen Lebens erfahren oder kann sich in der Kenntnis des Lebens Jesu vertiefen. Man kann lernen, wie man mit Erfahrungen der dunklen Nacht oder der Trostlosigkeit umgehen kann, wie man Heilung und Versöhnung findet und sich selbst und andere besser annehmen kann.

Gemälde von Vinzenz Pallotti

Was bedeutet kontemplative Exerzitien?

Der Begriff „kontemplative Exerzitien“ lässt sich in der Moderne auf Franz Jalics (SJ) zurückführen. Seine Erfahrungen in der Gefangenschaft und Verfolgung in Argentinien und sein Umgang mit persönlichen Lebenskrisen führten zu tiefen spirituellen Erfahrungen, aus denen schließlich seine kontemplativen Exerzitien entstanden („Kontemplative Exerzitien. Eine Einführung in die kontemplative Lebenshaltung und in das Jesusgebet“, 1994 erstmals erschienenen).

Kontemplation bedeutet wörtlich „Schau“, gemeint ist damit letztlich die Schau Gottes. Das kontemplative Gebet wird als eine Frucht des geistlichen Lebens verstanden. Es wird als eine besondere Gebetsweise auf dem Weg des Betens geschenkt. Man kann es nicht „machen“, lediglich sich dafür vorbereiten. Kontemplation meint das stille Verweilen bei Gott, das keine Worte mehr benötigt.  Was Teresa von Avila als „Gebet der liebenden Aufmerksamkeit“ bezeichnet, ist genauso „kontemplatives Gebet“ wie das „Jesusgebet“ der Ostkirche. In den Exerzitien des Ignatius von Loyola, die Pallotti so schätzte, betrachtet der Übende über einen gewissen Zeitraum hinweg das Leben Jesu und versucht gewissermaßen, mit Jesus ins Gespräch zu kommen bis sich dann im Lauf der Zeit ein mehr kontemplatives Gebet einstellt und Denken und Imagination zurücktreten. Kontemplatives Beten findet sich in den unterschiedlichen spirituellen Traditionen der Kirche, besonders in den kontemplativen Gemeinschaften wie jener des Karmel oder auch modernen kontemplativen Gemeinschaften wie der Familie des Charles de Foucauld.

Vinzenz Pallottis Aufforderung zur Kontemplation zielt dahin zu lernen, Gott in allem und überall zu entdecken, ihn überall zu finden. Er greift damit eine alte jüdisch-christliche Überzeugung „von der Gegenwart Gottes in allem“ auf. So schreibt er in einem Brief:

Sucht Gott und ihr werdet ihn finden,
Sucht ihn in allem und ihr werdet ihn in allem finden,
Sucht ihn immer und ihr werdet ihn immer finden.

Kontemplative Gebetsweisen werden zunehmend als hilfreich erkannt. Geistliche Zentren bieten Hinführungen zu dieser Gebetsweise an. Die Pallottinischen Exerzitien wollen unter diesen Angeboten einen besonderen Akzent aus der Spiritualität Vinzenz Pallottis setzen.

(weiterführende Informationen auch bei „Kontemplation in Aktion“ )

Exerzitien - Angebote anderer Träger und Exerzitienbegleiter (andere Konzepte)

Karmelitanische Exerzitien – Meine weisende Wahrheit suchen
Exerzitienwochenende 12. bis 14. März 2017 in St. Josef Schloss Hersberg

Angebot, das Sitzen in der Stille zu praktizieren
Seminar „Eins-Sein in der Stille“ 17. bis 19. März 2017 in St. Josef Schloss Hersberg

Gib deiner Sehnsucht einen Namen. Ignatianische Exerzitien für Einsteiger
Exerzitienwoche 10. bis 16. Juni 2017 in St. Josef Schloss Hersberg

 

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