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sonst wird alles in gleiche Teile geteilt, nicht zum Besten der Fami‐

lie.  

Neues Land kann jeder von der Regierung bekommen, ‐ gegen 300 

preußische Morgen kann jeder haben ‐ aber es ist Urwald, kein 

ordentlicher Weg und Steg dorthin und oft 10 Stunden weit von 

der nächsten Kirche, die einen Priester hat, entfernt, und das wol‐

len die Italiener nicht gern. So kaufen sie sich lieber eine kleine 

Parzelle, die näher bei der Kirche liegt. Die Regierung verlangt ja 

von jedem Kolonisten, dass er in einer Reihe von Jahren eine kleine 

Summe für die Kolonie zahle, doch das zu tun, fällt niemand ein. 

Selbst die Deutschen, die damals schon an 80 Jahre dort waren, 

sagten mir, sie hätten ihre Kolonien noch nicht bezahlt und beab‐

sichtigten es auch gar nicht, es zu tun. ‐ Steuer zahlten wohl nur 

die Städter und die 

Vende‐Besitzer

. Zwar bekam jeder Kolonist 

jedes Jahr einen Steuerzettel, doch die legten sie zu den anderen, 

die sie in früheren Jahren bekommen hatten oder zündeten ihre 

Pfeifen damit an. Am Schluss des Jahres kam dann wohl ein Execu‐

tor und nagelte an alle Kirch‐ und Kapellentüren eine Verordnung 

der Regierung, dass jedem, der bis zu einem bestimmten Datum 

seine Steuern nicht bezahlt habe, die Kolonie genommen würde 

etc. ‐ Doch darüber regten sich die Kolonisten weiter nicht auf, das 

war ja stets so gewesen und sie hatten ihre Kolonie immer noch. 

Ich möchte überhaupt wissen, wer die Kolonie nehmen könnte, die 

paar Soldaten hätte man doch leicht totschlagen können. ‐  

In St. Sebastiao (St. Sebastian) hatte die Regierung mal die Bewoh‐

ner des Dorfes verpflichtet, a) Steuern zu zahlen und b) die Straßen 

in Stand zu halten. Die Bewohner, Deutsche, versammelten sich 

daselbst und zogen gemeinschaftlich zur Munizipio und sagten 

dem Beamten, sie seien bereit, eins von beiden zu tun, entweder 

Steuern zu zahlen oder Wege in Stand zu halten, aber nicht beides. 

Der Beamte erwiderte, sie hätten beides zu tun. Sie sagten ihm 

dann, wenn er nicht von dieser Forderung abgehe, seien sie ent‐

schlossen, sofort das Dorf an allen 4 Enden in Brand zu stecken. 

Der Beamte, der seine Pappenheimer kannte, erklärte darauf, er 

lasse ihnen die Steuern nach. ‐ Man spricht manchmal, oder sprach 

manchmal davon, ob es nicht möglich sei, diese vorwiegend deut‐

sche Provinz (oder Staat) unter deutsche Herrschaft zu bringen ‐ 

als Kolonie des deutschen Reiches oder dergleichen. Ja die guten 

Herren, die so denken und schreiben, kennen sicher keine 

Deutsch‐Brasilianer. Ich möchte den Beamten sehen, der dieses