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sich bewusste Volk nach deutscher Beamten‐Manier regieren woll‐

te und könnte.  

Bei der deutsch‐brasilianischen Jugend ist das Gefühl der Freiheit, 

oft ein gewisser Dünkel und protzenhaftes Wesen nicht selten. 

(Auch die Italiener waren nicht mehr frei davon.) So erzählte ein 

Jesuitenpater, dass in einem Dorf ein Tanz stattfand, in einem 

Tanzsaal zur ebenen Erde. Auf einmal kam ein junger Deutscher in 

den Tanzsaal ‐ 

geritten

 ‐, zerschlägt mit seiner Reitpeitsche, was er 

zerschlagen kann und fragt dann höchst gelassen den Wirt: „So, 

was kostet das?“ ‐ Auch die Deutschen heiraten sehr jung. In  

S. Leopoldo, einer Niederlassung der Jesuiten, kam mal folgendes 

vor: Die Deutschen hatten vernommen, der Kaiser Dom Pedro 

wolle ein Gesetz erlassen, dass die allgemeine Wehrpflicht für die 

Unverheirateten einführe. Mütter und vielleicht auch Väter such‐

ten nun schleunigst ihre hoffnungsvollen Sprösslinge ins Ehejoch 

zu spannen, damit sie nur ja nicht Soldat werden müssten. So hat‐

ten die Jesuiten eines Tages an die 20 Brautpaare zur Trauung in 

der Kirche zusammen. Doch als die Trauung vor sich gehen soll, 

fehlt ‐ ein Bräutigam. Der Küster suchte die Kirche, die Sakristei ab, 

nein, er ist nirgendwo zu finden. Schließlich findet er ihn außerhalb 

der Kirche an einen Strebepfeiler gelehnt, bitterlich weinen. Er 

denkt, der Bursche sei krank und fragte, wo er Schmerzen habe, 

wo es weh tue. Da schüttelte der Bursche den Kopf, er sei nicht 

krank. Nun was fehlt dir denn, komm doch herein, alles wartet 

doch auf dich, warum weinst du denn? Unter Schluchzen bringt 

der die Worte hervor: „Ach ich bin noch so jung und muss schon 

heiraten.“ ‐ Ja, geheiratet hat er dann doch.  

Die Kolonie Caxias hat eine kleine Vergangenheit, trotz ihrer Ju‐

gend von nur 12 ‐ 13 Jahren. Zuerst hatten sich polnische Kolonis‐

ten dort eingefunden. Die Regierung hatte ihnen Kolonien gege‐

ben. Die Polen hatten sich dann Erdhäuser oder eigentlich Erdhöh‐

len gemacht und darin ihre Wohnungen aufgeschlagen. Diese un‐

gesunden, feuchten Wohnungen hatten dann viele Krankheiten 

und Todesfälle hervorgerufen. Zudem hatten sie sich beklagt bei 

der Regierung, ihre Kolonien, die sie bekommen hätten, seien zu 

groß, so wohnten sie zu weit von den nächsten Nachbarn. Die Re‐

gierung teilte dann die Kolonien, machte aus einer deren zwei, 

(was ihre Nachfolger in dem Teil der Kolonie sehr bedauerten). 

Doch als immer mehr starben, ging der Rest eines Tages auf und 

davon.