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chen lassen. ‐ Neben dran hatte mal die Regierung eine Kirche 

wollen bauen lassen. Die Mauern aus Bruchsteinen mit Lehm als 

Mörtel waren etwa 4 m hoch geworden. Dann war das Geld alle 

und man ließ alles stehen und liegen, wie es eben war, ohne Dach 

und Schutz. Fürsorglich soll damals ein Beamter angeordnet ha‐

ben, dass die Kirche so gebaut werden müsse, dass sie eventuell 

später als Theater dienen könne, ‐ denn nach einer Reihe von Jah‐

ren sei die katholische Kirche doch verschwunden und da sei es 

besser, wenn man bei Kirchenbauten gleich Bedacht darauf zu 

nehme, dass sie später anderen nützlichen Zwecken dienen könn‐

ten. ‐ Die Canonica, Priesterhaus, stand neben diesem unvollende‐

ten Bau, es war ein Bretterhaus mit 8 Zimmern, mitten ein Gang 

durch. Küche stand auf dem Hof allein, einige Schritte vom Haus, 

wohl wegen der Feuergefahr. Im Hof hinten ein Pferdestall, dort 

war ich also am Ziele.  

Wir wurden freundlich empfangen. Die jungen Burschen und auch 

Männer waren uns gegen 4 bis 5 Stunden entgegen geritten ‐ Im 

Anfang machte dieses Caxias mit seinen Holzhäusern, seinen leh‐

migen Straßen, mit Baumstümpfen und quer liegenden Bäumen 

einen recht deprimierenden Eindruck auf mich. Die Bewohner wa‐

ren fast alle Italiener, nur ein paar Brasilianer und ein paar deut‐

sche Familien. Nach jeder Richtung gehörten 10 Stunden weit die 

italienischen Kolonien zu Caxias und der uns anvertrauten Pfarrei. 

Gegen 16 bis 20.000 Seelen gehörten dazu. Außer P. Andreas Wal‐

ter und mir war noch ein italienischer Weltgeistlicher etwa 3 bis  

4 Stunden von Caxias an einer Kapelle angestellt und ein 2ter 

Weltgeistlicher war meist auch an einer Ecke der Kolonie tätig.  

Der erste, ein sonst guter Priester, hatte in Italien vom Bischof 

nicht das Beneficium bekommen, das sein Onkel gehabt hatte. Da 

die Eltern des betreffenden auf dem Beneficium saßen und fort 

mussten, als der Onkel Beneficiat starb und der Sohn es nicht be‐

kam, entschlossen sie sich, nach Brasilien zu gehen und der pries‐

terliche Sohn entschloss sich ebenfalls dazu, damit seine Angehöri‐

gen nicht ohne Priester seien. Der Bischof aber verweigerte die 

Erlaubnis dazu. So machte er den Fehler, ohne Erlaubnis zu gehen, 

hoffend, ebenso leicht ohne diese Erlaubnis vom betreffenden 

Bischof angestellt zu werden, als andere vor ihm, wie man sich 

erzählte, angestellt worden waren. Doch der betreffende Bischof 

hatte scheint’s kurz vorher von Rom ernste diesbezügliche War‐

nung bekommen und stellte ihn nicht an. So war er suspendiert,